Mit dem Förster durchs Revier

Elf Kinder nahmen an der Ferienpassaktion des Heimatvereins Münchehof teil. (Foto: bo)
 
Werner Hachmeister zeigte den Kindern das Fledermausquartier. (Foto: bo)

Auch die zweite Ferienpassaktion des Heimatvereins Münchehof gemeinsam mit dem NFBz war ein Erfolg

Auch in diesem Jahr waren wieder Kinder aus mehreren Stadtteilen der Einladung des Heimatvereins Münchehof e. V. zu einer zweiten Ferienpassaktion gefolgt, die wieder einmal unter dem Motto „Mit dem Förster durchs Revier“ im Zusammenwirken mit den Münchehöfer Revierförstereien angeboten wurde.
Die Organisatoren des Heimatvereins Münchehof – allen voran Vorsitzender Dieter Pöppe und Britta Schalitz – nahmen die Kinder am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz) in Empfang, wobei der Dank einmal mehr Revierförster i. R. Werner Hachmeister galt. Dieser hatte es auch in diesem Jahr übernommen die Kinder in Absprache mit den amtierenden Revierleitern durch sein ehemaliges Revier zu führen.
Auch Hachmeister ließ es sich nicht nehmen, die Kinder ebenfalls zu begrüßen und ihnen im Rahmen eines kleinen Einführungsvortrages das Programm zu erläutern und Informationen über das Verhalten bei Zeckenbissen zu vermitteln. Schon gleich zu Beginn wurde den Kindern eine Andentanne, also ein chilenischer Schmuckbaum, vorgestellt, der trotz der eigentlich für diesen Baum widrigen Witterungsverhältnisse prächtig gedeiht.
Sodann wurde im Verlauf einer kleinen Wanderung zunächst der Eichenbestand am Brackelsberg angesteuert, um ein vor einigen Jahren entstandenes Fledermausquartier, das in einen ehemaligen Pulverschuppen eingebaut wurde, zu präsentieren. Fledermäuse sind bekanntlich die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Die Kinder konnten erkennen, welche Beschaffenheit solche Quartiere bevorzugt aufweisen müssen und wie die Tiere den Winter überleben können. Anschließend erläuterte Hachmeister die Bedeutung von Totholz (Habitatholz) für die Kleintierwelt und ließ danach die Höhe, das Alter und den Umfang der dort befindlichen riesigen Weißtannen schätzen.
Danach zeigte Werner Hachmeister besondere Nussbäume, so zum Beispiel den Hickorybaum (nordamerikanischer Nussbaum) und bot die Möglichkeit, selbst Nüsse zu sammeln, wovon die Kinder dann auch reichlich Gebrauch machten.
Beim Durchstreifen der Forst verstand es Werner Hachmeister erneut meisterlich, den Kindern vielerlei Informationen über den Wald zu vermitteln oder auch anhand einiger Beispiele Wildschäden zu zeigen, die den Förstern oft Sorgen bereiten. Ebenfalls wies er sehr nachdrücklich auf giftige und sehr gefährliche Pflanzen, wie zum Beispiel den Bärenklau oder den Aronstab, hin, deren Früchte wegen ihres appetitlichen Aussehrens leicht zum Verzehren reizen.
Nachdem dann die Furt durch den Pandelbach durchschritten war, stieß die Gruppe auf eine Ausbildungsrotte, bestehend aus dem Ausbildungsleiter Uwe Brüning vom Forstamt Seesen mit seinen Auszubildenden. Hier wurde den Kindern in beeindruckender Weise viel über Sicherheitsfragen und die richtige Schutzkleidung der Forstleute erzählt. Und dann wurde es erst richtig spannend: Vor den Augen der staunenden Kinder wurde durch das Team um Uwe Brüning eine Fichte fachgerecht gefällt. Nachdem der Ruf „Achtung! Baum fällt!“ durch den Wald verhallt war, konnten die Kinder die zuvor geschätzte Länge des Baumes ermitteln und einige Baumscheiben als Souvenir mit nach Hause nehmen. .
Zum Abschluss dieser Ferienpassaktion stellte Werner Hachmeister an der neugestalteten Pandelbachhütte eine Vielzahl präparierter Tiere vor und gab Erläuterungen zu unterschiedlichen heimischen Tieren. Es versteht sich von selbst, dass die von den Heimatfreunden aus Anlass dieser 12. Exkursion vorbereiteten zünftigen Erfrischungen bei den Kindern als willkommene Abwechslung empfunden wurden.
Eine insgesamt sehr erfolgreiche Unternehmung, die bei den Kindern auf großes Interesse stieß, fand so einen allseits erfreulichen Abschluss. Anlass genug für Dieter Pöppe, sich noch einmal ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit mit der Forst und bei Werner Hachmeister für seine professionelle und pädagogisch hervorragende Führung sowie bei seinen Mitgliedern Britta Schalitz, Sigrid Nortmann und Willi Groß für die umfangreiche Unterstützung zu bedanken.