Ein Kapitel Dorfgeschichte geht zu Ende

Ehrungen bei der allerletzten Jahresbilanz des Musikzuges Mechtshausen (von links): Stellvertretender Musikzugführer Rolf Mild, Heinrich Dörrie, Vereinswirtin Doris Scharn, Ortsbürgermeisterin Christine Teichert, Frank Kopietz und Musikzugführer Olaf Böhm.

Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Mechtshausen hat sich nach 80 Jahren aufgelöst / Ehrungen

Im Wilhelm-Busch-Dorf musste am Freitag vergangener Woche ein langes Kapitel im regen Vereinsleben zugeschlagen werden. Leider, muss man wohl sagen. Fast 80 Jahre nach seiner Gründung hat sich der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Mechtshausen aufgelöst. Damit wurde dem schon seit Längerem herrschenden Personalmangel Tribut gezollt.
Zur letzten Jahreshauptversammlung waren 26 aktive und passive Mitglieder sowie einige Gäste ins Gasthaus Scharn geeilt. Zu Beginn konnte Musikzugführer Olaf Böhm neben Ortsbürgermeisterin Christine Teichert, ihrem Stellvertreter Reinhard Rubbel, dem Kreisstabsführer Steffen Klenner, Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke und dem Leiter des Fachbereichs Ordnung bei der Stadt Seesen, Uwe Zimmermann, auch einige Aktive der Ortsfeuerwehr mit Ortsbrandmeister Markus Schlüter und Ehrenortsbrandmeister Gerald Schlüter an der Spitze sowie die anwesenden aktiven und passiven Mitglieder des Musikzuges begrüßen.
Das Protokoll der letztjährigen JHV wurde von Schriftführer Rolf Mild verlesen und von der Versammlung genehmigt. Anschließend erinnerte Musikzugführer Olaf Böhm in seinem Bericht daran, dass das Ende des Musikzuges sich schon früher abgezeichnet habe und die Hoffnungen, die in das Hoffest am 27. und 28. Juni vergangenen Jahres bei der Gastwirtschaft Scharn gesetzt worden waren, sich nicht erfüllt hätten. Böhm dankte allen, die den Musikzug dabei in vielfältiger Weise unterstützt hatten, so der Gastwirtin Doris Scharn und ihrer Mannschaft, der AWO, der Feuerwehr Rhüden, dem TSV Rhüden, dem TSV Mechtshausen und auch einigen privaten Helfern. Das „Maiwecken“, so der Vorsitzende, habe nur Dank des Einsatzes der Familie von Kreisstabsführer Steffen Klenner aus Langelsheim durchgeführt werden können. Mit Unterstützung der Rhüdener Kameraden sei man auch beim Gartenfest des Fördervereins „Wilhelm-Busch-Haus“ aufgetreten.
Der Kassenbericht wurde wie gewohnt von Olaf Böhm in seiner weiteren Funktion als Kassenführer detailliert vorgetragen. Die beiden Kassenprüfer Karl-Heinz Müller und Richard Giesecke bescheinigten dem Kassierer eine einwandfreie Kassenführung. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde dem Kassierer und dem Vorstand Entlastung erteilt.
Die anschließenden Ehrungen nahm der stellvertretende Musikzugführer Rolf Mild vor. Zu ehren waren für langjährige aktive und passive Mitgliedschaft im Musikzug: Frank Kopietz (40 Jahre), Olaf Böhm (40 Jahre), Heinrich Dörrie (50 Jahre) und Waldemar Harenberg (70 Jahre). Bei allen Jubilaren ging Mild kurz auf deren Aktivitäten ein und dankte ihnen für die langjährige Treue. Außerdem konnte er noch eine besondere Ehrung vornehmen. Seit der Gründung des Musikzuges Mechtshausen im Jahre 1936 war das Vereinslokal immer die Gastwirtschaft Scharn, ehemals „Beyes“. Darum dankte Rolf Mild insbesondere der derzeitigen Inhaberin Doris Scharn für die stets gewährte Unterstützung und hervorragende Bewirtung. Alle Geehrten erhielten Urkunden.
Der traurige, aber nicht mehr abzuwendende Hauptpunkt der Versammlung war zweifellos die Auflösung des Musikzuges. Mangels aktiver Musiker lässt sich der Spielbetrieb nicht mehr aufrechterhalten. Hier gab es naturgemäß unterschiedliche Auffassungen und somit eine sehr rege und zum Teil auch emotional geführte Diskussion. Schließlich wurde mehrheitlich bei 13-Ja, sechs Neinstimmen und einer Enthaltung für die Auflösung des Musikzuges gestimmt.
Unter dem Punkt „Grußworte der Gäste“ waren überwiegend bedrückte Töne zu hören, die in dem Tenor endeten, dass eine überwiegend schöne Zeit nun leider zu Ende wäre. Mit einem gemeinsamen Essen fand die allerletzte Jahreshauptversammlung des Musikzuges Mechtshausen ihren Abschluss.