Rote Nasen auf den Bänken der St.-Nikolai-Kirche

Pantomimisches Theater in der St.-Nikolai-Kirche.

25-jähriges Bestehen des Bilderhäuser Dorftheaters zum Anlass für besonderen Gottesdienst genommen

Wenn alle Besucher die Kirche lächelnd mit einer Clownsnase im Gesicht verlassen, kann man schon vermuten, dass es sich um einen besonderen Gottesdienst gehandelt hat.
In der Tat erlebten die Besucher der St.-Nikolai-Kirche in Mechtshausen eine sonntägliche Veranstaltung, die nicht nach dem gewohnten Schema ablief: So gab es pantomimisches Theater, bei dem das Publikum eingebunden wurde, neben Orgelmusik jazzige Klänge eines Saxophonquintetts und anstelle einer Predigt eine Gesprächscollage.
Anlass für diesen Theatergottesdienst war das 25-jährige Bestehen des „Bilderhäuser Dorftheaters“, dessen Mitglieder neben Pastor Thorsten Wünsche auch als Hauptakteure an diesem Morgen fungierten. Zentrales Thema war deshalb auch die Übernahme von Rollen – auf der Bühne und im Leben.
Es ging um gesellschaftliche Rollen, die Freiheit, Rollen zu verlassen, und um Rollenklischees und daraus resultierende Vorurteile. So mischten sich in diesem Gottesdienst ernste Gedanken mit beschwingten Klängen des Saxophonquintetts und nach Fürbittengespräch und Segen gab es für jeden Besucher als Symbol für Lebensfreude eine Clownsnase.
Das Saxophonquintett mit dem ungewöhnlichen Namen „Elke auf dem Holzweg“ wurde mit viel Applaus bedacht und gab am Schluss noch eine Zugabe.
Die Spieler des Bilderhäuser Dorftheaters übergaben den Vorständen der Kirchengemeinden Mechtshausen und Bilderlahe Spenden über jeweils 1000 Euro für die Res­taurierungen der Orgeln und ein Vertreter der benachbarten Schildberger Theatergruppe aus Bornhausen überbrachte Grüße samt einem „Flachgeschenk“.
Die Kollekte der Veranstaltung ist für einen Verein bestimmt, dem Amateur-Clowns angehören, die in Krankenhäusern in und um Hannover Patienten zum Lachen bringen.
Die rot-benasten Gottesdienstbesucher trafen sich anschließend zu einem Empfang in der Pfarrscheune und ließen bei einem Imbiss 25 Jahre Theatergeschichte Revue passieren.