Waschbären werden auch in Nauen zum Problem

Der niedlich wirkende Waschbär ist auf dem Vormarsch. Besonders in Wohngebieten richtet das Tier große Schäden an. (Foto: bo)

Jagdgenossen Nauen blicken zurück / Anleinpflicht für Hunde ab dem 1. April

Dietger Duckstein, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Nauen, nahm die jüngste Jahreshauptversammlung zum Anlass, um über die wachsende Waschbär-Problematik im Landkreis Goslar und in der Gemarkung Nauen zu berichten. Duckstein, der auch Mitglied im Naturwissenschaftlichen Verein Goslar ist, und stets über die aktuellsten Informationen verfügt, erklärte, dass im Landkreis Goslar allein im vergangenen 390 Waschbären erlegt wurden. 2011 waren es bereits 196.
Der Waschbär, der sich von Hessen kommend inzwischen auch im gesamten norddeutschen Raum ausgebreitet hat, ist ein äußerst cleveres Tier. Er fühlt sich vor allem in Wohngebieten wohl, da er dort unglaublich viele Leckerbissen findet. Duckstein: „Der Waschbär durchwühlt Mülltonnen und Komposthaufen. Deshalb kann ich nur allen Bürgern in Nauen raten, ihre Mülltonnen zu sichern und Komposthaufen ebenfalls vor dem Zugriff des Waschbären zu schützen. Denn je mehr Nahrung er findet, desto stärker wird die Population wachsen.“ Zudem muss eine intensive Jagd auf den Waschbären eingeleitet werden. Anders ist dem Tier nicht zu begegnen.
Große Probleme bereitet auch der Dachs, der in einer „Art Symbiose mit dem Fuchs lebt“, wie es Duckstein formulierte. Dachs und Fuchs verstehen sich so gut, dass sich beide Tiere einen Bau teilen. Natürlich muss der Bau eine entsprechende Größe vorweisen, damit jeder einen Rückzugsort hat.
Und auch der Luchs zieht in der Gemarkung Nauen inzwischen seine Kreise. Duckstein hat bereits mehrfach eindeutige Spuren im Schnee gesichtet. Den Luchs verteufeln möchte er aber in keinem Fall. „Es ist schön, dass sich die Ansiedlung der scheuen Raubkatze so positiv entwickelt. Da braucht man jetzt nicht mit allen Mitteln gegen seine Ausbreitung vorgehen.“ Im weiteren Verlauf der Sitzung wies der Vorsitzende auch auf die Anleinpflicht für Hunde hin, die wieder ab dem 1. April bis zum 15. Juli greift. „In den Brut- und Setzzeiten müssen Hundehalter besonders auf ihre Vierbeiner achten“, so Duckstein.
Hermann Probst ging in seinem Jagdbericht auf die Abschusszahlen im vergangenen Jahr ein. So wurden zwei Rehböcke, zwei Schmalrehe, zwei Rehkitze, neun Stück Schwarzwild und zwölf Füchse erlegt. Hinzu kommen einige Tiere die im Straßenverkehr getötet wurden.
Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen gab es keine Veränderungen. Dietger Duckstein wurde ebenso in seinem Amt bestätigt, wie Herbert Sommer als Kassierer und Wiebke Bohnsack als Schriftführerin.
Als Vertreter der Samtgemeinde weilte Lutters stellvertretender Bürgermeister Jan Dürkop bei der Versammlung der Nauener Jagdgenossen. Er überreichte ein kleines Geschenk und dankte der Genossenschaft für die Wahrnehmung vielfältiger Aufgaben.