„Warum haben wir Hebel in Bewegung gesetzt?“

Der Ortsrat Münchehof hat den Kampf gegen die Schließung der Landessparkasse aufgegeben – auch weil sich aus dem Dorf wohl so richtig niemand für das doch eigentlich wichtige Thema zu interessieren scheint.

Ortsrat Münchehof stellt Maßnahmen gegen die Schließung der BLSK ein / „Anscheinend kein Interesse!“

Zum wahrscheinlich letzten Mal in diesem Jahr kamen jetzt die Mitglieder des Ortsrates Münchehof zusammen, um über zwei vorliegende Drucksachen zu entscheiden, und die weiteren Maßnahmen gegen die Schließung der Niederlassung der Braunschweigischen Landessparkasse zu diskutieren.

Auch bei dieser jüngst durchgeführten Sitzung zum Hauptthema „Schließung der BLSK-Niederlassung“ zeigte sich, dass es entgegen der Erwartungen offensichtlich nur ein geringes Interesse seitens der Mitbürger zum Vorhaben der Braunschweigischen Landessparkasse gibt. Lediglich ein einziger Gast konnte zu der öffentlichen Sitzung von Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier in der Gaststätte Harzklause begrüßt werden.
„Da fragt man sich schon, warum wir alle Hebel in Bewegung setzen, wenn es doch anscheinend niemanden interessiert“, so später die allumgreifende Meinung im Raum. Nach Eröffnung und Genehmigung der Tagesordnung und des Protokolls der letzten Sitzung stand aber zunächst der Bericht der Ortsbürgermeisterin auf der Tagesordnung. Dorothea Uthe-Meier wusste von einem Besuch bei Harz Energie zu berichten, und von einem Termin beim Leiter des Bahnhofsmanagement in Göttingen.
Zusammen mit Ordnungsamtsleiter Uwe Zimmermann und Bauamtleiter Alexander Nickel von der Stadt Seesen diente dieses erste Gespräch mit Detlef Krusche der näheren Beleuchtung verschiedener Varianten zum Thema „Umbau Bahnhof Münchehof“.
Der Weihnachtsmarkt war sehr gut besucht und insgesamt ein voller Erfolg. Allerdings müsse man sich wegen des Stromausfalls bei der nächsten Vereinsvorständesitzung einmal Gedanken bezüglich des Verbrauches der Stände und Buden machen.
Im weiteren Verlauf der Beratungen ging es dann um zwei Vorlagen der Verwaltung. Die erste Beschlussvorlage befasst sich mit Maßnahmen der Infrastruktur. Wegen der stark rückläufigen Nachfrage nach Bauplätzen wird verwaltungsseitig vorgeschlagen, im Gebiet der Stadt Seesen einschließlich aller Ortsteile keine neuen Baugebiete für Wohnbebauung außerhalb bestehender Siedlungsstrukturen auszuweisen. Stattdessen soll die Innenentwicklung – Schließen von Baulücken, Verwendung alter Bausubstanz etc. – gefördert werden.
Während sich die SPD-Fraktion eine modifizierte Fassung des Beschlusses vorstellen konnte, wurde auf Antrag der CDU-Fraktion einstimmig beschlossen, die Vorlage insgesamt abzulehnen, weil keinerlei zielführende Ausführungen in der Beratungsvorlage der Verwaltung darüber enthalten sind, wie man sich die „Förderung der Innenentwicklung im Detail“ vorzustellen habe. Es wird nun eine modifizierten Vorlage erwartet, die konkrete Handlungsschritte beschreibt.
Auch die zweite Vorlage stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. Zwar folgte der Ortsrat dem Vorschlag der Verwaltung, die Teilfläche nördlich des Feuerwehrgerätehauses (ehemalige Grünfläche und Zufahrt für den Anlieger) zu entwidmen und damit nicht mehr als öffentliche Verkehrsfläche auszuweisen. Der Absicht der Verwaltung, diese gesamte Teilfläche an den Anlieger zu veräußern, wurde jedoch vehement widersprochen. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde deshalb auch folgender ergänzender Beschluss gefasst:
„Der Ortsrat spricht sich gegen den Verkauf von Flächen aus, die über den Bedarf der Zufahrt für den Anlieger hinausgehen. Die restliche Fläche (dieser Teilfläche) soll als Vorbehaltsfläche weiterhin im Besitz der Stadt verbleiben“. Auch dieser ergänzende Beschluss wurde einstimmig gefasst. Zum zweiten Mal stand jetzt der Punkt „Maßnahmen gegen die Schließung der Braunschweigischen Landessparkasse, Niederlassung Münchehof“ auf der Tagesordnung. Bei der letzten Sitzung wurde von den Ortsräten eine Resolution verfasst und unterschrieben, und später an 27 Mitglieder des Beirates, des Verwaltungsrates und des Vorstands der BLSK verschickt. Die Resonanz auf diese Resolution ist schlichtweg ernüchternd. Lediglich 15 Adressaten haben sich überhaupt zurückgemeldet, und davon nur zehn schriftlich. Die inhaltliche Botschaft der Antworten ist immer dieselbe: man bedauere die Schließung zwar und hätte auch Verständnis für unseren Unmut, man müsse aber nach wirtschaftlichen und demographischen Aspekten handeln. Kurz gesagt, die Braunschweigische Landessparkasse wird von ihrem Vorhaben, die Niederlassung zum Ende des Jahres 2015 zu schließen, keinen Abstand nehmen.
Auch die Möglichkeit, einen Geldautomaten aufzustellen, ist nach Meinung der Verantwortlichen, nicht gegeben. Beide Fraktionen waren sich einig, dass den Münchehöfern in dieser Angelegenheit deswegen keine weiteren Hoffnungen gemacht werden sollten, und die Maßnahmen gegen die Schließung der Niederlassung mit sofortiger Wirkung eingestellt werden.
Nun liegt es bei den Kunden, auf die Planungen der BLSK zu reagieren. Unter Punkt “Verschiedenes” wurde noch einmal kurz das Verkehrsaufkommen an der Thüringer Straße erörtert. Nach Beschwerden von Anwohnern hat Uwe Zimmermann von der Stadt Seesen angeboten, im nächsten Jahr mithilfe eines neu angeschafften Gerätes, einmal den tatsächlichen Verkehr zu ermitteln. Am 23. Januar wird es in Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege wieder eine Kinderdisco geben.
Alle Kiddies von sechs bis zwölf Jahren dürfen sich diesen Termin schon einmal fest in ihren Kalender eintragen. Auch die Eltern sind diesmal eingeladen, sich die Zeit währenddessen im Elterncafé zu vertreiben.