Anzahl der Straftaten rückläufig

Kriminalitätsentwicklung und Verkehrsunfallstatistik für den Landkreis Osterode vorgestellt

Knapp 4400 Straftaten hat die Polizei im Landkreis Osterode im vorigen Jahr bearbeitet und damit einen Rückgang von rund 340 Fällen registriert. Das wurde bei der Vorstellung der Kriminalitätsentwicklung der Polizeiinspektion Osterode am Harz am Freitag deutlich. Von diesen Straftaten konnten 68 Prozent aufgeklärt werden. Das ist zwar weniger, als im Vorjahr (69,4 Prozent), aber immer noch der zweithöchste Wert seit 2003.
Der Zuständigkeitsbereich des PK Osterode umfasst mit Osterode, Herzberg und den Samtgemeinden Bad Grund und Hattorf insgesamt eine Fläche von 500 Quadratkilometer mit etwa 52.654 Einwohnern. Hans-Werner Ingold, Leiter des Polizeikommissariats, ging zunächst auf die Bandbreite an Ereignissen ein, mit denen sich die Beamten zu beschäftigen haben: Betrug, Diebstahl, Drogendelikte, Gewalt. Wie der Blick in andere niedersächsische Landkreise aber zeigt, leben die Osteroder relativ sicher. Sie sind – statistisch gesehen – weniger gefährdet, Opfer einer Straftat zu werden. Die Anzahl der Straftaten je 100.000 Einwohner liegt mit 5.772 deutlich unter dem Landesdurchschnitt.
Frank Müller, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, präsentierte die Kriminalitätsentwicklung und zeigte Folgendes auf: Während die Gesamtzahl der Straftaten landesweit um 0,9 Prozent gestiegen ist, ist entgegen diesem Trend in dem PK Osterode ein Rückgang der Fall­zahlen um -266 Delikte oder -8,68 Prozent zu verzeichnen.
Die Zahl der Ermittlingsverfahren wegen Vermögens- und Fälschungsdelikten stieg von 644 auf 726 Fallzahlen an. Ein leichter Anstieg ist auch bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, von 20 auf 28 Fallzahlen, zu verzeichnen. Zurück gingen allerdings Straftaten gegen das Leben (von 2 auf 1 Fallzahl). Und auch die Diebstähle (gesamt), gingen von 1045 auf 882 Fallzahlen zurück. Insgesamt summiert sich die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle des Polizeikommissariats Osterode mit den Polizeistationen somit auf 2800. Das sind 266 weniger als im Jahr 2011.
Die Aufklärungsquote im Zuständigkeitsbereich des PK Osterode liegt traditionell über dem Landesdurchschnitt. Während im Bereich der PI NOM/OHA die Auf­klärungsquote bei 65,81 Prozent lag, konnte das PK Osterode trotz eines leichten Rückgangs ein sehr gutes Ergebnis von 68,29 Prozent erzielen.
Nach einem vorläufigen Höchststand im Jahr 2009 ist ein stetiger Rückgang von Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Rohheitsdelikte) von 485 auf 424 Delikte (-14,38 Prozent) gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Insbesondere bei den gefährlichen Körperverletzungen nahmen die Straftaten um 41 Delikte ab. Ein Rückgang ist auch bei den Fällen Häuslicher Gewalt zu verzeichnen: Waren es im Jahr 2011 noch 119 Fälle, so sank die Zahl 2012 auf 90. Und auch in der Entwicklung der Diebstahlskriminalität im Bereich des PK Osterode ist ein Abwärtstrend zu sehen. Nach 1045 Diebstählen (davon 737 einfacher Diebstahl und 308 schwerer Diebstahl) im Jahr 2011 wurden im vergangenen Jahr 882 Fälle zur Anzeige gebracht (davon 563 einfacher Diebstahl und 319 schwerer Diebstahl).
Verkehrsunfallbekämpfung und präventive Ausrichtung
Direkt im Anschluss präsentierte Andreas Nackunstz, Leiter Einsatz- und Streifendienst, die Verkehrsunfallbekämpfung und präventive Ausrichtung des Polizeikommissariats Osterode am Harz für das Jahr 2012.
In der Unfallentwicklung ist seit 2004 ein stetiger Abwärtstrend zu erkennen. Im Vergleich zum Vorjahr macht die Statistik deutlich, dass die Verkehrsunfallzahlen um 40 Fallzahlen auf 324 Unfälle im Jahr 2012 gesunken sind. Die Unfallgeschehen mit schweren Personenschäden sind von 10 auf 8 gesunken, im vergangenen Jahr gab es einen Unfall (insgesamt 8) mit schwer verletzten Personen weniger, als 2011. Seit 2004 sind die Unfallgeschehen mit Schwerverletzten um 46,5 Prozent gesunken.
Präventionsinitiativen des PK Osterode
Der Sachbereich Prävention in Osterode ist landkreisweit zuständig als Angehöriger des Präventionsteams in der Polizeiinspektion. Es besteht ein gutes Netzwerk; favorisiert wird ein sogenannter „ganzheitlicher Ansatz“ unter Einbindung möglichst vieler zuständiger Stellen. Einen Aufgabenschwerpunkt bildet die Bekämpfung der Jugendkriminalität. Eine besondere Beobachtung verdient dabei die Thematik „Alkoholkonsum durch Minderjährige“. Das Polizeikommissariat Osterode arbeitet in zahlreichen Gremien mit: unter anderem im HaLT-Projekt der Fachstelle Sucht, im Begleitausschuss „Lokaler Aktionsplan“, bei Integrationslotsen­ausbildung, dem BusScout-Projek und der Streit­schlichterausbildung.
Ein besonders wichtiger Ansatzpunkt ist auch die Zusammenarbeit mit der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsinitiative „Sicher durch den Harz!“. Das Polizeirevier Harz in Halberstadt führt hierzu in diesem Jahr den Staffelstab und gestaltet die jährliche Auftaktveranstaltung für Motorradfahrer. Dieses findet am 28. April in „Pullman City“ in Hasselfelde statt. Ziel der Kampagne ist die Reduzierung der Kradunfälle im Ausflugsgebiet Harz. In Niedersachsen gab es im Jahr 2012 insgesamt 152 Kradunfälle, davon waren vier Tote und 115 Verletzte zu verzeichnen.
Übrigens: Bei dem Motorrad-Aktionstag „Sicher durch den Harz“ am 28. April in Hasselfelde werden Polizei und Netzwerkpartner der Verkehrssicherheitsaktion informieren über Fahrverhalten, Schutzausrüstung, Fahrzeugtechnik, Sicherheitstraining und vieles mehr. Geboten werden Aktionen, Vorführungen, Motorradsimulator, Trainingsparcours und zahlreiche Informationsstände. Ausklingen wird der Aktionstag mit einer Bikersegnung.