Jashari vermasselt die totale SV-Party

Kreisliga Goslar: Nach turbulentem 3:3-Remis übernimmt Neuwallmoden die Spitze

Neuwallmoden (SN). Was sind die Zutaten für ein gutes Fußballspiel? Zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die sich nicht in der Abwehr verstecken, Flutlicht, viele Strafraumszenen, hitzige Zuschauer- und Spielerdiskussionen, permanentes Tempo, strittige Entscheidungen, Klä­rungsversuche auf der Torlinie und eine volle „Hütte“. Alles das bekamen die Zahlenden zu sehen; das Stadion an der Neile platzte fast aus allen Nähten.
Vor dem Spiel musste der SVN bereits eine Schreckensnachricht verkraften: Abwehrchef Sean Casey stand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Der SV Neuwallmoden ging davon unbeeindruckt und taktisch hervorragend durch Trainer Ludwig eingestellt, in die Partie. Bereits in den Anfangsminuten war zu erkennen, dass das es hier keine normale Kreisliga-Partie werden würde.
Beide Seiten gingen ab dem Anpfiff leidenschaftlich zu Werke, und kein Ball wurde verschenkt. In der ersten Halbzeit kam der SVN allerdings nicht richtig ins Spiel. Das lag sicherlich auch daran, dass der TSKV frühes Pressing spielte, sich die Heimmannschaft vielleicht auch etwas den Schneid abkaufen und dem TSKV im Mittelfeld zu viel Platz ließ. Ferner hatte die Abwehr alle Hände voll zu tun.
Kreisliga-Toptorjäger Fisnik Jashari war 90 Minuten unterwegs und zeigte mehrfach, was ein Spieler in höchstem Tempo und auf engstem Raum mit einem Ball zu alles anzufangen weiß.
Trotzdem gingen die Neuwallmodener bereits in der vierten Minute in Führung. Martin Kocea war nach einer Ecke zur Stelle und nickte das Spielobjekt zur 1:0-Führung ein. Unmittelbar danach zeigte „Mats“ Kleinwechter seine Klasse, als er das Spielobjekt im Strafraum über den Keeper lupfte, und Alex Haas zum vermeindlichen 2:0 einschoss.
Allerdings pfiff der Unparteiische Abseits, und so sollte die Freude nicht lange halten. Während die SVN-Abwehr noch im Tiefschlaf war, führte Ronny Seese einen Freistoß blitzschnell aus, und Spielertrainer Altin bedankte sich mit einem Schuss ins lange Eck. Als der Vorbereiter des Ausgleichs in der 33. Minute noch als Vollstrecker fungierte, gingen kurzzeitig die Köpfe der SVN-Anhänger herunter.
Ein Standard fiel Seese im Fünfmeterraum auf dem Kopf und anschließend ins Netz. Der sonst so bärenstarke Keeper Tscherner sah bei diesem Treffer alles andere als gut aus. Ansonsten war der im Vorfeld hochgelobte Seese in der Viererabwehr in guten Händen und konnte lediglich bei Standards seine Klasse zeigen. Nun sollte in der ers­ten Halbzeit nicht mehr viel passieren, dazu erarbeitete sich der SV Neuwallmoden auch einfach zu wenig Torchancen.
Die zweite Hälfte hatte es dann richtig in sich. Neuwall­moden kam hochmotiviert und voller Tatendrang aus der Kabine und spielte von nun an feld­überlegen. Ein langer Freitsoß von Alex Haas wurde in der 57. Minute von Torjäger Berisha zum Ausgleich ins Tor verlängert. Ab der 71. Minute wurde die Partie richtig hektisch. Ein Elfmeterpfiff wollten die Gäste als solchen nicht anerkennen; es folgten wütende Proteste des TSKV gegen Schiedsrichter Bergmaier. Das ging sogar soweit, dass Akteur Blerim Tahiri sich diesem gegenüber zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, was völlig berechtigt die Rote Karte zur Folge hatte. Der gute Gästekeeper Holzberg hüpfte auf der Torlinie hin und her, Schütze Kelpe blieb unbeeindruckt und vollstreckte cool zur vielumjubelten 3:2-Führung.
Der SVN-Anhang stand Kopf und feuerte seine Elf unentwegt an. Der TSKV konzentrierte sich nun immer mehr auf das Diskutieren und wollte bei jedem Zweikampf ein Hand- oder Foulspiel erkannt haben. Anschlie­ßend wurden einige vielversprechende Konter nicht vernünftig zu Ende gespielt, und so wurde eine mögliche Vorentscheidung vergeben, zumal der TSKV nie aufsteckte, obwohl sein Spiel recht einfach strukturiert war.
Die Bälle wurde meist direkt auf Stürmer Jashari befördert, der teilweise mehrere Spieler auf einmal beschäftigte. Zweifelsohne ein Ausnahmespieler, der es bei seiner Klasse gar nicht nötig hat, bei jeder zweiten Körperberührung zu lamentieren und einen Pfiff zu fordern. Doch eben dieser setzte in der 85. Minute den Schlusspunkt, als die aufopferungsvoll spielende Abwehr der Ludwig-Mannen nach einem Standard nicht entschlossen genug klären konnte und Jashari zum Ausgleich abstaubte.

Zuschauer: 240

Tore: 1:0 (4.) Kocea, 1:1 (12.) H. Altin, 1:2 (33.) Seese, 2:2 (57.) Berisha, 3:2 (71.) Kelpe/Foulelfmeter, 3:3 (85.) Jashari.

SV Neuwallmoden: Tscherner, Hoffmeister, Garbus, Kocea, Pages, Klöppner, Haas, Kleinwechter, Metze, Kelpe und Berisha.

TSKVGoslar: Holzberg, Geldmacher, Sen, Kassebaum, B. Celik (72. Güngör/87. D. Akbay), A. Akbay, H. Altin, Tahiri, Gülhan (78. Ö. Altin), Seese und Jashari.