Betroffenheitslyrik mit Olaf Schubert in der Stadthalle

Kabarettist Olaf Schubert begeisterte in Osterode. (Foto: Bordfeld)

Der gesellschaftskritische Weltverbesserer begeisterte das Osteroder Publikum mit allerlei Spitzfindigkeiten

Osterode (pb). Der gesellschaftskritische Weltverbesserer, welcher für Gerechtigkeit seine Stirn in die alpin hochgelegenen Weiden seiner Überlegungen erhob und sich im Baumarkt des Lebens sehr gut auskennt, kam, sprach und siegte. Die Rede ist von keinem anderen, als von dem sächsischen Betroffenheitslyriker mit dem Rhomben-Pullunder: Olaf Schubert
Als er von der Bühne aus die fast voll besetzte Stadthalle sah, war er sehr erstaunt darüber, dass im Vorharz so viele Menschen wohnen. Er, der im November 1967 im Vogtland das Licht der Welt erblickte, versicherte, es sei seine Bestimmung gewesen, nach Osterode zu kommen. Und er erstaunte das altersmäßig bunt gemischte Publikum damit, dass er so einiges über die Kreisstadt wusste, welche seiner Meinung nach aufgrund ihrer geografischen Lage in Westerode umbenannt werden müsste.
Dieses Wissen war aber nur eine kleine Prise Zucker auf das gut zwei Stunden währende Programm des in Dresden lebenden Kabarettisten, der sich als wahrer Akrobat im Umgang mit Worten und daraus entstehenden Satzverwirrungen entpuppte. Denn nicht selten war er auch sehr bissig, insbesondere wenn er ein wenig in die Politik schlenderte und über den Herrn Wulff stolperte, ohne dabei auf das Lästermaul zu fallen. Seine medizinische mit lateinischen Wortkompositionen untermalte Fachkenntnis war auch nicht von schlechten Eltern.
Spitzfindigkeit kam ebenso wenig zu kurz, gleich, ob er philosophierte, was die Abkürzung PS in der Autoindustrie wirklich heißt, oder wie das Sterben attraktiver gemacht werden könnte. Frech und doch ein wenig richtig seine andere Bezeichnung für Schönheitschirurgie: Änderungsfleischerei.
Im Prinzip holte er alle Kleinigkeiten und Feinheiten aus dem tiefen Grau des Alltags heraus und hielt es den Gästen vor die begeisterten Augen. Und er stellte unter Beweis, dass er auch was von Musik versteht. Zusammen mit Herrn Stefan, der sowohl auf dem Bass, als auch der Trompete überzeugte, und Jochen, der die Holzgitarre beherrschte, entführte Olaf Schubert in die Breite der Musikwelt, wo die Instrumente überzeugten und die Texte nicht selten zum Lachen und doch zum Nachdenken anirmierten.