Zehn Hornissenbrutkästen im Heber installiert

Die Jugendgruppe des Harzklubs Mechtshausen/Rhüden

Jugendgruppe des Harzklub-Zweigverein installiert zehn Brutkästen – sechs davon werden angenommen

Der Harzklub-Zweigverein Mechtshausen/Rhüden zählt mit zu den erfolgreichsten Zweigvereinen im Hinblick auf seine Naturschutzaktivitäten. Dreimal wurde der Verein mit dem Naturschutzpreis des Harzklubs ausgezeichnet, einmal wurde der niedersächsische Umweltschutzpreis verliehen.
Zu den erfolgreichsten Aktivitäten im Naturschutzbereich zählen die seit 1975 begonnenen Aktionen in der Nistkastenaufhängung. Eine statistische Erfassung wurde erst ab 1991 begonnen und danach jährlich fortgeschrieben.
Das Aufhängen, Reinigen und Pflegen von Nistkästen für Nieschen und Höhlenbrüter ist im Bereich Naturschutz eines der Hauptbetätigungsfelder des Zweigvereins. Die Anzahl der Nistkästen ist im Jahr 1999 von 300 auf 320 Nistkästen im Jahr 2000 angestiegen. Bis heute ist die Anzahl derer unverändert. Es gibt viele Varianten mit unterschiedlichen Fluglochgrößen, Baumläuferhöhlen und Fledermaushöhlen.
Ein besonderes und nie erwartetes Ergebnis wurde dem Harzklub im Herbst 2011 zuteil. Im Frühjahr 2011 wurden von der Kinder und Jugendgruppe unter Anleitung desNaturschutzwartes nach Vorlagen der Nabu zehn Hornissenbrutkästen angefertigt und im Heber installiert.
Sage und schreibe sechs Kästen wurden von unterschiedlich starken Völkern der unter Naturschutz stehenden Hornissen angenommen. Die vom Umweltamt Goslar geförderte Maßnahme hat sich also gelohnt. Vor Ort wurden die jugendlichen Erbauer vom Erfolg ihrer Arbeit unterrichtet und über Lebens- und Verhaltensweisen der schönen und nützlichen Tiere aufgeklärt.
Die Pflege der Nistkästen besteht neben dem jährlichen Entfernen der alten Nester und aus der Reinigung. Auch die Reparatur oder Erneuerung von beschädigten Nistkästen, sowie der Ersatz unbrauchbarer Vorderwände sind erforderlich. Die alten Nester müssen entfernt werden, da die Vögel jedes Jahr ihre Nester neu bauen und natürlich auch, um die Höhlen für das neue Brutjahr keimfrei zu machen.
Bei Zweifach- oder Dreifachbelegung setzen die Vögel einfach neue Nester auf die bestehenden, sodass die Mehrfachbelegung eindeutig feststellbar ist. Zusätzlich zu ihrer Funktion als Bruthilfe, dienen die Nistkästen im Winter und Frühjahr als Schlafplatz und Rückzugsraum und dienen somit als Schutz vor Feinden.
Das Aufhängungsgebiet umfasst den gesamten Heber, also von Rhüden über Mechtshausen, Gremsheim bis nahe Lamspringe. Der Mindestabstand der einzelnen Kästen beträgt 100 Meter. Um die Futtersuche zu erleichtern, platzieren wir die Kästen an Waldrändern mit der Nähe zur Feldmark. Das Flugloch wird stets nach südöstlicher Richtung ausgerichtet.
Begonnen wurde 1975 mit dem Bau von Nistkästen aus Fichtenholz. Diese Holzart hat sich aber nicht bewährt, da sie sehr witterungsanfällig ist und daher keine lange Lebensdauer hat. Zudem gab es Schwierigkeiten bei der Reinigung durch Verzug der Eingangsklappen. Die Befestigung an Bäumen war nur mit Alunägeln oder Aluschrauben möglich. Zur Reinigung wurden Leitern benötigt. Diese stellen natürlich bei unwegsamen Bodenverhältnissen ein Risiko dar. Nach und nach wurden mit großem finanziellen Aufwand alle Holznistkästen durch Holzbetonkästen ersetzt, die auch nach 20 Jahren Dienstzeit alle voll funktionsbereit sind. Sie werden an vom Harzklub-Zweigverein Mechtshausen/Rhüden entwickelten Haken und speziellen Alustangen auf und abgehängt, ohne Einsatz von Leitern.
Für die jährliche Reinigung sind vier Arbeitsgruppen nötig. Neben der Reinigung und damit Feststellung der Bebrütung, werden aufgrund der charakteristischen Nestbauten die jeweiligen Vogelarten festgestellt. Vorwiegend sind es Meisenarten, die in den Kästen brüten, aber auch starke Kontingente von Kleibern, Feldsperlingen, Staren, Trauerschnäpper und sonstige Arten, die nicht sicher bestimmt werden können. Erstaunlich groß ist aber auch die Anzahl von anderen Tieren, wie Siebenschläfer, Haselmäuse, Eichhörnchen, Wildbienen, Wespen und sogar Hornissen, die die Nistkästen als geeignete Wohnung annehmen.
Wie aus der Übersichtsstatistik ersichtlich wird, werden zum Teil sensationelle Belegungszahlen erreicht. Über 20 Jahre erreichen wir so Ergebnisse, die im Durchschnitt bei 95 Prozent liegen. Rechnet man die doppelt, manchmal sogar dreifach bebrüteten Kästen hinzu, die immerhin im Durchschnitt bei 22 Prozent liegen, so könnte man von einem 100 Prozent Ergebnis reden.
Diese Spitzenergebnisse sind natürlich auch Ansporn für die Arbeitsgruppen. Bestätigen sie doch die Wichtigkeit und Notwendigkeit ihrer oft schweren und schwierigen Säuberungsarbeit. Es ist zugleich auch ein Beleg dafür, dass der Wohnungsbedarf der Vögel groß ist. Leider gehen dem Harzklub-Zweigverein jährlich ungefähr zehn Stück verloren, die dann mit Kostenaufwand von rund 250 Euro ersetzt werden müssen. Sicherlich werden einige Kästen heute in Vorgärten hängen und zumindest dort noch ihre Aufgabe erfüllen.