Eine Reise 380 Millionen Jahre zurück

Die Ferienpasskinder am riesigen Lader hier mit Jörg Knackstedt (links) und Frank Horenburg. (Foto: Pöppe)

Heimatverein Münchehof und Fels-Werke mit Ferienpasskindern auf Exkursion im Winterberg

Seit 13 Jahren beteiligt sich der Heimatverein Münchehof e.V. nun schon mit verschiedenen Angeboten an den Ferienpass-Aktionen der Stadtjugendpflege. So auch in dieser Saison. Jetzt stand wiederum ein besonders interessantes Angebot auf dem Programm, das bereits kurz nach Beginn der Meldefristen komplett ausgebucht war.

Diesmal waren die Erforschung des Winterberges und ein Kurzbesuch bei den FELS-Werken in Münchehof angesagt.
Nach der freundlichen Begrüßung durch den Vorsitzenden des Heimatvereins, Dieter Pöppe, der gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Werner Hachmeister auch im weiteren Verlauf als Betreuer für die beteiligten Kinder zur Verfügung stand, ließ es sich der langjährige, sehr erfahrene Produktionsleiter des Tagebaus Winterberg, Frank Horenburg, der diesmal auf die Unterstützung seines Kollegen Jörg Knackstedt bauen durfte, nicht nehmen, die Kinder willkommen zu heißen und ihnen schon während der Anfahrt zum Steinbruch viel über die Kalkgewinnung und -verarbeitung sowie über die Verwendung von Kalk im täglichen Leben zu erzählen. An Ort und Stelle berichtete er, dass hier vor rund 380 Millionen Jahren, also in dem erdgeschichtlichen Zeitalter, das man das Devon nennt, ein riesiges Kalkmassiv, das als Atollriff durch kleine Korallentierchen, Algen und anderen Lebewesen aufgebaut und gebildet wurde, entstand.
In dem wohl größten Steinbruch des Westharzes wurde dann den interessierten Kindern vermittelt, wie Sprenglöcher gebohrt und haushohe Wände gesprengt werden und wie dann der Transport des Materials mit den riesigen Schwerkraftfahrzeugen, die durchweg rund 100 Tonnen Material aufnehmen können, zur Brecheranlage erfolgt. Nach diesen spannenden Eindrücken, die die Kinder ins Staunen versetzte, hatten diese Gelegenheit, die riesigen Schwerkraftfahrzeuge und Lader aus der Nähe zu betrachten.
Nach einer kurzen Weiterfahrt durch die verschiedenen Ebenen des Steinbruchs, wurden alle Teilnehmer zunächst mit Schutzhelmen und Schutzbrillen ausgestattet, um dann in den Abbaugebieten selbst Mineralien aus der Entstehungszeit zu sammeln. Ausgerüstet mit kleinen Hämmerchen und Meißeln machten sich die Kinder mit Begeisterung ans Werk. Alle wurden natürlich auch fündig und waren stolz, ihre selbst gesammelten besonderen oft mit Fossilien besetzten Steine nach Hause tragen zu können. Und so wurde eine Brücke in eine Zeit geschlagen, als sich das Leben auf unserem Planeten zu entwickeln begann.
Zum Abschluss wurde an einer idyllisch gelegenen Stelle des Steinbruchs eine Pause eingelegt, die die Jungen und Mädchen gern für eine Stärkung bei Cola und Fanta nutzten und die ihnen Gelegenheit bot, aufgetretene Fragen von Frank Horenburg umfassend beantworten zu lassen. Die Rückfahrt zum Ausgangsort erfolgte dann entlang des Förderbandes und über das Gelände der Felswerke in Münchehof mit gezielten Erläuterungen über die Produktionsstätten mit den riesigen Hochöfen und Informationen über den alles beherrschenden Leitstand, bei dem alle Fäden der Produktion zusammenlaufen.
Ausgestattet mit ihren selbst gesammelten Erinnerungssteinen wurden die Kinder dann wieder der Obhut ihrer Eltern überlassen. Klar, dass am Ende alle Teilnehmer begeistert waren und Dieter Pöppe gern die Gelegenheit nutzte, Frank Horenburg und Jörg Knackstadt für die sehr professionelle Führung und natürlich auch der Werkleitung für die erneute Gastfreundschaft zu danken.