Der jüngste Ortsbrandmeister aller Zeiten

Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Mechtshausen unter der Leitung von Uwe Euler bereicherte die Jahreshauptversammlung mit musikalischen Beiträgen.
 
Es war der bewegendste Moment bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mechtshausen am vergangenen Sonnabend. Der Vater (Gerald Schlüter) gratuliert seinem Sohn (Markus Schlüter) zur Wahl zum neuen Ortsbrandmeister.

Feuerwehr Mechtshausen zieht Bilanz / Gerald Schlüter legt Amt nach 18 Jahren nieder

Im Grunde genommen war es nur ein Wort, das die dies­jährige Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mechtshausen dominierte. Es war das Wort „Danke“, das am Samstagabend gefühlte 1000 Mal über die Lippen der Versammlungsteilnehmer ging. Und das, so ließ es sich am Verlauf der harmonischen Sitzung ablesen, auch völlig zu Recht. Der größte Dank gebührte dabei Gerald Schlüter, dem Mechtshäuser Ortsbrandmeister, der am Sonnabend im Gasthaus Scharn sein Amt nach 18 verdienstvollen Jahren niederlegte. Zu seinem Nachfolger wurde in geheimer Wahl sein Sohn Markus Schlüter gewählt. Mit seinen erst 29 Jahren ist er nun der jüngste Ortsbrandmeister, den es je im Stadtgebiet Seesen gegeben hat.
Doch zunächst nahm die Jahreshauptversammlung ihren gewohnten Verlauf. Zum Auftakt spielte der Musikzug der Feuerwehr unter der Leitung von Uwe Euler, Schriftwart Sven Kasten verlas das Protokoll der vergangenen Sitzung, der scheidende Ortsbrandmeister gab seinen letzten Jahresbericht ab, der stellvertretende Ortsbrandmeister, Jürgen Schlüter, berichtete über die fünf Einsätze, die Ausbildungsgänge und weitere Tätigkeiten im fast abgelaufenen Jahr, Kassenwart Holger Schomburg legte seinen tadellosen Bericht vor, Johannes Neumann wurde zum neuen Atemschutzbeauftragten gewählt, Jutta Sander in das Amt der Kassenprüferin, und Gerald Schlüter ehrte und beförderte zusammen mit Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke einige Mitglieder der Mechtshäuser Wehr.

Heinz Pohl seit
40 Jahren in der Wehr


Eine ganz besondere Ehrung wurde an diesem Abend Heinz Pohl zu Teil. Hauptfeuerwehrmann Pohl ist nämlich bereits seit 40 Jahren Mitglied der Mechtshäuser Wehr und ihm wurde für diese langjährige Treue gebührend gedankt. Die zweite Ehrung an diesem Abend ging an den stellvertretenden Ortsbrandmeister und Hauptlöschmeister Jürgen Schlüter. Er hält seiner Feuerwehr bereits seit 25 Jahren die Treue.
Zum Feuerwehrmann wurden Sebastian Wolf und Jan Himmler ernannt. Dennis Ketscher, Schlagzeuger im Musikzug der Wehr, darf sich nun mit der Bezeichnung Feuerwehrmusiker schmücken, und Schriftwart Sven Kasten wurde in den Rang eines Hauptfeuerwehrmannes befördert.

„Zeit an die Jugend
zu übergeben“


Beim Tagesordnungspunkt „Neuwahl des Ortsbrandmeis­ters“ nutzte Gerald Schlüter die Gelegenheit um die Gründe seiner Amtsniederlegung nochmal knapp zu skizzieren. Er teilte mit, dass es für ihn an der Zeit sei die Verantwortung in jüngere Hände zu legen, und er nicht bis zum bitteren Ende an seinem Stuhl kleben möchte. „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Und ich denke, dass dieser Zeitpunkt nun gekommen ist“, so Gerald Schlüter.
Unter seinem Kommando ist die Wehr in Mechtshausen aufgeblüht. Als er die Truppe 1994 zusammen mit Jürgen Schlüter übernahm waren mannigfaltige Probleme zu überwinden. Die Stimmung war nicht besonders toll, es fehlte an Nachwuchs und die technische Ausstattung ließ zu wünschen übrig.

Wehr ist unter
Schlüter aufgeblüht


Heute, 18 Jahre nach Schlüters Amtsantritt, stehen die Mechtshäuser Brandschützer blendend da. 27 aktive Feuerwehrleute, die zum Großteil noch sehr jung sind, bilden den schlagkräftigen Kern der Truppe. Der Musikzug zählt zwölf, die Altersabteilung 15 und die Jugendwehr drei Mitglieder. Insgesamt kommt die Feuerwehr mit aktiven und passiven Mitgliedern auf eine Gesamtgröße von 130 Personen. Für die kleinste Gemeinde im Stadtgebiet eine recht beachtliche Zahl.
Nach seiner erfolgreichen Wahl erklärte Markus Schlüter, dass er sich bewusst sei, in welch große Fußstapfen er trete. Dennoch versprach er allen Anwesenden die gute Arbeit seines Vaters nach allen Kräften fortzuführen. Um die positive Entwicklung der Wehr weiter voranzutreiben werde er aktiv um neue Mitglieder werben und auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Verbänden aufrechterhalten und ausbauen.

Feuerwehren sind auf einem guten Weg

Eine Ankündigung, die auch Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke nur begrüßen konnte. In seinen Grußworten erklärte das Oberhaupt der städtischen Feuerwehren, dass alle Ortswehren gegenwärtig gut aufgestellt sind. Es aber nicht an der Zeit sei, „sich auf dem Erreichten auszuruhen.“ „Wir müssen weiterhin für unsere Sache werben um die Einsatzkraft der Freiwilligen Feuerwehren mittel- und langfristig zu gewährleisten“, so der Stadtbrandmeister. Dazu gehört vor allem auch die Ausbildung. Nach Angaben des Stadtbrandmeisters ist der Ausbildungsstand der Wehr in Mechtshausen, aber auch der aller anderen Feuerwehren im Stadtgebiet, hervorragend. „Ein Weg der unbedingt weiter verfolgt werden muss“, so der Appell des Stadtbrandmeisters.
Auch die anderen Gruß­wort­redner, wie Ordnungsamtschef Uwe Zimmermann, Seesens zweiter stellvertretender Bürgermeister Norbert Stephan, Mechtshausens Ortsbürgermeisterin Christine Teichert sowie Pfarrer Thorsten Wünsche schlossen sich den lobenden Worten für die Freiwillige Feuerwehr an. Alle wünschten dem frischgebackenen Ortsbrandmeister, seine offizielle Amtseinführung erfolgt zwar erst Ende März nächsten Jahres, schon jetzt ein glückliches Händchen und viel Kraft bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe.