Ostpreußen – Land der Wälder und kristallenen Seen

Die Reisegruppe auf dem Innenhof der historisch bedeutsamen Marienburg.

Mitglieder und Freunde des Münchehöfer Heimatvereins eine Woche auf Kultur- und Erlebnisreise unterwegs

Münchehof (Pe). Das Ostpreußenlied, das nach der Vertreibung der Ostpreußen zum Inbegriff ihrer Sehnsucht nach der alten Heimat wurde und mit den Worten beginnt: „Ostpreußen, Land der dunklen Wälder und der kristallnen Seen“ beschreibt in zutreffender Weise, wie wunderschön dieses Land ist. Genau dies war auch die Stimmung, die die 48 Mitglieder und Freunde des Heimatvereins Münchehof von ihrer einwöchigen Kultur- und Erlebnisreise in das ehemalige Pruzzenland mitnahmen. Begünstigt durch überwiegend angenehmes Reisewetter verfestigte sich der oft über dieses Land beschriebene Eindruck, dass dort der Himmel weiter und der Mond größer ist als anderswo.
Doch zuvor standen die alten Hansestädte Stettin und Danzig auf dem Programm, die zu einer Stadtbesichtigung einluden. In Stettin ragte das wieder aufgebaute Schloss der Pommerschen Könige am Nordwestufer der Oder aus dem Besichtigungsprogramm heraus, während das wieder aufgebaute Danzig, das natürlich auch an die revolutionären Veränderungen Anfang der 1980er Jahre erinnert, mit den prunkvollen Bürgerhäusern, Kirchen und Denkmälern den einstigen Reichtum dieser mit einer sehr wechselhaften Geschichte verbundenen wunderschönen Stadt erahnen lässt.
Das historische Zentrum der Stadt an der Mottlau mit dem Langen Markt und der Frauengasse, den zwei Rathäusern, dem Krantor, dem Arthushof und der Marienkirche sind geradezu hervorragende Beispiele für die Wiederaufbauleistung der polnischen Bevölkerung. Die Weiterfahrt in Richtung Masuren war aber auch mit dem Besuch der größten und schönsten Burganlage des heutigen Polens, der Marienburg, verbunden, die im 13. und 14. Jahrhundert das Machtzentrum des Deutschen Ordens und Sitz des Ordens-Hochmeisters war und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Und ganz selbstverständlich war auch eine Schifffahrt auf dem Oberländischen Kanal angesagt, einem europäischen Industriedenkmal ersten Ranges, das es den Schiffen ermöglicht, fast 100 Höhenmeter auf so genannten Rollbergen zu überwinden.
Der mehrtägige Aufenthalt in Masuren war geprägt von ganz individuell durch Forstdirektor Hans-Ulrich Stolzenburg vorbereiteten und mit seinen dortigen freundschaftlich verbundenen Kollegen organisierten Exkursionen. Ziel der Exkursionen waren der Biebrzanski Nationalpark und die Wälder der Johannisburger Heide sowie die Masurische Seenplatte. Der Nationalpark gilt als größtes und wertvollstes Moorgebiet in Mitteleuropa und die Johannisburger Heide mit rund 1000 Quadratkilometern als größtes Waldgebiet von ganz Polen.
Die Exkursionen fanden dann jeweils bei sehr individuell gestalteten Events am Abend mit den polnischen Gastgebern ihren mit vielen Gesprächen verbundenen Abschluss. An diesen Tagen stand also die Natur mit ihren besonderen Schönheiten im Vordergrund aller Betrachtungen. Eine Bootsfahrt auf der Kruttina und eine Schifffahrt von Nikolaiken nach Rudciane-Nieda über den Spirdingsee, dem größten in Masuren, und den Beldahnsee, rundeten die Exkursionen ebenso ab wie Ausflüge nach Lötzen, Steinort, Rhein, Sensburg und Peitschendorf, wobei man sich die jeweiligen Sehenswürdigkeiten natürlich nicht entgehen ließ. Nach einem folkloristisch gestalteten Abschlussabend im Hotel in Ruciane Nida wurde dann die Rückfahrt angetreten.
Bei einem Zwischenstopp erfolgte ein Stadtrundgang in Thorn, der einstigen gotischen und nahezu vollständig unzerstörten Hansestadt, die zugleich die Geburtsstätte von Nikolaus Kopernikus ist. In Posen endete der erste Tag der Rückreise, sodass hier ebenfalls eine Stadtbesichtigung durchgeführt werden konnte, bei der die Schönheiten der Stadt bewundert wurden. Insbesondere das von einem italienischen Meister erbaute Renaissance-Rathaus auf dem Alten Markt vermittelt der Stadt an der Warthe ein unverwechselbares italienisches Flair. Am nächsten Tag ging es dann über Frankfurt / Oder und Berlin zurück nach Münchehof.
Am Ende konnte Joachim Pedroß, der gemeinsam mit Uli Stolzenburg diese nunmehr achte Kultur- und Erlebnisreise des Heimatvereins Münchehof organisiert hatte und für die reibungslose Durchführung verantwortlich zeichnete, ein durchweg positives Resümee ziehen.
Gemeinsam mit allen Teilnehmern war man sich einig, dass diese Reise mit vielen unvergesslichen Eindrücken und Erkenntnissen verbunden war und dass die persönlichen Gespräche und Kontakte mit den freundlichen polnischen Gastgebern viel zur allseits gewünschten Verständigung und Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Nationalität beitragen konnte.