SPD kämpft gegen Sparkassen-Schließung

Steht vor der Schließung: die Landessparkassen-Filiale in Münchehof. Der Ortsrat zeigte sich empört.

Resolution und Unterschriftenaktion gegen die Schließung in Münchehof geplant

Eigentlich war die jetzt durchgeführte turnusmäßige Vorstandssitzung der SPD-Münchehof eher als eine Zusammenkunft mit Erörterung einiger dörflicher Anliegen geplant.

Doch dann platzte bereits am Sonntag eine Mitteilung der Ortsbürgermeisterin, Dorothea Uthe-Meier, bei den Mitgliedern des Ortsrates ins Haus, wonach ein leitender Mitarbeiter der Braunschweigischen Landessparkasse (BLSK) angekündigt habe, in absehbarer Zeit die Niederlassung der Bank in Münchehof schließen zu wollen. Klar, dass diese Nachricht die alles beherrschende Thematik in der abendlichen Vorstandssitzung wurde.
Die Absicht der Bank stieß vor allem deshalb auf großes Unverständnis, weil erst vor fünf Jahren ein neues Gebäude in Münchehof bezogen und viel Geld in ein neues Bankhaus in Seesen investiert wurde, wobei nach übereinstimmenden Beobachtungen der SPD-Vorstandsmitglieder – die meisten sind selbst Kunden der Bank – gerade die Münchehöfer Niederlassung der Landessparkasse auch aus den benachbarten Dörfern, aber auch von vorbeifahrenden Kunden, sehr stark frequentiert werde. Deshalb könne man sich auch nicht vorstellen, dass Gründe der Unwirtschaftlichkeit für diesen Schritt ausschlaggebend sein könnten. Vielmehr wird vermutet, dass andere Gründe zu dem Beschluss geführt haben.
Mit diesem beabsichtigten Handeln will sich die SPD Münchehof aber nicht abfinden, weil anzunehmen ist, dass diese Maßnahme weitere unangenehme Signalwirkung entfalten könnte und die von der Bank in die Diskussion gebrachte Alternative, eventuell im Zusammenwirken mit der benachbarten Bank gemeinsam einen Geld- und Überweisungsautomaten zu betreiben, sicher ins Leere gehen würde.
„Das Handeln einer Sparkasse wie die der Braunschweigischen Landessparkasse darf aber nicht nur Wirtschaftlichkeitsinteressen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung im Auge haben, sondern muss auch unter sozialen Gesichtspunkten die Interessen ihrer Kundschaft, vor allem wenn es sich um ältere Menschen handelt, bedienen.
Deshalb hat der Vorstand einstimmig beschlossen, kurzfristig eine Ortsratssitzung einzuberufen mit dem Ziel, eine Resolution an den Aufsichtsrat, den Vorstand und den Beirat der Bank, in dem auch maßgebliche Seesener mitwirken, zu verabschieden mit dem Ziel, die gefassten Beschlüsse zur Schließung aufzuheben und weiterhin eine Niederlassung oder Filiale in Münchehof zu unterhalten. Sollte dies nicht von Erfolg gekrönt sein, sollte der Ortsrat eine breit angelegte Unterschriftenaktion einleiten, um dieses Ziel dann doch noch zu erreichen”, erläuterte Dorothea Uthe-Meier die weitere Vorgehensweise. Auch sicherte sie zu, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Durch diese ausführliche Diskussion traten die weiteren Beratungspunkte in den Hintergrund. Gleichwohl habe man mit Freude zur Kenntnis nehmen dürfen, dass die Bahn Investitionen in die Modernisierung der beiden Bahnübergänge plane und den Bahnhof grundlegend erneuern wolle. Diese Vorhaben werden sehr begrüßt. Außerdem wurde beschlossen, die seit Jahren geplanten Pflanzaktionen unter dem Motto „Münchehof blüht auf“ auch in diesem Jahr fortzusetzen. Es sollen erneut 1.000 Narzissenzwiebeln entlang der Thüringer Straße gesetzt werden, weil viele der im Jahre 2010 gesteckten Narzissenzwiebeln sich nicht mehr so entfaltet haben, wie gewünscht. Darüber hinaus ist für den 13. November ein gemeinsames „Gänseessen“ geplant, zu dem auch Gäste herzlich willkommen sind, und das im letzten Jahr wegen fehlenden Schnees ausgefallene Schlittenfest soll – entsprechende Witterung vorausgesetzt – in diesem Winter nachgeholt werden.