Bürgerinitiative „Für Osterode“ kritisiert Verflechtungsanalyse

Dr. Thomas Grammel: „Jede bisherige landkreisübergreifende Zusammenarbeit hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Schlagkraft gehört auf den Prüfstand!“

Die Bürgerinitiative „Für Osterode“ kritisiert die vom Regionalverband Südniedersachsen vorgelegte Verflechtungsanalyse der Landkreise. „Abgesehen davon, dass kein unparteiischer Gutachter die Unterlagen erstellt hat, ist inhaltlich nur eine zahlenmäßige Bestandsaufnahme erfolgt, ohne genau zu analysieren, wie gut oder schlecht die beschriebene Zusammenarbeit funktioniert und welche Einspareffekte sie erzeugt“, sagt Dr. Thomas Grammel von der Bürgerinitiative. Grammel betont: „Man muss die Frage stellen, ob der Landkreis Osterode heute in derselben problematischen Situation wäre, wenn wir schon früher über eine intensivere Kooperation mit dem Landkreis Goslar nachgedacht hätten“. Er bedauere, dass nicht zielführende Kriterien wie die Zugehörigkeit zu Polizeidirektionen aufgenommen worden seien. Kein Polizeiwagen im Einsatz bremse an irgendeiner Landkreisgrenze, um die Verfolgung abzubrechen.
„Die in der Verflechtungsanalyse beschriebenen zahlreichen Verbindungen nach Northeim und Göttingen haben nicht dazu beigetragen, die problematische Entwicklung der Finanz- und Demographiesituation im Landkreis zu stoppen“, ergänzt Jon Döring, „eine strategisch sinnvolle Zukunftsausrichtung des Landkreises ist verschlafen worden. Die Bürgerinitiative hat nachgewiesen, dass uns vor allem die Stärkung der Gründungsdynamik, die Sicherung der beruflichen Bildung und ein stärkerer Fokus auf den Tourismus zukunftsfähig positionieren“.
Dies gelinge nur bei einer Fusion mit Goslar. Dass diese nun an bestehenden Verflechtungen scheitern solle, mache keinen Sinn, vielmehr gehöre jede bisherige landkreisübergreifende Zusammenarbeit hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Schlagkraft auf den Prüfstand – und dies neutral in alle Richtungen. Ein Fortführen einzelner, eventuell gut funktionierender Kooperationen in Richtung Süden könnte auch bei einer Fusion mit Goslar überdacht werden und sei keinesfalls ausgeschlossen, so Grammel.
Das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative „Für Osterode“ wird wie geplant am 20. April beim Landkreis angemeldet, in der darauffolgenden Woche beginnt die Unterschriftensammlung, an der sich auch Gewerbetreibende im Landkreis beteiligen. Die teilnehmenden Geschäfte werden mit einem Aushang gekennzeichnet und auf der Homepage der Bürgerinitiative veröffentlicht.
Jeder Interessierte ist zum nächsten Treffen der Bürgerinitiative am 26. April um 19 Uhr im „Da Capo“ willkommen.