Feierstunde an der „Eiche der Deutschen Einheit“

In Münchehof fand am 3. Oktober wieder eine Gedenkfeier zum Tag der Deutschen Einheit statt. (Foto: Pedroß)
 
Ansprache durch Dieter Pöppe. (Foto: Pedroß)

Münchehöfer erinnerten sich des welthistorisch bedeutsamen Ereignisses

Auch in diesem Jahr hatten sich wieder viele Bürgerinnen und Bürger aus Münchehof und der näheren Umgebung an der Straßenkreuzung „Hinter der Forstschule“, „Vor den Söhlen“, mithin nahe des Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrums, eingefunden, um sich des Tages zu erinnern, der in die Geschichtsbücher als Tag der Wiedervereinigung Deutschlands einging und seither als „Tag der Deutschen Einheit“ gefeiert wird.

Eingeladen hatte wiederum der Heimatverein Münchehof, dessen Vorstand und Mitglieder vor vierzehn Jahren an dieser Stelle eine Eiche pflanzten, die seitdem als „Eiche der Deutschen Einheit“ Bedeutung erlangt.
Seit 2009 kündet außerdem ein Gedenkstein, der von der Steinbildhauerin Dagmar Uthe kunstvoll gestaltet wurde, von diesem welthistorisch einmaligen Ereignis. Auch in diesem Jahr ließ es sich der Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter Pöppe, nicht nehmen, in einer feierlichen Ansprache an die Zeit der deutschen Teilung und deren Überwindung zu erinnern. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde auch diesmal von dem Musikduo Emil und Klaus Beermann. Sie waren es auch, die die Gedenkstunde mit dem Musikstück „Ich bete an die Macht der Liebe“, dessen anrührende Melodie Dmytri Bortniansky komponiert hat, feierlich eröffneten.
Zu Beginn seiner mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Rede, brachte Dieter Pöppe seine Freude über die gute Beteiligung zum Ausdruck und hieß besonders den Ehrenvorsitzenden Joachim Pedroß sowie Mitglieder des Ortsrates willkommen. Herzliche Grüße richtete er auch von der leider verhinderten Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier aus.
Sodann erinnerte er daran, dass sich just an diesem Tag zum 24. Mal der Tag der Deutschen Einheit jährt und dass mit dem Zusammenbruch des Kommunismus und dem Fall der Mauer am 9. November 1989 die Teilung unseres Vaterlandes nach über 40 Jahren kaltem Krieg vor nunmehr 25 Jahren überwunden werden konnte.
„Das war in erster Linie der Verdienst der mutigen Bürgerinnen und Bürger in Dresden, Leipzig und in der gesamten DDR. Sie ließen sich nicht einschüchtern vom Unterdrückungsapparat der Stasi, obwohl die Panzer der NVA abrufbereit in den Kasernen standen. Sie sind ein Beispiel dafür, dass sich Freiheit und Demokratie auf Dauer nicht unterdrücken lassen“, so Dieter Pöppe.
In seinem geschichtlichen Rückblick ging Pöppe aber auch noch einmal auf die mit der Gründung der Bundesrepublik und der DDR begonnene Spaltung Deutschlands, auf den Bau der Mauer am 13. August 1961 ein, die kurz nachdem sich Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 mit dem Satz „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ als größter Lügner der Weltgeschichte entpuppt hatte, errichtet wurde.
Dieter Pöppe: „Danach begann für die Bürgerinnen und Bürger der DDR für 28 Jahre ein Leben in Diktatur, hinter Stacheldraht, Metallgitterzäunen und Mauern, mit Signaldrähten, Hundelaufanlagen und Lichtsperren, mit Wachtürmen, Todesstreifen, und Selbstschussanlagen, die vielen Menschen das Leben gekostet haben“.
Pöppe erinnert aber auch mit bewegenden Worten an das Schicksal einiger Menschen, die den Versuch, die innerdeutsche Grenze zu überwinden, nicht überlebten: So zum Beispiel an den Tod von Ida Sickmann am 21. August 1961 nach dem Sprung aus dem 3. Stock ihres Hauses, oder Peter Mädler, der zehn Meter vor dem rettenden westdeutschen Ufer noch von 30 Schüssen getroffen wurde und verstarb.
Natürlich erinnerte er auch an die ersten Hoffnungsschimmer zur Überwindung der Teilung, die mit dem sogenannten „PAN-Europäischen Picknick“ an der ungarisch-österreichischen Grenze bei St. Margareten im Burgenland begannen. Nicht unerwähnt blieben auch die unvergessenen Ereignisse im September 1989 in der westdeutschen Botschaft in Prag, die schließlich zur Ausreise von über 4.000 DDR-Flüchtlingen führte. Und dann die Nacht vom 9. auf den 10. November 1989, als Tausende von Bürgern nach der Antwort von Günter Schabowski auf die Frage, ab wann denn die Reisefreiheit gelte, erwidert: „Ab sofort“, einfach nicht mehr aufzuhalten waren. Jubelnde Menschen kletterten auf die Berliner Mauer am Brandenburger Tor, andere gelangten in Trabi-Kolonnen nach Westberlin.
Ganz selbstverständlich sprach er in seinem Rückblick auch noch einmal die wichtigsten Daten des Vereinigungsprozesses von der Grenzöffnung bis hin zum 3. Oktober 1990, wo um Mitternacht unter dem großen Jubel von Millionen Menschen die deutsche Flagge auf dem Brandenburger Tor gehisst und die wieder gewonnene Einheit in Freiheit gefeiert wurde.
Mit der von allen Teilnehmern unter musikalischer Begleitung des Musikduos gemeinsam gesungenen dritten Strophe des Liedes der Deutschen, fand dann der offizielle Teil der Gedenkfeier seinen Abschluss. Auch diesmal lud der Heimatverein zu einem feierlichen Umtrunk bei wunderschönem herbstlichen Wetter unter der Eiche der Deutschen Einheit ein, wovon natürlich gern Gebrauch gemacht wurde und womit so mancher Gedankenaustausch verbunden war.