Nach 16 Jahren heißt es nun Abschied nehmen

Nach 16 Jahren nimmt das Pfarrerehepaar Johannes und Uta Hirschler – hier mit Propst Thomas Gleicher (links) – Abschied von der Gemeinde.

Pfarrerehepaar Johannes und Uta Hirschler verlässt Mahlum / Einführung als Pröpstin am 12. Februar in Braunschweig

Das war nicht anders zu erwarten: Bis auf den letzten Platz besetzt war am vergangenen Sonntag, dem dritten nach Epiphanias, die St.-Johannis-Kirche in Mahlum. Im Mittelgang musste sogar mit eigens herbeigeschafften Bänken für zusätzliche Sitzgelegenheiten gesorgt worden. Zahlreich hatten sich die Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis Mahlum mit St. Antonius Bodenstein, weitere Gläubige aus der Propstei, die Vereinsrepräsentanten sowie Honoratioren und natürlich die Kolleginnen und Kollegen aus dem Pfarrkonvent eingefunden, um das Pfarrerehepaar Uta und Johannes Hirschler im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes zu verabschieden.
In gut einer Woche, am 1. Februar, wird Pfarrerin Uta Hirschler ihr Amt als Pröpstin in Braunschweig antreten (der „Beobachter“ berichtete). Die offizielle Einführung erfolgt am Sonntag, 12. Februar, in der Braunschweiger St.-Martini-Kirche. Die Amtszeit beträgt zwölf Jahre. Mit ihr gehen dann auch Ehemann Johannes und die vier gemeinsamen Kinder. Johannes Hirschler wird ab März in Elternzeit gehen und bis dahin auch noch einige Gottesdienste in Mahlum und Bodenstein halten – „natürlich ehrenamtlich“, wie er hinzufügte. Er war seit 16 Jahren als Seelsorger in der Kirchengemeinde tätig, Ehefrau Uta seit 1997. Beide teilten sich die Pfarrstelle.
„Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit“, dieses Bibelwort stand passenderweise im Mittelpunkt der von beiden Geistlichen im Wechsel gehaltenen Predigt. Gemeinhin wäge man bei Entscheidungen ab, verlasse sich ganz auf den eigenen Verstand und die eigenen Fähigkeiten. Da sei es dann schon eine mutige Entscheidung, einfach auf Gott zu vertrauen und sich von ihm den Weg weisen zu lassen. In den vergangenen Jahren sei sicher auch einiges schiefgegangen. Da habe es Gerüchte, Schubladendenken, Streit wegen unbedachter Äußerungen gegeben. „Doch dann sind wir immer wieder in der Kirche beziehungsweise beim Abendmahl zusammengekommen in der Gewissheit, dass wir von Gott geliebt sind; dass Gott uns Menschen nahe ist“, so Johannes Hirschler. Auch wenn die Nöte und Sorgen da sind und bleiben – der Glaube gebe innere Unabhängigkeit und Freiheit. Und so könne aus diesem Glauben vielleicht Zuversicht werden.
„Die Gemeinden sind traurig über Ihren Weggang“, sagte Propst Thomas Gleicher. Er selbst habe Uta Hirschler schätzengelernt als aufmerksame, diskussionsfreudige, engagierte und dem Evangelium verpflichtete Theologin. Und Johannes Hirschler habe sich stets als konstruktiver, kluger Planer erwiesen, als ausgleichenden Mitbruder mit Haltung, der nicht nur musikalisch versiert sei. Beide hätten die Gemeinden geprägt. Die Gemeinden Mahlum und Bodenstein seien gut aufgestellt. Das Engagement der beiden Seelsorger werde in guter Erinnerung bleiben. Für die geleistete Arbeit dankte Gleicher auch im Namen des Propsteivorstandes, wünschte stets Liebe, aufrichtige Menschen, Gesundheit, einen erfüllenden Dienst, Freude und Freunde und insbesondere Uta Hirschler Gelassenheit und Mut für die anstehenden Aufgaben. Dann erteilte der Propst der Familie Hirschler vor dem Altar den Segen.
Abschiedsstimmung herrschte auch bei dem sich anschließenden Empfang in der Gaststätte „Zur Linde“. Unter anderem brachten Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke und der Bürgermeister der Samtgemeinde Lutter, Peter Kühlewindt, ihr Bedauern über den Fortzug der Hirschlers zum Ausdruck. Seitens des Kirchenvorstandes blickte Hildegard Fuchs auf „16 schöne Jahre“ zurück, in denen viel auf die Beine gestellt worden sei. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Frauenchor und dem Männergesangverein von 1889 Mahlum. Künftig wird übrigens zunächst einmal das Pastorenehepaar Dennis und Christine Sindermann für die Kirchengemeinde zuständig sein.