Behindertengerechte Golfanlage in Osterode

Mit Hilfe klingender Bälle soll es blinden Menschen ermöglicht werden, Golf zu spielen

Bei Osterode am Harz soll eine behindertengerechte Golfanlage entstehen, die nach Angaben der Erbauer deutschlandweit einzigartig ist. Die so genannte Crazy-Golf-Anlage mit Erlebnisbahnen werde auf einem 1000 Quadratmeter großen Areal gebaut, das zu den Harz-Weser-Werkstätten gehöre, sagte Bernd Goltermann von der Behinderten-Einrichtung. Zwei der insgesamt zwölf geplanten Stationen seien bereits fertig.
Auf den behindertengerechten Minigolfbahnen sollen in Zukunft klingelnde Golfbälle für Blinde rollen. Außerdem seien spezielle Rampen für Rollstuhlfahrer geplant, sagte Goltermann. Für unterschiedlich große Menschen hätten Schüler der Fachhochschule für Heilerziehungspflege Osterode extra einen Crazy-Golf- Schläger entwickelt. Andersherum könnten Menschen ohne eine Behinderung erfahren, wie es sich mit einem Handicap spielen lässt.
Die Ausrichtung auf Menschen mit verschiedensten Handicaps sei jedoch nur eine Besonderheit, betonte Goltermann. Darüber hinaus gebe es etwa Stationen mit unterirdischen Bahnen oder verschiedensten Hindernissen, die nicht nur der Golfball, sondern auch der Spieler überwinden muss. An einer von einem Kaffeesystem-Hersteller gesponserten Bahn müsste per Ball die gewünschte Kaffeesorte eingestellt werden, um ein Heißgetränk zu erhalten. An der Entstehung der Crazy-Golf-Anlage beteiligten sich neben den behinderten Bewohnern der Werkstätten viele weitere Einrichtungen. Unter anderem arbeiteten Jugendliche der Jugendwerkstatt Osterode an dem Projekt mit. „Außerdem sind Teilnehmer von internationalen Workcamps dabei und viele regionale Gruppen, Unternehmen und Einrichtungen“, sagte Goltermann. Jede der zwölf Bahnen werde von einem Sponsor finanziert. Die Kosten für die Anlage lägen im oberen fünfstelligen Bereich.
Das Projekt steht unter dem Motto „Inklusion“. „Wir wollen eine Anlage von allen für alle schaffen“, so Goltermann. Im Mittelpunkt stehe das gegenseitige Kennenlernen von Menschen jeglicher sozialer Herkunft. Das komme auch der touristischen Attraktivität Osterodes zugute. Im Herbst sollen die ersten sechs Bahnen bespielbar sein. Im nächsten Sommer könnten alle Stationen fertig sein.