Rettungswagen von Windböe erfasst – ein Toter

Bei Mahlum ist am späten Montagnachmittag ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes verunglückt. Eine Windböe hatte ihn erfasst. Der 55 Jahre alte Patient, der auf dem Heimweg nach Mahlum war, wurde dabei getötet. Die Sanitäter erlitten schwere Verletzungen. Vom RTW blieb nur noch ein Wrack über. (Foto: Vollmer)

55 Jahre alter Patient kommt bei Mahlum ums Leben / Hubschrauber Christoph Niedersachsen im Einsatz

Ein Rettungswagen des DRK-Kreisverbandes Hildesheim-Marienburg ist Montagnachmittag auf der Landesstraße 497 bei Mahlum verunglückt. Der 55 Jahre alte Patient, der gerade aus dem Hildesheimer St. Bernward-Krankenhaus entlassen wurde, kam dabei ums Leben. Die beiden Mitarbeiter des Rettungsdienstes erlitten schwere Verletzungen.
Den Einsatzkräften bot sich an der Unfallstelle, die nur einige hundert Meter vom Mahlumer Ortseingang entfernt liegt, ein schreckliches Bild. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei ist der Rettungswagen, der in Schellerten stationiert ist, gegen 17.05 Uhr von einer heftigen Windböe erfasst worden. „Der Windstoß muss schräg von hinten gekommen sein. Die Böe erwischte das Fahrzeug bereits kurz hinter dem Abzweig nach Ortshausen. Nach den Spuren geriet der RTW dann ganz langsam nach links auf die Gegenfahrbahn und schoss dann in den Graben“, erklärte ein Polizeisprecher. Im unbefestigten Seitenraum prallte die rechte Seite noch gegen einen Straßenbaum. Erst dahinter kam der Rettungswagen in Schräglage zum Stillstand.
Direkte Zeugen für den Unfall gibt es nicht. Zwei Ersthelfer haben noch versucht, den 55-jährigen Mahlumer zu reanimieren. Aber auch der herbeigerufene Notarzt konnte dem Patienten nicht mehr helfen. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle. Nur mit großer Mühe gelang es den Rettern, den 43 Jahre alten Rettungssanitäter, der im hinteren Teil des Autos zur Betreuung des Patienten angeschnallt saß, durch die Schräglage ins Freie zu befördern.
Wegen der Schwere seiner Verletzungen forderten die Einsatzkräfte einen Rettungshubschrauber an. Um eine sichere Landung von „Christoph Niedersachsen“ zu gewährleisten, bauten die 30 Feuerwehrleute aus Bockenem und Mahlum große Scheinwerfer auf. So konnte der „Heli“ dann auf einem benachbarten Feld ohne Probleme landen. Nach der Erstversorgung wurde der Nordstemmer mit schwersten Verletzungen in die Medizinische Hochschule nach Hannover geflogen. Der Fahrer kam dagegen mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus. Die Landstraße war zeitweise für die Unfallaufnahme komplett gesperrt. Nach dem Start von „Christoph Niedersachsen“ bauten die Feuerwehrleute die Scheinwerfer zur Ausleuchtung der Unfallstelle auf. Am Rettungswagen entstand Totalschaden. Die Höhe dürfte im sechsstelligen Bereich liegen.