Kulturförderung vor allem in der Fläche wichtig

Hildegard Reinecke (rechts), berichtete aus der Arbeit des Förderkreis des Wilhelm-Busch-Hauses.
 
Hildegard Reinecke (rechts), berichtete aus der Arbeit des Förderkreis des Wilhelm-Busch-Hauses.

Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka spricht auf Einladung des CDU-Stadtverbandes im Wilhelm-Busch-Haus

Mit Prof. Dr. Johanna Wanka war am vergangenen Dienstagabend die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur zu Gast im Wilhelm-Busch-Haus in Mechtshausen. Das Thema des Abends lautete „Kulturerbe bewahren und Museen fördern“.
Während der rund einstündigen Veranstaltung, zu der der CDU-Stadtverband eingeladen hatte, sprach sich die Ministerin deutlich für den Erhalt der „Kultur in der Fläche“ aus. Diese bedeute nämlich vor allem eines: Lebensqualität. Natürlich, so Wanka, würde Kultur eher in Ballungsräumen wie in Hannover, Osnabrück oder Braunschweig gefördert, aber auch kleine Dörfer wie Mechtshausen können durchaus in den Genuss von Fördermitteln kommen. Das vor allem auch vor dem Hintergrund, dass kulturelle Angebote die Integration von älteren Menschen sehr gut ermögliche.
Wanka selbst berichtete davon, dass sie in einem 120-Seelen-Örtchen groß geworden sei und daher sehr genau wisse, mit welchen Problemen kleine Dörfer zu kämpfen haben. Der demografische Wandel habe mittlerweile dazu geführt, dass die Menschen auf den kleinen Dörfern im Durchschnitt immer älter werden. Die Kulturförderung sei daher besonders wichtig, sie würde hier insbesondere dazu beitragen, diese Menschen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen.

Fördermittel für das Wilhelm-Busch-Haus?

Die Landesregierung habe, so berichtete die Ministerin im weiteren, einen Fördertopf für kleine Museen aufgelegt. Davon hat im vergangenen Jahr beispielsweise das Goslarer Zinnfigurenmuseum profitiert, das mit einer Fördersumme von 46.000 Euro bedacht wurde, auch das Heimat- und Skimuseum in Braunlage erhalte 20.000 Euro an Fördermitteln, wie CDU-Abgeordneter Rudolf Götz an diesem Abend zu berichten wusste. Man gehe davon aus, dass dieses Förderprogramm auch in 2014 aufgelegt wird. Und davon könnte dann auch das Wilhelm-Busch-Haus in Mechtshausen profitieren.
Diese Fördermittel dienen aber primär nicht der Sanierung der Museen, sondern höchstens für den angestrebten Anbau mit Cafeteria. Aber eben genau eine solche Sanierung ist in Mechtshausen dringend notwendig, schließlich muss die Stirnseite des sich im Besitz der Kirche befindlichen Gebäudes dringend restauriert werden. 
Dass man sich in Deutschland durchaus in einer besonderen Situation befände, was die Förderung von Kultur angehe, machte Johanna Wanka an einem Beispiel deutlich. In Deutschland stelle der Staat insgesamt 90 Prozent der Mittel für die Kultur zur Verfügung, zehn Prozent stammen von privaten Förderern. In anderen Ländern beispielsweise in den USA oder auch im Kul­turland Italien sei dieses Verhältnis genau andersherum verteilt.
Was in diese Rechnung allerdings nicht einfließe, wäre das hohe Maß an ehrenamtlichen Engagement, dass in Deutschland vor allen in den Bundesländern Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am stärksten ausgeprägt ist – und hier vor allem wiederum im ländlichen Raum. „Ohne dieses Ehrenamt kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren“, so Wanka. Und damit war sie direkt angekommen beim Förderkreis für das Wilhelm-Busch-Haus angekommen,
Für diesen sprach die Vorsitzende Hildegard Reinecke. Sie berichtete, dass man zwar mit dem Pfund „Wilhelm Busch“ wuchern könne, aber zeitgleich auch neue Wege gehen müsse, um das Haus mit Leben zu erfüllen.
Sie sprach da vor allem die Lesekreise, die kulinarisch-kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten wie den im vergangenen Jahr durchgeführten Maskenbau an. Sie berichtete auch darüber, dass dem Förderkreis die Sanierung unter den Nägeln brennen würde. Für die Sanierung des Wilhelm-Busch-Hause sind nach aktuellen Berechnungen eines Architektenbüros 243.000 Euro vonnöten, für den Erweiterungsanbau wären 132.000 Euro fällig. Insgesamt also ein durchaus stolzer Betrag von 375.000 Euro.
Wie Rudolf Götz erklärte, wolle die CDU sich dafür einsetzen, Mittel beim Staaatsministerium für Kultur und Medien unter Vorsitz von Bernd Neumann zu beantragen, um den Erhalt des Wilhelm-Busch-Hauses dauerhaft zu sichern.