Vor dem Tor fehlt die letzte Konseqeunz

Der TSV Münchehof hatte im Spiel gegen den SV Union Seesen gute Chancen, drei Punkte zu holen, gute Torchancen wurden aber leider immer wieder vergeben. (Foto: Strache)

Kreisliga Goslar: 1:1 gegen Union – TSV scheitert zum zweiten Mal an der eigenen Einstellung

Münchehof (mö). Das hatte sich der TSV sicher anders vorgestellt. Im fälligen Punktspiel am Sonntag war der SV Union Seesen 03 zu Gast. Die Gäste verkauften sich teuer und entführten am Ende einen Punkt. Auf Seiten der Münchehöfer war die Enttäuschung schon groß, denn ein Sieg gegen die Nachbarn aus der Kernstadt war fest eingeplant. Wie schon im Hinspiel fehlte bei einigen Akteuren die richtige Einstellung zum Spiel, und so wirkte das TSV-Spiel umständlich und pomadig.
Die Gäste hingegen kämpften um jeden Zentimeter und nutzten eine ihrer wenigen Chancen zum Tor. Das klare Chancenplus lag beim TSV. In der 7. Minute verzog beispielsweise René Finster knapp und nur drei Minuten später drosch Eric Pägert aus kürzester Distanz das Leder übers Tor. Auch Marius Carl verzog knapp nach feiner Vorarbeit von Philip Bergmann. In der 24. Minute dann auch noch Pech: Philip Bergmann flankte butterweich in den Seesener Strafraum, doch Philip Carl scheiterte mit einem echten „Kopfball-Torpedo“ am Pfosten. Eine bezeichnende Szene sahen die Zuschauer dann in der 32. Minute als die TSV Stürmer einfach den Abschluss versäumten. Schön freigespielt zögerte der TSV Sturm zu lange, spielte dann quer nach außen, von dort wieder zurück, dann nochmal quer auf die andere Seite, nochmal zurück und schließlich blieb der Ball dann in der vielbeinigen Union Abwehr hängen.
Da war die Unzufriedenheit auf TSV Seiten natürlich schon sehr hoch, doch sie sollte sich noch steigern. In der 35. Minute ging Jesus del Pino auf der linken Angriffsseite die Linie runter und spielte vorm TSV Strafraum Ozan Defli an, der mit einem platzierten Schuss ins TSV-Tor die Unioner Führung erzielte. Mit diesem 0:1 wurden die Seiten gewechselt. In der Pause wurde beim TSV natürlich viel diskutiert. Man raufte sich aber zusammen und wollte das Ruder noch rumreißen. Was folgte, war ein Spiel auf ein Tor. Erst in der 90. Minute musste TSV Keeper Kevin Lüs einen ernsthaften Schuss abwehren. Man merkte schon, dass die Mannschaft um TSV-Kapitän Philip Bergmann nun wollte, aber gegen den tief stehenden Gegner spielte man zu einfallslos und vergab zudem teils kläglich beste Chancen.
Die erste gute Chance hatte wieder René Finster. Marius Carl spielte ihn mustergültig frei, aber Finster kam zu sehr in Rücklage und so ging die Pille wieder drüber. Kurz danach segelte das Leder am langen Pfosten vorbei. Absender war Eric Pägert mit einem gefühlvollen Kopfball. In der 58. Minute rauften sich die TSV erneut die Haare. „Flipper“ Bergmann drang in den Strafraum ein und setzte seinen Bruder Jan schön in Szene, doch der Matchwinner vom vergangenen Mittwoch drosch das Leder wieder aus kürzester Distanz über das Tor. Aufregung gab es dann auf Seesener Seite in der 61. Minute. Der nach einem „Allerweltsfoul“ vorverwarnte Jesus del Pino ging kompromisslos in einen Zweikampf und sah daraufhin seine zweite „Gelbe“ und musste somit vorzeitig zum Duschen. Der Offensivdrang des TSV ging daraufhin munter weiter. Es dauerte aber bis zur 74. Minute ehe Christoph Mönnich seinen Anhang erlöste. Nach einem Eckball kam der Ball an Freund und Feind vorbei zu Mönnich und er erzielte den umjubelten Ausgleich. In der Folge waren die TSVer weiter bemüht den Siegtreffer zu erzielen, aber der umsichtige Union-Libero Jens Grupe erwies sich als wahrer Fels in der Brandung und wenn er mal nicht da war, stand noch Dominik Harnisch im Tor, der mehrfach glänzend reagierte. Am Ende blieb es beim 1:1, mit dem die Unioner prima leben können, der TSV hingegen hatte sich mehr erhofft und war nach Schlusspfiff sichtlich enttäuscht.

TSV Münchehof: Kevin Lüs, Alessandro Orto, Christoph Mönnich, Daniel Steckert, René Finster, Philip Bergmann, Patrick Tantzen, Jan Bergmann (83. Philipp Schittenhelm), Marius Carl, Eric Pägert (60. Jannik Dicke) und Philip Carl.