Bauernhäuser und Straßenkreuzer

Rund 20 Aquarellbilder der Lehrerin und Malerin Rita J. Sührig können noch bis zum Winter im Foyer der Osteroder Stadthalle bewundert werden/hier mit Michael Stein (Leiter der Stadthalle). (Foto: Niemann)

Rund 20 Aquarellbilder der Malerin Rita Sührig im Foyer der Stadthalle Osterode zu sehen

Wenn sie malt, vergesse sie schon einmal, dass der Rasen gemäht oder der Müll rausgebracht werden muss, sagt Rita J. Sührig und lacht dabei, denn beim Malen brauche man Ruhe und es dürfe kein Stress aufkommen.

Und diese Ruhe spiegelt sich auch in ihren Aquarellbildern wieder, die derzeit und noch bis zum Winter im Foyer der Osteroder Stadthalle bewundert werden können.
In der Ausstellung zu sehen sind Bilder mit träumerischen Landschaften, Bauernhäusern und zarten Blumen. Aber auch einen alten amerikanischen Straßenkreuzer, abgestellt im hohen Gras, hat die Künstlerin eindrucksvoll in Szene gesetzt und untertitelt mit „Auch ich hab mal geglänzt“.
Gemalt habe sie schon als Kind gerne, erzählt Sührig, die seit vielen Jahren als Lehrerin für Englisch, Religion und Kunst an der Hauptschule am Neustädter Tor in Osterode arbeitet. In der Nachkriegszeit habe sie manchmal erfinderisch sein müssen, weil es an allem mangelte. Da sie kein Deckweiß hatte, habe sie kurzerhand für das Malen einer Schneelandschaft einfach weiße Zahnpasta genommen, was gut funktioniert habe. Allerdings habe sich ihr Lehrer sehr gewundert, da ihr Schneebild so realistisch frisch gerochen habe, schmunzelt Sührig. Als sie zehn Jahre alt war, ermöglichte der Vater ihr eine Art Fernkurs in Malerei an der Ecole ABC de Dessin de Paris zu absolvieren. Jedoch habe die Theorie damals ihre Kreativität eher gebremst. Später hat sie mehrere Jahre in London studiert und gearbeitet. In der Zeit ließ sie sich von den englischen Malern John Constable und William Turner inspirieren, weshalb heute traditionelle Landschaftsbilder zu ihren Lieblingsmotiven gehören. Speziell mit der Aquarellmalerei habe sie vor sieben Jahren nach einer schweren Erkrankung begonnen. In der Zeit ist auch das Bild mit dem Mädchen und dem Drachen am Strand entstanden, das eine Leichtigkeit und viel positive Energie ausstrahlt und den Titel „Geschenkte Lebenszeit“ trägt. Bei der Aquarellmalerei könne eigentlich nicht viel schief gehen, sagt die 66-Jährige: „Gefällt etwas nicht, nimmt man viel Wasser, wischt es weg und versucht es erneut.“
Die Malerin arbeitet mit speziellen Aquarellfarben und Bockingford Papier, welches sie aus England bezieht. Ebenso verfügt sie über ein beachtliches Pinselsortiment. „Das richtige Handwerkszeug, etwas Technik und viel Geduld sind die halbe Miete für ein gelungenes Bild“, so Rita Sührig.
Die Aquarellausstellung unter dem Titel „Alles hat seine Zeit“ von Rita J. Sührig ist noch bis zum Winter im Foyer der Osteroder Stadthalle zu sehen.