Arbeitsmarkt ist im Dezember eingefroren

Arbeitslosenquote steigt um 0,2 Prozentpunkte / Jugendarbeitslosigkeit liegt unverändert bei 6,2 Prozent / Zahl der Kurzarbeiter um 8,1 Prozent gestiegen

Osterode / Göttingen (bo). Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Dezember saisonbedingt auf 17.677 an. Damit waren 551 beziehungsweise 3,2 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl jedoch deutlich um 1.393 beziehungsweise 7,3 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre stieg lediglich um 14 auf 1.438; die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe betrug wie bereits im November 6,2 Prozent.
Helga Sohnrey, Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Göttingen, erklärte das saisonale Ansteigen der Arbeitslosenzahl folgendermaßen: „Sobald es draußen richtig winterlich wird, müssen viele Außenarbeiten, insbesondere in der Bauwirtschaft, ruhen. Dementsprechend haben wir viele Arbeitslosmeldungen aus dem Baunebengewerbe, also aus den Gewerken, die keine Saison-Kurzarbeit in Anspruch nehmen können.“
Die Betrachtung der Struktur der Zugänge aus Erwerbstätigkeit unterstreicht diese Aussage: Während sich im Dezember 196 beziehungsweise 10,4 Prozent Frauen weniger als im November neu oder erneut arbeitslos meldeten, stieg die Zahl der Zugänge bei den Männern um 5,1 Prozent beziehungsweise 112 auf 2.323 an. „Diese Entwicklung ist typisch, denn die betroffenen Berufe und Tätigkeiten sind nach wie vor überwiegend Männerdomänen“, berichtete Sohnrey. Eine witterungsbedingte Arbeitslosigkeit kann für viele Arbeitnehmer des Bauhauptgewerbes verhindert werden, da die Betriebe in diesen Gewerken von Dezember bis März Saison-Kurzarbeit beantragen können.
Nach wie vor ist auch konjunkturell bedingte Kurzarbeit ein Thema: Im August waren nach vorläufiger Hochrechnung im Agenturbezirk Göttingen 2.012 Arbeitnehmer in 223 Betrieben von konjunktureller Kurzarbeit betroffen. Damit stieg die Zahl der Kurzarbeiter erstmals seit März wieder an. Sohnrey wies mit Blick auf die niedrigeren Kurzarbeiterzahlen im Juli auf einen urlaubsbedingten Entlastungseffekt hin: „Konjunkturelle Kurzarbeit seht für viele Firmen immer noch auf dem Plan. Die Zahlen liegen nach wie vor deutlich über den Werten vor der Wirtschaftskrise.“
Die Zahl der zu besetzenden Arbeitsstellen ging, ebenfalls saisonal bedingt, zurück. Im Dezember meldeten die Arbeitgeber 842 freie Stellen bei der Agentur für Arbeit, 82 beziehungsweise 8,9 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich lag das Stellenaufkommen jedoch mit einem Plus von 158 beziehungsweise 23,1 Prozent weiterhin deutlich über dem des Vorjahresmonats. Großen Personalbedarf gibt es nach wie vor bei den Zeitarbeitsfirmen. Aus dieser Brache kamen 150 beziehungsweise 17,8 Prozent aller neuen Stellenofferten. Insgesamt konnten Arbeitsuchende im Dezember auf einen Bestand von 1.843 freien Stellen im Agenturbezirk zugreifen und hatten damit 525 Arbeitsplätze mehr zur Auswahl als im Vorjahresmonat.