Die „Alt-Rocker“ können es noch so richtig krachen lassen

„Dozy, Beaky, Mick and Tich“ heizten dem Publikum ordentlich ein.

Oldie-Night in der Stadthalle kommt beim Publikum bestens an / Es wurde getanzt, geschwitzt und mitgesungen

Für gut drei Stunden erinnerte die Stadthalle fast an den legendären Star-Klub in Hamburg. Dafür sorgten Band-Legenden wie „Herman`s Hermits“ , die „Rubettes“ sowie “Dozy, Beaky, Mich and Tich” mit ihrer über­aus guten Mucke. Sie sorgten von der ersten bis zur letzten Minute für beste Stimmung der zumeist schon in die Jahre gekommenen Gäste. Brücken zwischen denen auf und vor der Bühne errichtete kein anderer, als der populäre Allround-Künstler Hartmut Schulze-Gerlach.
Als Erstes drehten die vier Jungs von „Herman´s Hermits“, die bislang 75 Millionen runde Scheiben in Deutschland verkauft haben, in dunklen Anzügen die Bühne betraten, an der Uhr. Und die 60er waren wieder voll da. Es waren auch nicht nur „No Milk today“ oder „Dandy“, welche das Stimmungsbarometer immer höher schießen ließen. Denn die Jungs präsentierten nicht bloß ihre Musik, sie waren Musik, insbesondere der Schlagzeuger Barry Whitwam. Er dürfte wohl auch noch heute zu einem der besten Drummer der Welt gehören. Auch wenn die vier Originale nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen durften, zogen sich die Sonny-Boys aus Manchester nicht zurück, sondern mischten sich zwischen das Publikum, um dort Autogramme zu geben und für Erinnerungsfotos zu posieren.
Aber auch die Jungs in ihren schneeweißen Anzügen und später mit den ebenso weißen Schirmmützen wussten das Publikum zu begeistern. Sie, die „erst“ 1974 die Hit-Leiter bestiegen, machten schnell sehr deutlich, dass sie mehr auf dem Kasten haben, als Softys. Denn auf den neuen CDs sind auch Rock ‘n’ Roll zu vernehmen. Aber gleich, ob sie nun den „künstlerisch wertvollen Teil“ mit Songs wie „Shugar Baby Love“ oder „Juke Boy Jive“ bestritten oder in die Twenty-Century-Zeit einluden, zwei von ihnen stachen stets heraus: der Gründer und Keyboarder Bill Hurd, der auch nicht eine Note still halten konnte und damit alle leicht „infizierte“, sowie der Sänger mit der klaren Kopfstimme, Paul da Vinci. Die Jungs zogen sich am Ende ihres Auftritts ebenso wenig zurück, wie „Herman`s Hermits“. Denn sie ließen sich ebenso gerne mit Fans ablichten oder zu einem Autogramm überreden.
Als dann „Mick“ und „Tich“, die schon seit über 50 Jahren gemeinsam Musik machen, und „Beaky“ in einem giftgrünen, einem feuerroten, und einem orangenen Anzug sowie Drummer „Dozy“ in bürgerlicher Kleidung die Bühne betraten, kochte der Stimmungskessel erneut fast über. Songs, wie etwa „Zabadac“ oder „The legend of Xanadu“ weckten Erinnerungen. Als dann noch mehr Hits erklagen, welche die vier damals mit Beatlegende Dave Dee spielten, hielt es viele Fans nicht mehr auf den Stühlen. Auch sie, die sich auf ihrer Abschiedstournee befinden, ließen sich nicht lange um eine Zugabe und hinterher um Autogramm oder Fotos bitten.
Eines hatten übrigens all drei Gruppen gemeinsam: Sie riefen nicht nur ihre mit sauberer, handgemachter Musik eigenen Hits in Erinnerung, sondern ließen auch andere Songs der damaligen Zeit erklingen. Und alle drei wussten auch nach fast 50 Jahren, neben ihrem Stimmvolumen mit ihren Instrumenten zu überzeugen.