Ausbildungsbeginn für echte „Draußen-Typen“

Die Auszubildenden des Forstamtes Seesen zusammen mit ihrem Ausbilder Forstwirtschaftsmeister Stephan Wahlert. Vorne knieend von links die beiden neuen Azubis Marc Flügge und Joschka Henne-Wellner. (Foto: Strache)
 
Dr. Fritz Griese, Forstamtsleiter Henning Geske und der neue Betriebsdezernent Michael Thätner. (Foto: Strache)

Zwei junge Männer werden seit Anfang August zum Forstwirt ausgebildet / Insgesamt sieben Auszubildende

Münchehof (mn.) Joschka Henne-Wellner und Marc Flügge sind neu im Niedersächsischen Forstamt Seesen. Die beiden haben am 1. August ihre Ausbildung zum Forstwirt begonnen. Gemeinsam mit fünf weiteren angehenden Forstwirten, die im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr sind, fahren Joschka und Marc in den Wald oder lernen in der Werkstatt die anspruchsvollen Aufgaben eines Forstwirtes kennen.
Neben guter Gesundheit und körperlicher Fitness müssen die angehenden Waldexperten in einem umfangreichen Auswahlverfahren auch ihre theoretischen und handwerklichen Fertigkeiten unter Beweis stellen.
Joschka ist mit der Arbeit im Wald schon in seiner Kindheit in Kontakt gekommen. Sein Vater ist Jäger und sein Großvater unterhält eine Weihnachtsbaumschonung. Arbeiten mit der Säge waren ihm also schon vor Ausbildungsbeginn nicht unbekannt. Zudem liebt er die Arbeit unter freiem Himmel. Bei Marc verhält es sich da ähnlich. Der 17-jährige Seesener war noch nie ein „Drinnen-Typ“. „Für mich war ziemlich schnell klar, dass ich eine Arbeit machen möchte, die körperliche Anstrengung erfordert. Ich bin eher ein „Draußen-Typ“.“
Eine Eigenschaft, die auch Stephan Wahlert, Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder beim Forstamt Seesen, als sehr wichtig einstuft. „Für uns ist es bei der Auswahl unserer Auszubildenden sehr wichtig, dass der Bezug zum Wald nicht als reines Lippenbekenntnis verstanden wird, sondern tatsächlich vorhanden ist. Jungs, die schon früher gerne durch den Wald gebutschert sind haben einen reellen Bezug zu der Natur“, sagt Wahlert.
Auch bei den anderen Auszubildenden, die schon seit längerem den Beruf lernen, ist der Bezug zur Natur und der Arbeit an der frischen Luft durch die familiäre Sozialisation geprägt. Die Eltern von Karsten Wegener beispielsweise betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb. Da hieß es schon früh für Karsten mit anzupacken. Im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums beim Forstamt hat es ihn dann endgültig gepackt. Auch Alexander Weiss wurde durch seine Familie mit der Arbeit eines Forstwirtes in Berührung gebracht. Sein Vater ist Forstwirtschaftsmeister und hat seinen Sohn schon im Alter von 12 Jahren mit in den Wald genommen. Seit seinem 15. Lebensjahr ist er regelmäßig im Wald aktiv. Niclas Ros hat ebenfalls früh festgestellt, dass die Arbeit in einem Büro nichts für ihn ist. „Ich habe mehrere Praktika gemacht. Dabei habe ich festgestellt, dass mich die Arbeit in geschlossenen Räumen auf Dauer verrückt machen würde. Draußen fühle ich mich besser“, beschreibt Niclas einen der Gründe seiner Berufswahl.
Die Ausbildung am Forstamt Seesen erfolgt in enger Kooperation mit dem Niedersächsichen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz), das ebenfalls seinen Sitz in Münchehof hat.
Zu den Aufgaben von Marc und Joschka wird künftig das Pflanzen neuer Wälder, sowie der Schutz und die Pflege gehören. Zu ihren Hauptaufgaben wird die Ernte des umweltfreundlichen, nachwachsenden Rohstoffes Holz gehören. Die Arbeit mit der Motorsäge ist dabei ein essentieller Bestandteil. Zudem führen Forstwirte Aufgaben des Naturschutzes durch, die immer mehr in den Fokus rücken. Dazu gehören Naturschutzarbeiten an Waldrändern, Gewässern und Biotopen. Die Weiterbildungsmöglichkeiten eines Forstwirtes sind dabei umfassend. So könnten Joschka und Marc, sowie die fünf anderen Auszubildenden, nach erfolgreichem Abschluss ihrer Lehre, Weiterbildungen zum Forstmaschinenführer, Forstwirtschaftsmeister oder Natur- und Landschaftspfleger absolvieren.
Natürlich müssen Marc und Joschka auch während ihrer Ausbildung im Forstamt Seesen weiterhin die Schulbank drücken. Der Berufsschulunterricht während der betrieblichen Ausbildungszeit wird als Blockunterricht in den Landesfachklassen für Forstwirte in Kooperation mit BBS Northeim im NFBz in Münchehof für sämtliche Auszubildende aus Niedersachsen durchgeführt.
Forstamtsleiter Henning Geske nutzte die Gelegenheit um einen weiteren Neuzugang beim Forstamt Seesen vorzustellen. Michael Thätner ist seit dem 1. Juli neuer Betriebsdezernent für die Jagd- und Betreuungsforsten. Thätner tritt damit die Nachfolge von Dr. Fritz Griese an, der zum Forstamt nach Liebenburg gewechselt ist.