Ersatzbeschaffung fürs LF8 „auf den Weg gebracht“
Münchehofs Ortsbrandmeister Karl Rieke erhofft sich „Absegnung durch den Stadtrat“ / Berichte, Ehrungen und Beförderungen
Von Gerd Jung, Münchehof
Zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Münchehof konnte Ortsbrandmeister Karl Rieke neben den Ehrenmitgliedern Ernst Brünig, Wilhelm Reinecke, Rudolf Püster, Willi Clusmann, Willi Metje, Helmut Beyer, Rolf Brünig, Martin Henze und Friedrich-Wilhelm Voß sowie den aktiven und passiven Mitstreitern auch zahlreiche Gäste willkommen heißen. So gaben sich unter anderem der 1. Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Seesen, Jürgen Ebert, Ortsbürgermeister Joachim Pedroß, Feuerschutzausschussvorsitzender Norbert Stephan, DRK-Ortsvereinsvorsitzender Karl-Heinz Eine, der Stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Hoppstock, Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke, dessen Stellverter, Klaus Kiehne, und den Leiter des Polizeikommissariats Seesen, Helmut Fischer, ein Stelldichein.
Nach den üblichen Regularien hatten Schriftführer Christopher Rohlfs und Ortsbrandmeister Karl Rieke das Wort – und ließen die Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren.
Ende Dezember 2011, dies zur Statistik, zählte die Freiwillige Feuerwehr Münchehof 238 Mitglieder – 42 aktive (darunter vier Frauen), sieben in der Altersabteilung und 18 (acht Mädchen, zehn Jungen).
2011, dies ging aus den Ausführungen der beiden Funktionsträger hervor, konnten vier Lehrgänge belegt werden, und die Absolventen kehrten mit Erfolg an den Pandelbach zurück.
In den verflossenen zwölf Monaten schlugen drei Brandeinsätze (Großfeuer), neun technische Hilfeleistungen und eine Brandwache zu Buche. Die beteiligten „Blauröcke“ waren dabei insgesamt 336 Stunden im Einsatz. Dazu kamen noch die Ausbildungs- und Übungsstunden sowie die Kommandositzungen auf Orts- und Stadtebene. Damit erreichte die Freiwillige Feuerwehr Münchehof ein Gesamtstundenkonto von 3634,50 Stunden bei 106 Diensten. Darin sind die Lehrgänge und die zeitliche Aufwendung für die Jugendwehr noch nicht enthalten.
Das Feuerwehrjahr 2011 begann mit einer Brandsicherheitswache in der evangelischen Kirche Münchehof und nahm mit dem Besuch des Neujahrsempfangs der Stadt Seesen seine Fortsetzung. Am 9. Januar rückte die Wehr zu einer technischen Hilfeleistung aus. Grund: Nach starkem Regen führten die Bäche reichlich Wasser, was dazu führte, dass sich immer wieder Unrat und Gestrüpp vor den Durchlässen sammelte und den Abfluss behinderte.
Am 18. Januar waren Schüler der Grundschule Münchehof bei der Feuerwehr zu Besuch und löcherten die „Blauröcke“ mit vielen Fragen, die von den Funktionsträgern geduldig bewantwortet wurden.
Ein Feuer auf dem Kalkwerks-Gelände rief die Wehr am 31. Januar auf den Plan; und zwar brannte ein Förderband im Bereich der Ofengruppe 1. Gleich im Anschluss an die Löscharbeiten mussten die 88er Kräfte auf dem Areal des Kalkwerks eine Ölspur aufnehmen: Bei einem Lastzug war der Motor geplatzt.
Der Februar verlief relativ ruhig, und im März fiel wieder eine Hilfeleistung an: Wiederum galt es, eine Ölspur zu beseitigen. Der Verursacher konnte ermittelt werden.
Im April stand ein Empfang beim Bezirksbrandmeister a. D., Otmar Niemann, auf dem Programm, wurde das neue Fahrzeug der Wehr Bad Grund in Augenschein genommen, sperrte die Wehr Münchehof in Seesen im Schulterschluss mit den anderen zehn Ortsfeuerwehren Straßenzüge und Kreuzungen ab, um den ersten Seesener „Dosenlauf“ zu gewährleisten. Schließlich führten der Ehrenortsbrandmeister und der Ortsbrandmeister für die Belegschaft der Felswerke eine Brandschutzunterweisung durch, und zudem übernahmen die Aktiven die Bewirtung beim Tag der offenen Tür des Infozentrums Fermacell/Xella auf den Winterberg.
Im Wonnemonat Mai wurde das 25-jährige Jubiläum der Jugendfeuwehr gefeiert; die dreitägige Party fand im Rahmen des Dorfgemeinschaftsfestes statt. Darüber hinaus nahm man am Dorfpokalschießen teil.
