Brutal und ungerecht

Bezirksliga: SV Neuwallmoden unterliegt bei der TSG Bad Harzburg mit 2:3

Wie brutal und ungerecht Fußball sein kann, erlebte am Freitag der SV Neuwallmoden bei seinem Gastspiel bei der hoch eingeschätzten TSG Bad Harzburg. Die Gastgeber präsentierten sich fußballerisch zwar überhaupt nicht wie ein Aufstiegskandidat, aber in Sachen Chancenauswertung weltmeisterlich. Denn wer aus vier Chancen drei Tore macht, hat sich nicht allzu viel vorzuwerfen.
Dabei hatte sich die SVN-Elf, welche vom Trainerduo Gähle/ Kühner exzellent eingestellt in die Partie ging, einiges vorgenommen. Doch dieses Vorhaben war nach nur fünf Minute Geschichte, als Routinier Dennis Rowold seine ganze Erfahrung und Schlitzohrigkeit bei einem Freistoß aus gut 25 Metern ausspielte.
Während Keeper Harnisch noch die Mauer stellte, schoss Rowold mit dem Außenriss einfach aufs Tor der verdutzten Neuwallmodener. „Einfach vor den Ball stellen, dann passiert so etwas nicht“, kommentierte Trainer Kühner die Führung, die der TSG vollends in die Karten spielte.
Denn nun agierten die Harzburger so, wie eigentlich der SVN spielen wollte. Den Ball sicher in der Abwehr laufen lassen und geduldig auf die Lücken warten, um den Ball in die Schnittstellen zu spielen. Harzburg zog sich weit zurück und setzte auf Konter. Der SVN hatte deutlich mehr Spielanteile, aber vor dem Tor kein Glück.
Weder Kapitän Christian Klöppner noch Meiko Coym konnten den Ball aus guter Position ins Tor von Keeper Storbeck unterbringen, der jeweils klasse reagierte. Als auch noch Torjäger Berisha ein klarer Elfmeter in der 35. Minute verwehrt wurde, ahnten einige schon den Ausgang der Partie. Zudem war dem SV etwas die Umstellung anzumerken, plötzlich auf einem derart großen Platz zu agieren, denn in der Vorbereitung fanden die Spiele vornehmlich auf wesentlich kleineren Geläuf statt. Im zweiten Abschnitt reichte den Kurstädtern eine zehnminütige Tiefschlafphase der Gäste.
Zuerst segelte eine Flanke an Freund und Feind vorbei und landete bei César-Delgado, der aus gefühlten einem Meter den Ball irgendwie über die Linie drückte. Kurze Zeit danach konnte der eingewechselte Ülzmann einen Ball annehmen, sich drehen und dann das 3:0 erzielen. Damit schienen die Messen gesungen zu sein.
Doch der SV zeigte Moral und ließ sich auch von der teilweise rüden Gangart der Heimelf nicht beeindrucken. Diese bekam insbesondere Tobias Sawatzki zu spüren, der nahezu im Minutentakt gefoult wurde. „Ich dachte immer, dass gelbe Karten unter anderen dazu da sind, um solche Spieler zu schützen, aber da war der Schiedsrichter wohl anderer Meinung“, so Manager Niemand. Neuwallmoden drückte Harzburg immer mehr in die Hälfte, doch mehr als die Treffer von Coym und Hoffmeister in der 67. und 71. Minute sollten trotz Anrennens nicht mehr passieren.
„Ich denke, dass wir hier mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten, aber davon können wir uns auch nichts kaufen. Jetzt geht es am Mittwoch darum, die Fehler von Freitag abzustellen und zu Hause Punkte einzufahren“, lautete das Fazit von Niemand.

SV Neuwallmoden:
Dominik Harnisch, Henrik Hoffmeister, Janik Probst (Sascha Lachnit), Waldemar Garbus, Christian Klöppner, Timo Rewitz, Marcus Metze, Torben Sawatzki (Florian Pages), Meiko Coym, Tobias Sawatzki und Alen Berisha