„Aufgeben kam nicht in Frage“

Von insgesamt 108 Teams haben 104 die 100 Kilometer in weniger als 30 Stunden hinter sich gebracht.

Oxfam-Trailwalker ging am vergangenen Wochenende in die vierte Runde / Weniger Mannschaften als im Vorjahr

Einmal mehr ein begeisternder Event war der mittlerweile vierte Oxfam-Trailwalker, der über 100 Teams über 100 Kilometer durch den Harz führte. Samstag um 7.30 Uhr waren die Vierer-Mannschaften auf dem Kornmarkt in Osterode gestartet, und die meisten erreichten auch binnen der festgesetzten Zeit von 30 Stunden wieder das Ziel an der Stadthalle in der Kreisstadt.

„Nur noch Duschen und ins Bett“ wollte sicher nicht nur Claudia Dix vom Osteroder Team Thermo Zwo, die nach gut 23,5 Stunden die 100 Kilometer hinter sich gebracht hatte. Und das trotz einer Blasenbehandlung nach gut der halben Strecke. „Das war aber nicht so schlimm“, kommentiert sie ihren Besuch auf der Liege des DRK in Schulenberg. „Aufgeben kam nicht in Frage.“ Allerdings sei sie so gegen 3, 4 Uhr richtig müde gewesen, „da habe ich fast beim Laufen geschlafen.“
So wird es der Masse der Teams gegangen sein, bis auf die ganz schnellen. Denn der Streckenrekord wurde pulverisiert. In 13:16 Stunden meisterten die „Speedboyz hoch 4“ die Strecke und damit toppte das gemischte Team von Ausdauer-Sportlern aus der ganzen Republik die 13:42 Stunden der Osteroder „Harzschrittmacher“ aus dem Vorjahr deutlich. Diese vier Jungens verbesserten ihre Zeit aber auch, erreichten diesmal als Zweite in 13:38 Stunden die Stadthalle.
Doch vorrangig ging es nicht um irgendwelche Zeiten, sondern das Ankommen zählte. Freilich war es klasse für die schnellen Truppen, dass auf einem rappelvollen Platz vor der Stadthalle ihre Leistung frenetisch bejubelt wurde. Letztlich erhielten sie aber die gleiche Medaille wie „König Hübichs Wanderzwerge“ aus Bad Grund. Allerdings gestand „Wanderzwerg“ Klaus Lehmberg am frühen Sonntag, knapp 15 Kilometer noch vor der Brust: „Der Spaßeffekt ist mittlerweile dem Zielgedanken untergeordnet.“
Vier Teams sind am Ende auf der Strecke geblieben, aus unterschiedlichen Gründen. Meist waren es Blasen, bei manchen Kreislauf-Schwierigkeiten am heißen Samstagnachmittag, die ein Weitermarschieren unmöglich machten. Und wenn mehr als zwei Mitstreiter eines Teams ausscheiden, ist die gesamte Truppe aus der Wertung. Insgesamt waren ohnehin weniger Mannschaften am Start. „Viele hatten Probleme, die Spenden zusammenzubekommen“, erinnerte Pressesprecherin Svenja Koch von Oxfam-Deutschland an die Hochwasser-Katastrophe aus dem Frühjahr, die diesbezüglich bei vielen potentiellen Spendern Priorität genoss.
Dennoch fanden sich auch frische Teams unter den Startern, wie die „Harz Hiker“ aus Bad Grund. „Wir haben gut trainiert“, sagte Uwe Sommermeyer, „die ganze Strecke schon in Etappen wenigstens zwei Mal gelaufen.“ In 26 bis 28 Stunden wollten sie die Tour absolviert haben – was sie auch mühelos schafften. Vielleicht haben sie im Ziel noch die Wanderzwerge getroffen und konnten mit Klaus Lehmberg seinen Zielwunsch umsetzen. Denn der wollte „nur noch zum Kornmarkt, dann ein leckeres Bier trinken und anschließend schlafen.“