Die „Los Losers“ kamen, sangen und siegten

Die „Los Losers“ und das „Mischgemüse“ begeisterten mit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt.

Ein Abend, der insbesondere den Gästen aus Scarborough gewidmet war

Sieben musikverrückte Herren im besten Alter, Newcomer im Kreis Osterode, die „Los Losers“, traten zum zweiten Mal in der Kreisvolkshochschule auf. Sie kamen, sangen und siegten beim gesamten deutsch-britischen Publikum.

Im Prinzip müssten sie sich aus dem Grund in die „First Winners“ umtaufen. Sie sorgten allerdings auch für einen ganz besonderen Leckerbissen, als sie zusammen mit dem Sport- und Freizeitclub Harz-Weser „Mischgemüse“, unter der Leitung von Angelika Lindert, die Oldie-Night eröffneten und Songs der Hamburger Gruppe „Santiano“ präsentierten. Das Zusammenspiel bei „Whiskey in the Jar“ klappte so hervorragend, als hätten beiden Gruppen noch nie etwas anderes getan, als im Band-Duett aufzutreten.
Dann begann ihr Abend, der insbesondere den Gästen aus Scarborough gewidmet war. Denn sie hatten dort im Oktober des vergangenen Jahres anlässlich der KVHS-Partnerschaftsreise ihr musikalisches Versprechen gegeben, und genau das wollten sie jetzt einlösen.
Das erste Lied „Marina, Marina“ von Rocco Granata sollte übrigens nicht als Eröffnung, sondern als vorgegriffene Zugabe verstanden werden. Wer hätte auch was anderes von der Spaßband erwartet, die nicht bloß mit ihren Instrumenten und Stimmen, sondern mit Leib und Seele hinter der von ihr interpretierten Musik steht. Und so hatten sie keine Probleme, dass Ohrwürmer bei beispielsweise „Whiskey in the Jar“, „Cotton Fields“ und „Jambalaya“, Lonnie Donegan´s „Streamline Train“ vermischt mit Erich Storz seiner „Kleinen Bimmelbahn“ oder deutsche Gassenhauer der 50er und 60er, wie etwa „Café Oriental“ oder „Kalkutta liegt am Ganges“, sich problemlos bei den Gästen vieler Generationen fest andockten.
Abgemischt wurden die Lieder mit witzigen Wortspielereien und Gesten von Harald Sindram (Bass & Gesang), Ralf Schüssler (Piano, Akkordeon & Gesang), Harry Bierwirth (Banjo, Gitarre & Gesang), Siggi Kasten (Teekiste), Joachim Müller (Gitarre), Holger Kassau (Percussion & Saxophon) sowie Rüdiger Brakel (Gesang) und auch darin waren sie ein überaus eingespieltes Team.
Zuerst verhielten sich alle Gäste ganz artig und führten das Argument „Wir wollen mal richtig zuhören“ ein. Doch dann schaffte es der Rhythmus, sich auch in ihren Blutbahnen breitzumachen. Genau das hatte zur Folge, dass mehr getanzt, als gesessen und zugehört wurde.
Als die „Los Losers“ sich dann mit der obligatorischen Zugabe „Seemann“ verabschiedeten, setzte sich Harry Bierwirth spontan eine Seemannsmütze auf, und die „Los Losers“ brachten Hans Albers’ „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ noch einmal in Erinnerung. Sofort erfuhr die Schrittbewegung einen Stillstand und ging über ins Schunkeln und Mitsingen.
Danach hieß es wirklich „Tschüss“ und die Frage stand im Raum: „Wann hört man euch wieder, und gibt es bald eine CD?“ – „Ich hoffe, wir werden jetzt nicht noch berühmt und müssen dauernd auftreten. Mein Terminkalender ist die nächsten fünf Jahre prall gefüllt. Dennoch war es schön zu sehen, wie viele deutsche Gäste zwischendurch immer wieder ihre verschütteten Englischkenntnisse an den Muttersprachlern aus Scarborough ausprobierten. Vor allem aber war diese Veranstaltung mit der im Hintergrund laufenden Diapräsentation über den Borough of Scarborough für zahlreiche Besucher Anlass, sich spontan für die Partnerschaftsreise in den Herbstferien 2014 anzumelden, sodass wir bereits eine Warteliste anlegen mussten“, sagte ein überaus zufriedener Gastgeber und Loser-Frontman Rüdiger Brakel.