Bauarbeiten dauern länger als geplant

Abstimmung über die weitere Vorgehensweise. Bei einem Baustellentermin beraten sich Ingenieur Albrecht-Joachim Heise (1. von links), stellvertretender Bauamtsleiter Torsten Klein (2. von links) mit Bauarbeitern und Erhard Schneider vom Nette Unterhaltungsverband (rechter Bildrand).

Schäden am Durchlass des Pandelbachs sind immens / Bauweise musste Umständen angepasst werden

Die Sanierung des Durchlasses am Pandelbach in Münchehof dauert länger als zunächst erwartet. Die Verantwortlichen der Stadt Seesen sind aber guter Dinge, dass die Arbeiten trotz größeren Aufwandes noch im Oktober abgeschlossen werden können.
Als Grund für die Verzögerungen gibt Seesens Bauamtsleiter Alexander Nickel Komplikationen an, die im Vorfeld noch nicht erkennbar waren. Zwar müsse man bei historischen Bauten immer mit Schwierigkeiten rechnen, dass die Schäden nun aber so groß sind, wäre vorher nicht zu erwarten gewesen. Nickels Stellvertreter Torsten Klein brachte es Mitte der Woche bei einem Baustellentermin vor Ort deshalb auch recht knapp auf den Punkt: „Der Durchlass ist schlicht baufällig.“
Die Schäden an dem historischen Bauwerk traten im Mai 2013 zu Tage, als in der Region ein heftiges Hochwasser wütete. Durch die Wassermassen wurde der Durchlass am Pandelbach im Bereich der Kreuzung Kastanienstraße / Am Unteren Pandelbach / Am Sweenhof erheblich beschädigt. In der Folge musste dieser Bereich teilweise für den Autoverkehr gesperrt werden.
Im Zuge einer umfassenden Sanierung und statischen Ertüchtigung des Bauwerks werden diese Schäden nun behoben. Den Baubeginn legte die Stadt mit Blick auf den täglichen Schulverkehr bewusst auf den Beginn der Sommerferien Ende des Monats Juli. Seither ist der Kreuzungsbereich vollständig für den Verkehr gesperrt. Auch Fußgänger und Radfahrer finden, sofern sie sich an die Regeln halten, kein Durchkommen.
Erst nach Beginn der ersten Schritte, nach Abtrag des Asphaltbelages vom Gewölbe und dem Aushub der Baugrube am westlichen Ende des Bauwerks, kam der gesamte Schadensumfang zum Vorschein. „Aufgrund der erheblichen Schäden mussten wir das Bauverfahren modifizieren“, so Nickel, weshalb der zunächst avisierte Fertigstellungstermin nun nicht mehr eingehalten werden kann.
Anstelle einer vollständigen Sanierung des vorhandenen Gewölbes musste nun das gesamte Oberteil entfernt werden. An dessen Stelle wird nun eine komplett neue Stahlbetondecke als tragendes Element auf die vorhandenen, und gut vorhandenen Widerlager aufgebracht. „Die vorgefundenen Widerlager sind massive Mauern, die halten auch noch weitere 60 bis 80 Jahre“, ist sich Bauexperte Klein sicher.
Im Flussbett werden zusätzlich die sogenannten Staustufen erneuert, die ein Wegschwemmen des am Boden aufgebrachten Kies verhindern sollen. „Dies ist wichtig, damit das Flussbett nicht weggespült werden kann und dann die Mauern unterspült werden“, erklärt Ingenieur Albrecht-Joachim Heise, der im Auftrag des Ingenieurbüros Bothe aus Salzgitter die Baustelle überwacht.
Während der Bauarbeiten erfolgen auch stets eine detaillierte Abstimmung mit dem Nette Unterhaltungsverband, der für die Gewässerunterhaltung des Pandelbachs zuständig ist, und deshalb auch bei Baumaßnahmen stets einbezogen werden muss. „Die Zusammenarbeit mit Erhard Schneider vom Unterhaltungsverband klappt reibungslos“, sagt Torsten Klein.
Verkehrsteilnehmer müssen deshalb noch weiter mit Behinderungen rechnen. Die Zufahrt zur Grundschule Münchehof erfolgt weiterhin ausschließlich von Osten her über die Straße „Am Sweenhof“. Der Busverkehr wird entsprechend umgeleitet. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 270.000 Euro.