SV Neuwallmoden übernimmt Tabellenführung

Von rassigen Zweikämpfen geprägt war die Partie zwischen dem SV Neuwallmoden und dem SV Rammelsberg.

Bezirksliga 3Braunschweig: Nach 2:1-Erfolg über Rammelsberg freut sich der SVN über die Spitzenposition

Dass man, wenn gewisse Grundvoraussetzungen beachtet werden, auch gegen etablierte Spitzenmannschaften der Bezirksliga bestehen kann, bewies am Sonntag der SV Neuwallmoden. Und dass das Ganze am Ende noch nicht einmal unverdient war, lag daran, dass die Neuwallmodener mit ganz viel Herz, Entschlossenheit, Leidenschaft und dem Glauben daran, so ein Spiel auch gewinnen zu können, agierte.
Dazu kam ein überragender Henrik Hoffmeister, der den verletzten Abwehrchef Casey auf dessen gewohnter Position glänzend vertrat und den unangenehm zu spielenden SVR-Torjäger Duda nahezu abmeldete. Daneben bot in der Viererabwehrkette erneut Tim Holzhausen im Duett mit dem offensiven Marcus Metze eine sehr starke Vorstellung und landete mit seinen energischen Vorstößen immer wieder empfindliche Nadelstiche.
Abgerundet wurde das Alles noch durch Trainer Ludwig, der mit der Einwechslung von Dirk Schneider ein glückliches Händchen hatte. Denn sein Joker erzielte in der 90. Minute den vielumjubelten 2:1-Siegtreffer als er am langen Pfosten goldrichtig stand und den Ball aus kurzer Dis­tanz über die Linie drückte.
Insgesamt bekamen die Zuschauer eine unterhaltsame Partie zu Gesicht. Eine Partie, welche von beiden Seiten mit viel Tempo und Engagement geführt wurde. Mitunter zwar es etwas hektisch, aber wenn Gast sowie Gastgeber über 90 Minuten ihr Heil in der Offensive suchen, gibt es eigentlich wenig Grund zur Beklagung. Allerdings hatte der SVN gleich in der ersten Minute einen Schreck zu verkraften. Simon Fritzsche wurde von seinen spielstarken Mitspielern auf der linken Seite in Szene gesetzt und ließ Keeper Tscherner, der während des Spiels viel Ruhe ausstrahlte, keine Chance. Und hätte einige Minuten später Schiedsrichter Milczewski auf Strafstoß für den SVR entschieden, hätte sich keiner beschweren müssen.
Doch der Pfiff blieb aus, und so konnte der SVN in der 26. Minute den nicht unverdienten Ausgleich erzielen. Absender war Marcus Metze, der sich anscheinend wieder auf seine Stärken besinnt und immer besser zu gewohnter Form findet. Sein Schuss ins lange Eck, war für den nicht immer souveränen Gästetorwart Müller nicht zu halten.
Dass sich Rammelsberg davor und danach spielstärker und mit mehr Ballbesitz präsentierte, überraschte sicherlich keinen Zuschauer. Doch Neuwallmoden hielt auf seinem kleinen Platz als Mannschaft dagegen und trat unheimlich kompakt auf. Ferner brachte, besonders in der ers­ten Hälfte, der SVR-Anhang mit etlichen lautstarken Äußerungen zum Unparteiischen unnötig viel Unruhe rein – ein Umstand, welcher nicht unbedingt Vorteile brachte.
Das sollte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht ändern. Rammelsberg leistete sich ungewohnt viele Abspielfehler und eine Vielzahl der lang geschlagenen Diagonalpässe wurden vom kopfballstarken Hoffmeister frühzeitig geklärt.
Ansonsten wurde die Partie weiterhin sehr intensiv, aber nicht unfair geführt und die Heimmannschaft versuchte fortwährend, den gefürchteten Spielaufbau der Gäste zu unterbinden. Dabei spielten die Neuwallmodener weiterhin gefällig nach vorne und hatten in den zweiten fünfundvierzig Minuten auch die klareren Möglichkeiten.
Der agile Marcus Metze profitierte einmal mehr von seiner Schnelligkeit und hätte einen herrlichen Konter bereits vollstrecken müssen. Auch Dirk Schneider hatte in der 80. Minute eine gute Kopfballchance, doch konnte er diese nicht plaziert genug verwerten. Immer wieder mahnte der SV-Trainer Ludwig seine Schützlinge, die Konzentration bis zum Ende hochzuhalten, wohlwissend, dass der SVR in derer letzten Spielen zum Schluss immer noch Treffer erzielt hatte.
Doch seine Mannschaft ließ in der Abwehr nichts anbrennen und er selbst hatte ja immer noch seinen Joker, den die Rammelsberger Abwehr für einen Moment aus den Augen verlor.
Und so endete das Spiel mit einer faustdicken Überraschung und einem Ergebnis, auf welches im Vorfeld sicher keiner getippt hätte.

SV Neuwallmoden: Maik Tscherner, Christian Klöppner, Henrik Hoffmeister, Florian Pages, Sascha Lachnit, Waldemar Garbus, Tim Holzhausen, Patrick Borchers (DirkSchneider), Marcus Metze, Timo Rewitz und Martin Kelpe.