Im Juni fuhr eine Wehr-Abordnung zur Vorstellung der neu angeschafften Sandsackfüllmaschine nach Rhüden, mischte beim Schlauchbootrennen der Reservisten in Seesen mit, entsorgten einen großen Ast, der nach einem Gewitter von einem Baum auf die Kastanienstraße gefallen war und besuchten das 30-jährige Jubiläum der Jugendwehr Windhausen.
Auch der Juli war nicht langweilig. Er bescherte eine Übung in Herrhausen, die Entsorgung eines auf die B 242 gestürzten Baumes, die „Umsiedlung“ eines Wespenvolkes und die Beteiligung an einer Personensuche im Bereich Griesebachtal/ Kalkwäsche.
Im August unterstützte die Wehr Münchehof die Wehren der SG Bad Grund bei einem Feuer in Oberhütte, wirkten im September bei einer Übung auf dem Areal der Felswerke mit und stellten bei einem Probelauf des Unterkreises 5 in Kirchberg ihr Können unter Beweis.
Übung macht den Meister. Das galt auch für die „Menschenrettung“ bei einem „Brand“ am 11. Oktober in den Asklepios Kliniken Schildautal.
Die restlichen Wochen des Jahres waren nochmals arbeitsreich: Da wurden die Hydranten in Münchehof winterfest gemacht, rückte man zu einem Brandeinsatz nach Seesen (Bollergasse) aus und sicherte den Laternmzug des Kindergartes von der evangelischen Kirche bis zur Betreuungsstätte ab.
Ortsbrandmeister Rieke ließ freilich auch die Beteiligung am Münchehöfer Weihnachtsmarkt und am „Lebendigen Adventskalender“ nicht unerwähnt. Letztlich verwies der Chef des Ortskommandos auf die 2011 fünf durchgeführten Altpapiersammlungen, die 23 Tonnen zeitigten.
Die Feuerwehr Münchehof werde als eine der wenigen Feuerwehren im Stadtgebiet, die ihren Dienst wöchentlich versehen, die Ausbildung noch intensivieren, um den vielfältigen Herausforderungen Rechnung tragen zu können.
Zur geplanten Ersatzbeschaffung des LF8, merkte Rieke an, dass es nach einigen Irritationen vor der letzten Verwaltungsausschusssitzung Bürgermeister Erik Homann, Fachbereichsleiter II Uwe Zimmer und Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke gelungen sei, die Weichen für den Nachfolger, ein LF10, zu stellen. Die Beschaffung müsse nun noch von der Politik, also vom Stadtrat, abgesegnet werden. Rieke: „Darum mein Appell an den Rat der Stadt Seesen, der Vorlage ‘Ersatzbeschaffung (Verpflichtungsermächtigung in zwei Stufen) des LF8‘ für die Feuerwehr Münchehof zuzustimmen, damit das neue Konzept des Stadtkommandos auch greifen kann.“.
Nach weiteren Berichten des Jugendfeuwehrwartes (Bericht folgt, die Red.), des Atemschutzbeauftragten und des Kassenwartes – die Revisoren bescheinigten ihm eine einwandfreie Buchhaltung – standen Neuwahlen auf der Tagesordnung.
Es gab folgende Personalentscheidungen: Gruppenführer 2 Gruppe: Dieter Pöppe, Kassenführer: Ulrich Polom, Atemschutzgerätewart: Dirk Eicke, Gerätewart: Dirk Degenhardt, Stellvertretender Jugendfeuerwehrwart: Sandor Nutsch, Zeugwart: Steffen Carl.
Im weiteren Verlauf der JHV wurde Friedel Holzenleuchter zum „Feuerwehrmann des Jahres 2011“ gekürt. Ferner konnten Hauptlöschmeister Eckhard Pöppe und I. Hauptfeuerwehrmann Werner Hirschfeld für 40 Jahre aktiven Dienst das Niedersächsische Ehrenzeichen in Empfang nehmen.
Schließlich wurden Sven Holzenleuchter zum Feuerwehrmann, Cevin Zisser zum Feuerwehrmann, Kai-Moritz Markgräfe zum Hauptfeuerwehrmann und Dirk Eicke zum Oberlöschmeister befördert.
Übrigens: Robert Brünig, Angelo Erbes, Christoph Nutsch und Dominik Oelze stehen jetzt der aktiven Wehr zur Verfügung. Der Stellvertretende Ortsbrandmeister, Jens Nolte, stellte die Ex-Mitstreiter der Jugendwehr vor.
Alle Gäste würdigten in ihren Grußworten das uneigennützige Engagement, das die Wehr Münchehof bei Ernsteinsätzen und beim Einbringen in die dörfliche Gemeinschaft auch 2011 an den Tag gelegt habe.


