Ex-"Wikinger" schwelgen in Erinnerungen

Für die ehemaligen Mitglieder der Münchehöfer Jugendgruppe "Wikinger" gab es jetzt in Münchehof ein Wiedersehen. (Foto: Jung)
 
In Burgdorf wird die Tradition noch aktiv gepflegt. (Foto: bo)

30 ehemalige Mitglieder der Münchehöfer Jugendgruppe sehen sich wieder / Abschluss am Lagerfeuer

Münchehof (bo). Am Wochenende fand in Münchehof ein Treffen ehemaliger Mitglieder der Jugendgruppe „Wikinger“ statt. Auf Initiative von Lothar Röbbel, Franz Maier und Wolfgang Meier sowie mit tatkräftiger Unterstützung von Lothar und Eberhard Märting trafen sich im Vereinsheim und auf dem Gelände der Reservisten Kameradschaft Sehusa in Münchehof etwa 30 ehemalige Mitglieder der Jugendgruppe „Wikinger“, um sich bei „Speis’ und Trank“, Gesang und guten Gesprächen zu aktuellen und alten gemeinsamen Erlebnissen und Ereignissen auszutauschen.
Die Wikinger, die von Mitte der 50er bis Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in Münchehof als Jugendgruppe aktiv gewesen seien, so Dr. Bernd Dienmann in einer Pressemitteilung, gingen als Ableger der 1950 in Burgdorf bei Hannover mit Genehmigung der britischen Besatzung gegründeten „Wikinger“ hervor. Die Ziele der „Wikinger“ seien insbesondere das gemeinschaftliche, kameradschaftliche Erleben in der Gruppe bei Fahrten, Wanderungen und Zeltlager sowie das gemeinsame Musizieren gewesen. Dr. Dienemann: „Die Wikinger waren unabhängig, überparteilich und ideologisch ungebunden. Da das Musizieren zunächst im Hörnerzug und später im Fanfarenzug auch in Uniform und im Marschschritt stattfand, wurden die Wikinger leider häufig mit der 1952 in Wilhelmshaven gegründeten rechtsextremistischen und den Nationalsozialismus verherrlichenden Wiking-Jugend, die 1994 als verfassungsfeindlich verboten wurde, in Verbindung gebracht oder sogar damit verwechselt!“
Mitte der 60er Jahre habe mangels Motivation und geeigneter Jugendlicher das Interesse an der Fortführung der Jugendgruppe in Münchehof abgenommen. Fanfaren, Hörner und Trommeln seien dem TSV Münchehof übergeben worden. Die Bemühungen des TSV wenigstens den „Spielmannszug/Fanfarenzug“ weiter bestehen zu lassen, hätte keine Früchte getragen.. Anders sei dies in Burgdorf. Dort sei noch heute unter dem Namen „Fanfarencorps ‘Wikinger’ Burgdorf von 1950“ ein Musikorchester, dem seit Mitte der 90er Jahre auch Mädchen angehören würden, sehr er­folg­reich tätig. Etwa 40 Auftritte pro Jahr, die Erringung von mehreren Bezirks-, Landes- und Deutschen Jugendmeistertiteln sowie Erfolge bei internationalen Begegnungen zeugten davon, dass die Idee, junge Menschen aller Schichten für den Einsatz in einer Gruppe beziehungsweise einer Gemeinschaft zu gewinnen, zu motivieren und zu integrieren auch in heutiger Zeit noch mit Hilfe der Musik gelingen könne. Im Wissen um die Vergangenheit und die Erlebisse bei und mit den Wikingern in Münchehof hätten sich nun etwa 30 von insgesamt rund 50 ehemaligen Münchehöfer Wikingern, heute zwischen 60 und 70 Jahre alte Männer, getroffen, um die Kameradschaft beziehungsweise Freundschaft zu erneuern. Manch einer hatte sich seit 50 Jahren nicht mehr gesehen. Zum Auffrischung der Erinnerungen hatte der aus Essen angereiste ehemalige Münchehöfer Wikinger Dr. Bernd Dienemann eine Lichtbild-Präsentation mit über 90 alten Bildern dargeboten, die großen Zuspruch fand und manches „weißt Du noch“ hervorrief. Mit vielen Gesprächen und Gesang fand um Mitternacht mit einem „ Ade zur guten Nacht“ am brennenden Lagerfeuer ein langer Tag seinen Abschluss. Das Treffen klang am Sonntag mit einem Frühstück in der „Harzklause“ aus.