Auch zweite Ferienaktion des Heimatvereins ist ein Erfolg

Werner Hachmeister stellt heimische Tiere vor.
 
Rainer Füllgrabe demonstriert professionelles Klettern in der alt-ehrwürdigen Eiche vor dem NFBz.

25 Kinder durchstreiften mit dem Förster i. R. Werner Hachmeister das Revier bei Münchehof

Nachdem erst kürzlich der Heimatverein Münchehof gemeinsam mit den FELS-Werken eine erfolg­rei­che Ferienpass-Aktion gestalten konnte, stand jetzt ein weiteres Angebot für Kinder ab neun Jahren auf dem Programm. Auch in diesem Jahr waren wieder 25 Kinder aus allen Stadtteilen der Einladung des Heimatvereins Münchehof zu dieser zweiten Ferienpass-Aktion gefolgt, die jetzt unter dem Motto „Mit dem Förster durchs Revier“ im Zusammenwirken mit den Münchehöfer Revierförstereien angeboten wurde. Die Organisatoren des Heimatvereins Münchehof – allen voran Vorsitzender Dieter Pöppe und Klaus Beermann – zeigten sich ob der guten Resonanz sehr erfreut. Der Dank galt einmal mehr Revierförster i. R. Werner Hachmeister, der es in Absprache mit den amtierenden Revierleitern auch in diesem Jahr übernommen hatte, die Kinder durch sein ehemaliges Revier zu führen sowie später Forstwirtschaftsmeister Michael Kollodzieynski mit seinem Team an Auszubildenden, der den Kindern viel über die prak­tischen Tätigkeiten im Wal­de vermittelte und ihnen gemeinsam mit seinem Team an Auszubildenden vorführte, wie ein riesiger Baum gefällt wird.
Nach der Begrüßung durch Dieter Pöppe und nach einem kleinen Einführungsvortrag durch Werner Hachmeister erlebten die Teilnehmer gleich zu Beginn der Exkursion eine ganz besondere Demonstration an der riesigen, wunderschönen Eiche vor dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz). Der Forstwirtschaftsmeister Rainer Füllgrabe zeigte in sehr eindrucksvoller Weise, wie ein solcher Baum professionell erklettert werden kann, um zum Beispiel trockene Äste aus einem sonst noch gesunden Baum zu entfernen oder aber um Bäume vor dem Fällen zu stutzen beziehungsweise um wichtiges Saatgut zu ernten. Sodann wurde Im Rahmen einer kleinen Wanderung zunächst der Eichenbestand am Brackelsberg angesteuert. Hier erläuterte Werner Hachmeister die Bedeutung von Tot­holz (Habitatholz) für die Kleintierwelt und ließ anschließend die Höhe, das Alter und den Umfang der dort befindlichen riesigen Weißtannen, die teilweise einen Umfang von 2,70 Meter aufweisen, taxieren. Die nächste Station war das vor einigen Jahren entstandene Fledermausquartier. Fledermäuse sind bekanntlich die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Die Kinder konnten erkennen, welche Beschaffenheit solche Quartiere bevorzugt aufweisen müssen und wie die Tiere den Winter überleben können. Anschließend zeigte Werner Hachmeister dann besondere Nussbäume, so zum Beispiel den Hickorybaum (nordamerikanischer Nussbaum) und bot die Möglichkeit, selbst Nüsse zu sammeln, wovon die Kinder dann auch reichlich Gebrauch machten. Beim Durchstreifen der Forst verstand es Werner Hachmeister erneut meisterlich, den Kindern vielerlei Informationen über den Wald zu vermitteln oder auch anhand einiger Beispiele Wildschäden zu zeigen, die den Förstern oft Sorgen bereiten beziehungsweise auf giftige und sehr gefährliche Pflanzen, wie zum Beispiel die Tollkirsche, aufmerksam zu machen.
Nachdem dann die Furt durch den Pandelbach durchschritten war, stieß die Gruppe auf eine kleine Ausbildungsrotte, bestehend aus dem Forstwirtschaftsmeister Michael Kollodzieynski als Ausbilder mit seinen drei Auszubildenden. Hier wurde den Kindern in beeindruckender Weise viel über Sicherheitsfragen und die richtige Schutzkleidung der Forstleute erzählt. Und dann wurde es erst richtig spannend. Vor den Augen der staunenden Kinder wurde dann durch das Team um Michael Kollodzieynski eine Fichte fachgerecht gefällt. Nachdem der Ruf durch den Wald verhallt war „Achtung! Baum fällt!“, konnten die Kinder an den Jahresringen des geschlagenen Baumes selbst das Alter und die zuvor geschätzte Länge des Baumes ermitteln.
Zum Abschluss dieser hochinteressanten Exkursion stellte Werner Hachmeister eine Vielzahl präparierter Tiere vor und gab Erläuterungen zu unterschiedlichen heimischen Tieren. Es versteht sich von selbst, dass die von den Heimatfreunden Bärbel und Alwin Karges, Willi Groß und Käthe Hachmeister aus Anlass dieser kleinen Jubiläumsaktion – der Verein beteiligt sich seit zehn Jahren ununterbrochen an den Ferienpass-Aktionen der Stadtjugendpflege – vorbereiteten Hot dogs und zünftigen Erfrischungen bei den Kindern als willkommene Abwechslung empfunden wurde. Eine insgesamt sehr erfolgreiche Unternehmung, die bei den Kindern auf großes Interesse stieß, fand so einen allseits erfreulichen Abschluss. Anlass genug für Dieter Pöppe, sich noch einmal ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit mit der Forst und bei Werner Hachmeister für seine professionelle und pädagogisch hervorragende Führung sowie bei seinen Mitgliedern für die unfangreiche Unterstützung zu bedanken.