Eine 380 Millionen Jahre alte Geschichte

Der Winterberg – Ziel der Exkursion. (Foto: Walter/Pöppe)
 
Matthias Lenz (2. von links) gibt interessante Erläuterungen. (Foto: Walter/Pöppe)

Beim Heimatverein Münchehof stand jetzt eine Exkursion in den Winterberg auf dem Programm

Nachdem die Exkursionen für Kinder und Jugendliche im Rahmen der alljährlich stattfindenden Ferienpassaktion seit vielen Jahren sehr erfolgreich durchgeführt wurden, stand jetzt auf vielfachen Wunsch ein solcher Ausflug in den Steinbruch der FELS-Werke, den Winterberg, für Erwachsene auf dem Programm des Heimatvereins Münchehof.

Ziel solcher Veranstaltungen ist es, den Interessenten an Ort und Stelle viel über die geologischen Zusammenhänge und den Abbau sowie die Verwendung des Kalksteins am Winterberg zu vermitteln. Kein Wunder also, dass diese erste Exkursion für Erwachsene bei vielen Mitgliedern und Freunden des Heimatvereins auf reges Interesse stieß. Gleich vier Kleinbusse musste der rührige Verein organisieren, um das Vorhaben verwirklichen zu können.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Heimatvereins, Dieter Pöppe, ließ es sich der langjährige, sehr erfahrene Mitarbeiter der Fels-Werke, Matthias Lenz, der auch diesmal auf die Unterstützung seines Kollegen Jörg Knackstedt bauen durfte, nicht nehmen, bereits an Ort und Stelle vor der Kulisse des riesigen Steinbruchs in unmittelbarer Nähe der sehr beeindruckenden Brecheranlage die Teilnehmer willkommen zu heißen und ihnen viel über die Entstehung des Winterberges, über die Kalkgewinnung und -verarbeitung sowie über die Verwendung von Kalk im täglichen Leben zu erzählen.
Der Winterberg entstand – und auch darauf ging Matthias Lenz selbstverständlich sehr ausführlich ein – vor rund 380 Millionen Jahren, also in dem erdgeschichtlichen Zeitalter, das man das Devon nennt. Dieses riesige Kalkmassiv, das als Atollriff durch kleine Korallentierchen, Algen und andere Lebewesen aufgebaut und gebildet wurde, gilt in der heutigen Zeit sicher als einer der größten Steinbrüche des Westharzes.
Sehr ausführlich schilderte Matthias Lenz anfänglich sehr fachkundig, wie Sprenglöcher gebohrt und haushohe Wände gesprengt werden und wie dann der Transport des Materials mit den riesigen Schwerkraftfahrzeugen, die durchweg rund 100 Tonnen Material aufnehmen können, zur Brecheranlage erfolgt, wobei die Teilnehmer Gelegenheit hatten, die fast ungeheuerlich wirkenden Schwerkraftfahrzeuge, die an diesem Tage in Reih und Glied aufgestellt waren, zu bestaunen.
Nach diesen Aufsehen erregenden Eindrücken war dann die Gelegenheit gegeben, in verschiedenen Abbaugebieten selbst Mineralien aus der Entstehungszeit zu sammeln. Ausgerüstet mit kleinen Hämmerchen und Meißeln und motiviert durch die fachkundigen Informationen von Matthias Lenz und Jörg Knackstedt machten sich viele Teilnehmer der Exkursion mit Begeisterung ans Werk. Die meisten von ihnen wurden natürlich auch bald fündig und konnten nicht ohne Stolz ihre selbst gesammelten oft mit Fossilien besetzten Steine präsentieren.
Nach Abschluss dieser Exkursion ging es dann bei immer noch relativ schönem Wetter zur Freizeitanlage im Pandelbachtal.
Hier hatten fleißige Helfer des Vereins Gegrilltes und einen zünftigen Umtrunk vorbereitet. Es versteht sich von selbst, dass dieser sehr interessante Tag so einen willkommenen Abschluss fand.
Und selbstverständlich nutzte der Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter Pöppe, gern noch einmal die Gelegenheit, Matthias Lenz und Jörg Knackstadt für die sehr professionelle Führung und den FELS-Werken für die erneute Gastfreundschaft zu danken. Sein Dank galt aber auch seinen tüchtigen Helfern, sowie der Feuerwehr Kirchberg und den Fels-Werken für die Bereitstellung der Kleinbusse.