„Die Mitglieder laufen aus dem Harz weg”

Pastor Uwe Brinkmann verdeutlicht in seinem Bericht den Ernst der Lage.

Finanzen stehen während der Sitzung des Kirchenkreistages im Mittelpunkt

Während so mancher am vergangenen Freitag bei Temperaturen über 30 Grad gemütlich im Garten saß oder die Füße in den Pool hielt, kam der Kirchenkreis Harzer Land zu seiner Sitzung zusammen. Trotz der enormen Hitze war die Festhalle Dorste an diesem Tag gut gefüllt, denn es standen wieder einmal wichtige Themen an und somit eine Tagesordnung, die Geduld erforderte.

Den ersten Punkt stellten die Finanzplanung für die Jahre 2017 bis 2022 und die nicht so sonnigen, demografischen Aussichten dar. „Wir haben einen Kirchenkreis, der völlig anders tickt, als die anderen“, verdeutlichte Pastor Uwe Brinkmann in seinem Bericht aus der Synode. „Seit 30 Jahren haben wir 850 bis 1050 Beerdigungen pro Jahr – das wird die nächsten 20 Jahre so bleiben.“ Hinzu komme, dass viele junge Menschen wegzögen: „Uns laufen nicht die Mitglieder weg – die Mitglieder laufen aus dem Harz weg“, sagte Brinkmann.
Für den Kirchenkreis Harzer Land bedeutet dies deutliche Einbußen: In den ersten Jahren werden etwa 83.000 Euro weniger zugewiesen, 2021/2022 dann etwa 250.000 Euro. Aufgefangen werden könnte dies eventuell durch einen Strukturanpassungsfonds, der vom Landeskirchenamt zwar vorgeschlagen, aber noch nicht beschlossen wurde. Superintendent Volkmar Keil betonte, dass für 2017 bis 2022 nun bis Januar 2015 ein Stellenplan aufgestellt werden müsse, den die Landeskirche einfordert. Der Planungsprozess werde aber bis 2018 andauern, so dass nachjustiert werden könne. „Unser Vorschlag ist, die 83.000 Euro gleichmäßig für alle bei der Gemeindefinanzierung zu kürzen und die drei einzusparenden Pfarrstellen im Jahr 2021 und 2022 linear nach Regionen aufzuteilen – eben schematisch.“ Der Plan entstehe in jedem Fall gemeinsam und in unterschiedlichen Workshops sowie Planungsgruppen. Noch müsse keine Entscheidung getroffen werden. Aber in der nächsten Sitzung im November, nach Sammlung der Ideen und Anregungen aus den Kirchengemeinden, werden die Planungen konkreter.
Nach diesen Prognosen war die Kreativität aller Anwesenden gefragt: Sie konnten den Arbeitsgruppen Anregungen zu den Grundstandards „Verkündigung, Gottesdienst & Seelsorge“, „Kirchenmusik und kirchliche Kulturarbeit”, „Bildungsarbeit”, „Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen”, „Diakonie” sowie „Leitung und Verwaltung” mit auf den Weg geben.