75 Jahre Friseursalon Henniges in Münchehof

Hans-Joachim Henniges (links) nimmt die Ehrenurkunde von Otto Schlieckmann dankend entgegen.
 
Hans-Joachim Henniges (links) gemeinsam mit seinem Team und Otto Schlieckmann (rechts).

Otto Schlieckmann überreicht Ehrenurkunde / Wie alles seinen Anfang nahm

Münchehof (hz). Am 1. Juli konnte Hans-Joachim Henniges, Inhaber des gleichnamigen Friseursalons in Münchehof, das 75-jährige Geschäftsjubiläum feiern. Aus diesem Anlass wurde der Betrieb von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Otto Schlieckmann, Hauptgeschäftsführer der Kammer, überreicht die Urkunde und sprach ein paar herzliche Worte. Und so fand alles seinen Anfang:
Als Vollwaise wuchs der Vater von Hans-Joachim Henniges, Erhard Henniges, bei seinen Großeltern auf. In Münchehof erlernte er das Friseurhandwerk, welches vornehmlich bei den Männern aus Rasieren und Haareschneiden bestand. Das Ondulieren, also das Einbringen von Locken in das Haar, war damals noch den Frauen überlassen. Als Geselle lernte Erhard Henniges seine zukünftige Frau Ilse kennen. Nach der Meisterprüfung eröffnete Erhard Henniges am 1. Juli 1936 einen Friseursalon in der Kirchberger Straße in Münchehof. Dieser bestand aus zwei Herren- und einem Damenbedienungsplatz.
Mit dem Krieg begann schließlich für die meisten Menschen eine Katastophe. Erhard Henniges verschlug es nach Russland. Nur mit großem Glück entkam er dem Kessel von Stalingrad. Nach den Kriegsjahren wurde der Friseursalon Henniges wiedereröffnet. Eines Tages klopfte das Glück an die Tür der Familie Henniges: Beim Lotto gewann man 900 Mark. Ein Vermögen zu der damaligen Zeit. Von diesem Geld wurde der erste auf dem Markt befindliche Dauerwellenapparat gekauft. Ein besonderes Ereignis, denn ab diesem Zeitpunkt konnten auch in Münchehof Dauerwellen angeboten werden.
Im Laufe der Zeit wurde der Salon zu klein, und Ilse und Erhard Henniges wagten 1954 den Schritt zu einem eigenen Haus. In diesem wurde auch ein großer Friseursalon eingerichtet – jetzt hatte man Platz. Der Herrenbereich hatte zwei Bedienungs- und zwei Warteplätze; im Damensalon standen drei Bedienungs- und zwei Warteplätze zur Verfügung.
Nachdem Tochter Jutta den Beruf der Friseurin erlernt hatte, trat 1958 auch Hans-Joachim in den Beruf ein. 1961 bestand er die Gesellenprüfung und sieben Jahre später schließlich die Meisterprüfung. Nachdem Hans-Joachim zwischenzeiltich in Braunschweig und Goslar als Damenfriseur tätig war, kehrte er 1964 zurück nach Münchehof. Hier heiratete er 1967 seine heutige Ehefrau Marita Henniges. Auch sie erlernte den Beruf und arbeitete gemeinsam mit Hans-Joachim und seinen Eltern sowie einem Lehrling in dem Friseursalon Henniges in Münchehof.
Der Kundenkreis wurde größer, zusätzliches Personal wurde eingestellt. Der Gewinn von Goldmedaillen bei deutschen Meisterschaften bestätigte die gute Arbeit der Familie. Und auch durch das Können von Kolleginnen, welches sie bei diversen Preisfrisieren in Braunschweig, Bremen, Hannover und München unter Beweis stellten, vergrößerte sich der Kundenkreis.
Bis zum heutigen Tage werden die Kundinnen und Kunden in dem Friseursalon Henniges von fachlich auf höchstem Niveau ausgebildeten Mitarbeiterinnen bedient. Darum werden sich Sibille Wägener, Petra Probst, Bianca Weiss, Dagmar Probst sowie Nina und Victoria Müller auch in Zukunft bemühen.
Mit dem Versprechen, dass dieses immer die Aufgabe des Betriebes bleibt, bedankt sich Hans-Joachim Henniges gemeinsam mit seinem Team ganz herzlich bei der Kundschaft.