Lehrreicher Streifzug durchs Revier

Heimatverein Münchehof und Revierförster i. R. Werner Hachmeister hatten Ferienkinder eingeladen

Nachdem erst kürzlich der Heimatverein Münchehof gemeinsam mit den FELS-Werken eine erfolgreiche Ferienpassaktion gestalten konnte, stand jetzt ein weiteres Angebot für Kinder ab neun Jahren auf dem Programm. Auch in diesem Jahr waren wieder Jungen und Mädchen aus nahezu allen Stadtteilen der Einladung des Heimatvereins Münchehof zu dieser zweiten Ferienpassaktion gefolgt, die unter dem Motto „Mit dem Förster durchs Revier“ im Zusammenwirken mit den Münchehöfer Revierförstereien angeboten wurde. Die Organisatoren des Heimatvereins Münchehof, allen voran Vorsitzender Dieter Pöppe, Britta Schalitz und Klaus Beermann, nahmen die Kinder am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz) in Empfang, wobei der Dank einmal mehr Revierförster i. R. Werner Hachmeister galt. Er hatte es in Absprache mit den amtierenden Revierleitern auch in diesem Jahr übernommen, die Kinder durch sein ehemaliges Revier zu führen. Später übernahm dann Forstwirtschaftsmeister Lutz Kobrig mit seinem Team an Auszubildenden. Sie vermittelten den Kindern viel über die praktischen Tätigkeiten im Wald und führten vor, wie ein riesiger Baum gefällt wird.
Unter der riesigen Eiche vor dem NFBz ließ es sich Werner Hachmeister nicht nehmen, den Kindern im Rahmen eines kleinen Einführungsvortrages das Programm zu erläutern. Sodann wurde zunächst der Eichenbestand am Brackelsberg angesteuert. Hier erläuterte Werner Hachmeister die Bedeutung von Totholz (Habitatholz) für die Kleintierwelt und ließ anschließend die Höhe, das Alter und den Umfang der dort befindlichen riesigen Weißtannen, die teilweise einen Umfang von 2,70 Meter aufweisen, taxieren.
Nächste Station war das vor einigen Jahren entstandene Fledermausquartier. Fledermäuse sind bekanntlich die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Die Kinder konnten erkennen, welche Beschaffenheit solche Quartiere bevorzugt aufweisen müssen und wie die Tiere den Winter überleben können. Anschließend zeigte Werner Hachmeister besondere Nussbäume, so beispielsweise den Hickorybaum (nordamerikanischer Nussbaum) und bot die Möglichkeit, selbst Nüsse zu sammeln, wovon die Kinder dann auch reichlich Gebrauch machten. Beim Durchstreifen des Forstes verstand es der Experte meisterlich, den Kindern vielerlei Informationen über den Wald zu vermitteln oder auch anhand einiger Beispiele Wildschäden zu zeigen, die den Förstern oft Sorgen bereiten. Außerdem wies er auf giftige und sehr gefährliche Pflanzen hin, wie zum Beispiel die Tollkirsche.
Nachdem dann die Furt durch den Pandelbach durchschritten war, stieß die Gruppe auf eine kleine Ausbildungsrotte, bestehend aus Forstwirtschaftsmeister Lutz Kobrig mit seinen beiden Auszubildenden. Hier erfuhren die Kinder in beeindruckender Weise einiges über Sicherheitsfragen und die richtige Schutzkleidung der Forstleute. Und dann wurde es erst richtig spannend. Vor den Augen der staunenden Kinder wurde durch das Team um Lutz Kobrig eine Fichte fachgerecht gefällt. Nachdem der Ruf durch den Wald verhallt war „Achtung! Baum fällt!“, konnten die Kinder die zuvor geschätzte Länge des Baumes ermitteln.
Zum Abschluss dieser hochinteressanten Exkursion stellte Werner Hachmeister an der neugestalteten Pandelbachhütte eine Vielzahl präparierter Tiere vor und gab Erläuterungen zur heimischen Fauna. Es versteht sich von selbst, dass die von den Heimatfreunden aus Anlass dieser 11. Exkursion vorbereiteten zünftigen Erfrischungen bei den Kindern als willkommene Abwechslung empfunden wurden. Dieter Pöppe bedankte sich zum Abschluss noch einmal ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit mit der Forst und bei Werner Hachmeister für seine professionelle und pädagogisch hervorragende Führung sowie bei seinen Mitgliedern für die umfangreiche Unterstützung.