Grundschüler erkunden die Heimat

Ilse Bauerdorf fesselte ihre Zuhörerinnen und Zuhörer auf dem Plateau der ehemaligen Stauffenburg. (Foto: bo)
 
Eine Stärkung für die Schüler war Ausklang der erfolgreichen Wanderung. (Foto: bo)

Viertklässler der Grundschule Münchehof folgten wieder einmal einer Einladung des Heimatvereins

Der Heimatverein Münchehof hatte die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Grundschule Münchehof eingeladen, um sie im Rahmen einer Exkursion im Ort, aber auch in Wald und Flur, mit der Geschichte ihrer Heimat vertraut zu machen. Das ansässige Lehrerkollegium um Rektorin Nadine Kristen kam dieser Bitte nun, auch als Ausdruck der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Schule und Heimatverein, nach. Ziel der Veranstaltung war es, den Kindern vor ihrem Wechsel zu einer der weiterführenden Schulen in Seesen möglichst viel der Geschichte unserer engeren Heimat näherzubringen.
Am frühen Morgen startete die Unternehmung an der Schule in Münchehof mit von den Fels-Werken bereitgestellten Kleinbussen sowie mit Einsatzfahrzeugen des örtlichen DRK und der Freiwilligen Feuerwehr. Für den inhaltlichen Teil zeichnete in diesem Jahr neben Ilse Bauerdorf, langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins, auch Matthias Lenz von den Fels-Werken verantwortlich. Dieser wusste viel über die Geschichte der Werke sowie über Kalkgewinnung und -verwendung zu berichten. Pädagogisch und inhaltlich gut gerüstet erzählte Bauerdorf den Kindern in Begleitung ihrer Klassenlehrerinnen Elke Petrasch und Silke Stoffers beim ersten Halt auf dem Dorfplatz, dass im Haus Am Steinkamp 4 vor etwa 350 Jahren die erste Schule in Münchehof eingerichtet wurde. In einem Klassenraum, zugleich als Wohnung des Lehrers und Kuhkrippe dienend, wurden die Kinder unterrichtet. Später war dann die Schule im Haus an der Thüringer Straße 12 untergebracht. Natürlich fehlte auch der Hinweis nicht, dass mehrere Jahrgänge gleichzeitig unterrichtet wurden und der sportliche Wettkampf noch auf dem Dorfplatz stattfand. Sehr anschaulich schilderte Bauerdorf anschließend im Einmündungsbereich des Pandelbaches in die Markau den weiteren Verlauf der Gewässer über Nette, Innerste, Leine, Aller, Weser bis in die Nordsee. Nächster Standort war dann der Röseberg. Geologische Erläuterungen über den Harz und das Harzvorland – beides von hier aus gut zu sehen – und Schilderungen über alte Verkehrswege waren hier Schwerpunkte der Erläuterungen. Anschließend ging es dann zur Stauffenburg. Das Wirken und die Anwesenheit von Herzogin Elisabeth, Eva von Trott, Margarete von Münsterberg-Oels oder Äbtissin Margarete von Warberg spielten dabei ebenso eine Rolle wie der Aufstieg und der Verfall der Burg selbst, welche natürlich auch zeitweise als Raubritternest diente.
Im weiteren Verlauf führte der Weg dann unter anderem vorbei an der „Tiefen Kuhle“ und am Heinrichswinkel. Nach einer umstrittenen alten Sage soll Konrad I., letzter Herrscher der Franken, bestimmt haben, dass Heinrich I. die Königskrone nach seinem Tode hier erhalten solle. Ebenfalls nutzte an dieser Stelle Lenz den Blick auf das nahe Kalkwerk, um den Kindern viel über Geschichte, Kalkgewinnung und –verwendung zu berichten. Schließlich endete die Exkursion im historisch außerordentlich interessanten Pandelbachtal. Hier erzählte Ilse Bauerdorf ausführlich von mittelalterlichen Aktivitäten der Zisterzienser-Mönche. Diese hatten dort die ersten frühindustriellen Verhüttungsplätze unter Ausnutzung sehr intelligent angelegter Wasserläufe errichtet. Im Anschluss daran hatten an der neugestalteten Freizeitanlage des Vereins, nah gelegen, fleißige Helferinnen und Helfer bereits einen Imbiss vorbereitet. In schöner Atmosphäre und nach einer kleinen Erfrischung an dem dort vorbei plätschernden Pandelbach durch Hot Dogs, Fanta, Cola und Ähnlichem klangen dann die etwas anderen Unterrichtsstunden für alle Beteiligten langsam aus; bevor es, jeweils ausgestattet mit einer kleinen, passenden Dokumentation des Heimatvereins, wieder zurück zur Schule ging. Selbstverständlich zog Dieter Pöppe, Vorsitzender des Heimatvereins, ein sehr positives Resümee. Er zeigte sich besonders erfreut über die Disziplin und das Interesse der Kinder und dankte zum einen Karl-Heinz Eine vom DRK, aber auch seinen Heimatfreunden Bärbel Karges, Sigrid Nortmann, Klaus Beermann und Willi Groß für die tatkräftige Unterstützung. Ein besonderer Dank galt den Fels-Werken um Matthias Lenz und Rolf Schulz und der Münchehöfer Feuerwehr für die bereitgestellten Busse sowie Ilse Bauerdorf für die wiederum sehr professionelle inhaltliche Ausgestaltung.