Enttäuschung beim SV Neuwallmoden ist groß

Das Spitzenspiel des SVNeuwallmoden beim TSKV Goslar wurde von offiziell 163 Zuschauern verfolgt. (Foto: Strache)

Kreisliga Goslar: Welche Lehren wird der SNV nach dem 1:4-Debakel beim TSKV Goslar ziehen?

Neuwallmoden / Goslar (bo). Aus der 4:1-Niederlage beim Spitzenspiel gegen den TSKV Goslar dürfte der bis dahin ungeschlagene SV Neuwallmoden etliche Erkenntnisse gezogen haben. Wenn man zwei absolut gegensätzliche Halbzeiten spielt, so bleibt nur zu hoffen, dass der Leistungsunterschied nicht zu gravierend ist, was allerdings der Fall war. Des Weiteren kann es angesichtes der gesetzten Ziele nicht sein, dass, unabhängig vom Gegner, vier Gegentreffer in 45 Minuten zugelassen werden. In diesem Zuge kann es ebenfalls nicht Anspruch sein, sich während der gesamten Spieldauer zwei echte Torchancen zu erspielen, wobei darin schon der erzielte Treffer mit einbezogen ist. Ferner muss auch mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, dass ein Aufstiegsfavorit nicht nur gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller, sondern erst Recht gegen unmittelbare Konkurrenten punkten muss. Und letztens müsste nun endgültig jedem klar geworden sein, dass ein Fisnik Jashari über die Dauer einer Partie auf Kreisebene nicht auszuschalten ist und dort auch nichts zu suchen hat.
Aber der Reihe nach. Angesichts der verletzten Spieler musste Trainer Ludwig vor dem Spiel einige taktische Veränderungen vornehmen, was der ersten Halbzeit allerding keinen Abbruch tat.
Neuwallmoden spielte sehr diszipliniert, stand in der Defensive kompakt und gab der gefährlichen TSKV- Offensive um Busch, Hoffmann und Jashari kaum Raum zur Entfaltung. Der SVN verfügte über deutlich mehr Ballbesitz und brachte im Gegensatz ihres Gegners, die Pässe auch an den Nebenmann. Es wurden zwar auch keine nennenswerten Torchancen herausgespielt, doch als neutraler Betrachter sollte das nur eine Frage der Zeit sein. Denn für keinen Gegentreffer, zeigte sich die Abwehr der Goslarer als viel zu schwach. Beide Außenverteidiger unterliefen regelmäßig hohe Bälle, gewannen kaum Zweikämpfe und schienen ihren Gegenspielern nicht gewachsen zu sein. Doch auch die schwächste Abwehr nützt nichts, wenn daraus kein Kapital geschlagen werden kann. Lediglich in der 26. Minute klingtelte es im Kasten der Heimabwehr. Rene Kleinwechter nahm Ball und Tempo auf, degradierte die TSKV- Abwehr zu Statisten, um kurz vor dem Tor den Ball zu Alex Haas zu passen. Dieser gab das Spielobjekt unmittelbar an Torjäger Kelpe weiter, welcher humorlos zum 0:1 abschloss. Danach passierte nicht mehr viel. Einmal klärte ein SVN- Akteur auf der eigenen Linie, aber im Gegenzug hatte Martin Kelpe nach einem Konter einen erneuten Treffer auf dem Fuß, doch konnte er nicht mehr genug Kraft in den Schuss bringen. Der SVN spielte konzentriert und ging so aufgrund der Spielanteile mit einer verdienten Führung in die Kabine. Was allerdings in den darauffolgenden 45 Minuten in die Mannschaft gefahren ist, konnte sich wohl keiner erklären. Die hervorragende Grundordnung der ersten Halbzeit war komplett weg. Der TSKV dominierte nun das Spiel fast nach Belieben und erarbeitete sich Chance um Chance. Die notwendigen Umstellungen schienen den Ludwig- Mannen nun nicht mehr gut zu tun. Über das gesamte Spielfeld wurde den Gegenspielern zu viel Raum gelassen, es wurde nicht eng genug gedeckt und die im Vorfeld oft angesprochene Leidenschaft, mit der eine solch´wichtige Partie zu bestreiten ist, schien in der Kabine geblieben zu sein. Die Neuwallmodener kamen kaum noch ernsthaft in den Strafraum der Heimelf, meist war schon am starken Robert Tei Schluss, der eine Vielzahl der Angriffe im Keim erstickte und der weiterhin schwachen Gästeabwehr die Arbeit abnahm.
Dass der TSKV den Ausgleich erzielt, war nur eine Frage der Zeit. Allerdings gingen der Art und Weise, wie die Treffer entstanden, eklatante Fehler voraus, die im Herrenfußball nichts zu suchen haben. Beim 1:1 in der 65. Minute kam Kreisliga- Bomber Jashari in der Mitte frei an eine Flanke, welche er ins lange Eck beförderte. Eine Tatsache, die Angesichts seines fehlenden Gegenspielers, nicht weiter von Schwierigkeit war. Beim 2:1 in der 70. Minute konnte Keeper Welz einen Ball nicht festhalten und der abermals ungedeckte Jashari nahm in Stürmerposition das Geschenk dankend an. An Entfaltung der Gäste, war nicht zu denken. Es schien so, als würden konditionelle Schwächen zum Vorschein kommen und der Wille fehlen, diese Partie noch zu drehen. Und so nahm aus SVN-Sicht das Unheil seinen Lauf. Diesem Unheil setzte der sonst so zuverlässig agierende Hoffmeister die Krone auf. Einen Ball, der eigentlich schon auf dem Weg ins Toraus war und zu einem Abschlag geführt hätte, brachte er in der 80. Minute zurück ins Spielfeld. Marcel Hoffmann vom TSKV wunderte sich über die Aktion wahrscheinlich am meisten, bedankte sich aber postwendend mit dem 3:1.
Auch Jashari hatte von der Vielzahl der Einladungen noch nicht genug und erzielte gegen seinen scheinbaren Lieblingsgegner in der 88. Minute seinen dritten Treffer und den 4:1-Endstand.
Entsprechend enttäuscht und angefressen äußerte sich SVN- Manager Niemand zur Partie: „Das Ergebnis ist für mich deutliches Resultat aus unserer miserablen Vorbereitung auf die Rückrunde. Ein jeder Spieler sollte sich hinterfragen, ob er angesichts unserer Ziele, auch alles für den Erfolg tut. Bei einigen klaffen leider Lücken zwischen Anspruch und Realität. Die nötigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abschneiden holt man sich meiner Erkenntnis nach im wöchentlichen Training, wo einige jedoch mit Abwesenheit glänzen. Und die Ausrede mit den verletzten Akteuren lasse ich nicht zu. Wir hatten Sonntag auf dem Platz eine namentlich starke Truppe auf dem Platz und um unsere Bank würde uns ein Großteil der Gegner beneiden. Vielleicht wachen jetzt einige endlich auf.“

SVNeuwallmoden: Sebastian Welz, Henrik Hoffmeister, Waldemar Garbus, Martin Kocea, Tim Holzhausen (Florian Pages), Sean Casey, Alexander Haas, Rene Kleinwechter, Marcus Metze, Martin Kelpe und Timo Rewitz.