Mit Wind und Moral zu drei Punkten

Nordharzliga: SG Neiletal spielt nicht gut, gewinnt aber dank eines Treffers in letzter Minute

Wenn man nicht gut spielt, aber trotzdem gewinnt und sich eigentlich aus dem Spiel heraus keine nennenswerte Chance erarbeitet, dennoch zwei Tore erzielt, so ist das sicher auch eine Form von Können. Und genau das tat am vergangenen Sonntag die SG Neiletal bei der Partie beim VfL Oker. Oker erwies sich als harter Brocken und es entwickelte sich die erwartet unangenehme Begegnung. Auf dem Kunstrasen war bei schwierigen, teils orkanartigen Windverhältnissen allerdings das Fußballspielen nicht so einfach. Und mit den Umständen kam der VfL in der ersten Halbzeit wesentlich besser zurecht. Dazu kam, dass die SG wie so oft die Anfangsphase verschlief und dem Gegner zu viel Raum ließ.

Insbesondere das Mittelfeld gehörte den Hausherren und Kapitän Rewitz hatte alle Hände voll zu tun, seine Mannen immer wieder zu sortieren. Oker spielte mit dem Wind im Rücken ausschließlich lange Bälle, die für die Gäste größtenteils schwer einzuschätzen waren. So fiel das 1:0 durch Marius Niemeyer auch nicht einmal unverdient und in typischer Neiletal-Manier. Kein konsequentes Klären des Balles, Gegenspieler werden aus den Augen verloren und der Rest war dem kühlen Kopf des VfL Spielers gedankt.
Allerdings verlegte der VfL früh sein Hauptaugenmerk darauf, den Vorsprung zu verteidigen, ging selbst robust zu Werke, suchte jedoch auf der anderen Seite jede Möglichkeit, um Zeit zu schinden. Erwähnenswerte Möglichkeiten erspielte sich aber kein Team mehr. In der Pause schien allerdings die Traineransprache der Neiletaler gefruchtet zu haben. Die SG spielte flach und versuchte durch geschicktes Verschieben Anspielmöglichkeiten zu schaffen.
Die Heimelf hingegen kam nicht mehr richtig zum Zuge und so musste Tobias Gaschler auch nur einmal sein Können aufbieten, als er einen Freistoß mit einem wahnsinnigen Reflex noch wegfischte.
Trotz der clevereren Spielweise wollte ein Torabschluss der SG irgendwie nicht gelingen. Es wurde Richtung Tor entweder nicht zielstrebig genug oder zu umständlich gespielt. So musste beim Ausgleich auch der oft erwähnte Wind tatkräftig helfen.
Der starke Udo Blanke war wohl selbst ein wenig erstaunt, als sich die als Hereingabe geplante Flanke plötzlich in der 69. Minute ins Tor senkte. Neiletal bewies nun Moral und wollte die drei Punkte. Eine mögliche Vorentscheidung vergab kurz nach seiner Einwechslung der langjährige Kapitän Pages, der nach längerer Zeit seine Rückkehr in der Ersten feierte. So musste der Anhang bis zur 92. Minute zittern. Nach einem Standard prallte der Ball von der Latte gegen den Kopf von Abwehrchef Lachnit, der aus kurzer Distanz den Siegtreffer erzielte.

SG Neiletal: Tobias Gaschler, Udo Blanke, Norman Mischke (Alexander Klay), Sascha Lachnit, Timo Rewitz, Sören Gritzka, Robin Klapproth (Jonas Ziegenbein), Tim Kubitschke (Florian Pages), Janik Probst, Marcus Metze und AndreasHeindorf