0:9-Klatsche schnell wieder vergessen

Bezirksliga Braunschweig: SV Neuwallmoden muss sich heute auf Rammelsberg konzentrieren

Wenn man ein Spiel 9:0 verliert, bedarf es eigentlich keiner allzu großen Berichterstattung mehr, da der Spielentstand sicher mehr aussagt als wohl gewählte Worte. Und angesichts der Entwicklung des SV Neuwallmoden konnte der Zuschauer eigentlich meinen, dass die Zeiten solcher Ergebnisse in der Bezirksliga vorbei wären. Doch diese Hoffnung wurde beim Meisterschaftsfavoriten BV Germania Wolfenbüttel zunichte gemacht.
Die mitgereisten Zuschauer bekamen lediglich zwei erwähnenswerte Dinge zu sehen: Die herrliche MKN-Sportanlage, die zwar schön anzusehen ist, aber zu welcher sich aufgrund der nicht optimalen Lage kaum ein Wolfenbüttler Zuschauer verirrt hat, wenn man bedenkt, dass die BV ein heißer Anwärter auf den Titel ist. Und zum anderen, eine überforderte Neuwallmodener Elf.
Zu keiner Zeit hatte der SVN auch nur den Ansatz einer Chance. Die Lessingstädter waren ohne Ball, mit Ball und am Ball schneller als die Gäste. Die junge Heimelf ging ein hohes Tempo, welches die Neuwallmodener nicht mitgehen konnten, zumal einigen Spielern offensichtlich auch noch der Vorabend in den Knochen steckte. Trotzdem mahnte Trainer Ludwig seine Mannen an, sich nicht zu verstecken und aus einer kontrollierten Defensive heraus, auf die eigenen Chancen zu warten. Doch dazu kam es nicht.
Bereits nach vierzehn Minuten führte die BVG nach Toren von Jonas Becker und des überragenden Reiswich mit 2:0. Beide Treffer resultierten aus eigenen technischen Unzulänglichkeiten, welche die Wolfenbüttler eiskalt ausnutzten. Auch die drei nächsten Tore in der 30., 42. und 45. Minute durch abermals Becker und Reiswich sowie Plünnecke spiegelten den gebrauchten Tag der SV wider. Lediglich zwei nennenswerte Offensivaktionen erspielte sich der Gast, doch Luxsen Tambirajah sowie Rene Kleinwechter kamen jeweils einen Schritt zu spät an den Ball, um ihn kontrolliert zu verarbeiten.
Nach der Pause schaltete Germania anfangs einen Gang zurück, bestimmten aber weiterhin das Spielgeschehen. Bis zur 59. Minute hielt die Abwehr der Neuwallmodener stand, danach brachen aber so langsam die Dämme. Jonas Becker erzielte zunächst sein drittes Tor und Maic Appel in der 64. Minute sowie zweimal der eingewechselte Daniel Blank in der 74. und 85. Minute besiegelten endgültig die Niederlage. Insbesondere Blank narrte mit seiner Schnelligkeit einige Male die SV-Hintermannschaft und schloss gekonnt ab. Ansonsten verlief das Spiel ohne große Highlights und so bleibt nur zu wünschen, dass dieses Ergebnis ein einmaliger Ausrutscher in der sonst so gut verlaufenden Saison der SVN war.

SV Neuwallmoden: Mike Tscherner, Henrik Hoffmeister (46./Florian Pages), Waldemar Garbus, Sascha Lachnit, Christian Klöppner, Marcus Metze (76./Ozan Kapici), Rene Kleinwechter, Martin Kelpe, Timo Rewitz, Sean Casey und Luxsen Tambirajah.

Am heutigen Mittwoch muss der SV Neuwallmoden erneut ran, wenn die Reise zum SV Glück Auf Rammelsberg geht. Die Rammelsberger spielen angesichts ihrer Ansprüche eine nicht optimale Saison und hinken den Erwartungen klar hinterher. Dennoch zählt die Mannschaft von Trainer Schuller ohne Frage zu den Topteams der Liga, die an guten Tagen nur schwer zu schlagen ist.
Das Hinspiel konnte der SVN völlig überraschend und alles andere als unverdient mit drei zu zwei gewinnen und auch dieses Mal hofft Trainer Ludwig auf eine Überraschung: „Dazu müssen wir allerdings das Spiel gegen Germania ganz schnell abhaken und uns von der ersten Minute an voll konzentrieren. Fehler wie am Sonntag werden auch von Rammelsberg sofort bestraft. Zwar sind einige meiner Spieler angeschlagen und ich muss auf Akteure der Zweiten zurückgreifen, trotzdem werden wir alles versuchen, um nicht nochmal so ein Debakel wie beim letzten Auswärtsspiel zu erleben.“
Fehlen wird definitiv Tim Holzhausen, für den die Saison gelaufen ist.