Arbeitslosenquote im Landkreis Osterode sinkt weiter

3.675 Menschen sind ohne Arbeit / Rückgang um 0,7 Prozent

Göttingen / Osterode (mn / bo). Weniger Arbeitslose, mehr Stellenangebote, sinkende Kurzarbeiterzahlen und eine steigende Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse: Das sind die guten Nachrichten, die die Agentur für Arbeit Göttingen mit Blick auf den Monat April bekannt gab. Im April waren 17.616 Menschen arbeitslos, das waren 1.777 (9,2 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat und 418 (2,3 Prozent) weniger als im März. Im Landkreis Osterode sank die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 25 Arbeitslosen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosenquote im Landkreis Osterode sogar um 9,6 Prozent zurückgegangen. Gegenwärtig sind 3.675 Menschen ohne Arbeit. Damit ist der Landkreis am Harz weiterhin das Schlusslicht im gesamten Agenturbezirk. Dennoch ist ein positiver Trend erkennbar.
Die Gründe für diese positive Entwicklung sehen die Arbeitsmarktexperten in der gestiegenen Nachfrage an Arbeitskräften im gesamten Agenturbezirk. Im April gaben die Unternehmen der Region 974 Stellenangebote auf. Das sind 16 Stellen mehr als im Vormonat. Von diesen Stellenangeboten waren 846 sozialversicherungspflichtig. Insgesamt war das Angebot für Arbeitssuchende mit 2.087 Stellen deutlich größer als vor einem Jahr. Damals standen 342 Stellen weniger zur Verfügung.
Während sich auf der Seite der Arbeitsuchenden die Situation am Arbeitsmarkt etwas entspannt hat, rückt mit dem zunehmenden Fachkräftebedarf eine andere Herausforderung immer stärker in den Fokus. Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, äußerte: „Schon heute haben Unternehmen in der Region vereinzelt Schwierigkeiten, ihre Stellen zeitnah zu besetzen. Insbesondere qualifizierte Fachkräfte sind gefragt. Natürlich sind hier die Unternehmen gefordert, insbesondere durch Ausbildung den Nachwuchs zu sichern. Die Betriebe haben in diesem Jahr auch deutlich mehr Ausbildungsstellen gemeldet und sind zunehmend auch bereit, schwächeren Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben. Aber gemeinsam werden wir auch weitere Potenziale erschließen müssen.“
Das Thema Qualifizierung von Arbeitslosen sei nach wie vor ein Dauerbrenner bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern: Knapp 40 Prozent der Arbeitslosen in Südniedersachsen gelten als ungelernt, haben also keine Berufsausbildung abgeschlossen. Gemessen an ihrem Anteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist für sie das Risiko der Arbeitslosigkeit besonders hoch. „Mit einer beruflichen Qualifizierung, insbesondere einer Umschulung, könnten die Chancen dieser Gruppe deutlich verbessert werden“, so Gläser.