Werner Dürkop mit Wetterdienstmedaille ausgezeichnet

Joachim Horn (links) zeichnet Werner Dürkop mit Urkunde und Wetterdienstmedaille aus. Foto: Jung
 

Hahäuser arbeitet seit mehr als 25 Jahren als phänologischer Beobachter für den Deutschen Wetterdienst

Hahausen (G. J.). Zu nachmittäglicher Stund' gönnen sich Inge und Werner Dürkop in der „Neustadt“ 8 stets ein Tässchen Kaffee. Das war am vergangenen Mittwoch nicht anders. Allerdings blieb das Ehepaar nicht unter sich, vielmehr stellten sich aus besonderem Anlass Gäste ein. Zum einen gab Joachim Horn vom Deutschen Wetterdienst – Horn zeichnet als Leiter der Regionalen Messnetzgruppe Hamburg verantwortlich – seine Visitenkarte ab, zum anderen war auch Hahausens Bürgermeister Henri Hoffmeister mit von der Partie. Grund für den „hohen Besuch“: Werner Dürkop arbeitet seit genau 25 Jahren als ehrenamtlicher phänologischer Beobachter für den Deutschen Wetterdienst. Namens des zuständigen Bundesministers für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, zeichnete der extra aus der Hansestadt angereiste Wetterdienst-Repräsentant Dürkop mit der Wetterdienstplakette und einer von Dr. Ramsauer unterzeichneten Urkunde aus. „Dass meine Arbeit so gewürdigt wird, damit habe ich nicht gerechnet!“, meinte der sichtlich gerührte Pensionär.
In einem persönlichen Schreiben würdigte Dr. Raumsauer das Engagement Dürkops: „Ich möchte Ihnen meine Anerkennung und meinen Dank für Ihre wertvolle Arbeit aussprechen“. Weiter heißt es wörtlich: „Ihre mit großer Zuverlässigkeit und Beständigkeit in über 25 Jahren verrichtete Tätigkeit hat wesentlich zur Aufgabenerfüllung des Deutschen Wetterdienstes beigetragen. Der Deutsche Wetterdienst schätzt sich glücklich, dass er in seiner Arbeit von einer großen Zahl ehrenamtlich tätiger Bürger unterstützt wird. Ohne dieses Engagement könnte er ein Messsystem in der vorhandenen Güte und Struktur nicht aufrechterhalten. Die auch aus Ihren Messdaten aufbereiteten Ergebnisse sind letztlich Grundlage für eine Vielzahl von Entscheidungen im Hoch- und Tiefbau, im Verkehr mit allen Verkehrsträgern und allen Verkehrsmitteln und dienen somit dem Wohlbefinden aller Bürger. Mit Ihrem langjährigen Engagement haben Sie ein hohes Maß an Bürgerverantwortung und Gemeinsinn gezeigt, auf das wir alle angewiesen sind, und das mich mit Stolz erfüllt“.
Werner Dürkop – er gehört zu insgesamt 1300 ehrenamtlichen phänologischen Beobachtern, die für den Deutschen Wetterdienst tätig sind – notiert seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten akribisch die relevanten Entwicklungsdaten von Pflanzen – vornehmlich die Blüh- und Erntephasen. Seine Beobachtungen reduzieren sich dabei nicht nur auf die Pflanzenwelt vor der Haustür oder im heimischen Garten, oft sind es längere Touren durch die Gemarkung Hahausen, die er per pedes oder Fahrrad absolvierte. Heute lässt sich der 85-jährige Naturliebhaber auch schon mal zu bestimmten Beobachtungspunkten in seinem „Revier“ fahren. In diesem Zusammenhang ist Dürkop den Landwirten Illers und Taufall für die gewährte Unterstützung dankbar.
Die Palette der Pflanzen, deren Entwicklungsdaten zu Papier gebracht werden müssen, ist breit gefächert – sie reicht von landwirtschaftlichen Kulturpflanzen über Wild- und Zierpflanzen bis hin zu Obstbäumen. A propos Obst – Werner Dürkop, der nach der offiziellen Ehrung über die vielfältige Arbeit eines phänologischen Beobachters plauderte, erinnert sich an ein außergewöhnliches Phänomen: Als am 10. April 1945 die US-Truppen in Hahausen einmarschierten, hätten die Kirschbäume im Dorf in voller Blüte gestanden. Das habe sich bis heute nicht wiederholt.
Dass sich Dürkop nicht nur für die Belange des Wetterdienses stark macht, sondern sich auch für die Natur im Dorf einsetzte und einsetzt, machte Bürgermeister Henri Hoffmeister in seiner Würdigung deutlich. Dürkop habe sich während seiner Ratsherren-Tätigkeit im Dorfplenum immer – und nicht selten mit Erfolg – für den Erhalt von Bäumen engagiert. Hoffmeister: „Ich schätze seine ehrenamtliche Arbeit, die er letztlich für die Dorfgemeinschaft geleistet hat!“
Übrigens: Werner Dürkop wird nach eigenem Bekunden auch weiterhin – „So lange es noch geht“ – als phänologischer Beobachter agieren.