Einfach himmlisch: Baumann und Clausen

Baumann und Clausen haben bereits das Paradies auf Erden.
 

Mit ihrem neuen Programm „Im Himmel ist der Teufel los“ gastierten sie in der Stadthalle Osterode

Zum vierten Mal hatten die auch im Kreis Osterode überaus beliebten und wohl Niedersachsens gemütlichsten Beamte Baumann und Clausen (alias Jens Lehrich und Frank Bremser) ihr Büro auf der Bühne der voll besetzten Stadthalle geöffnet. Diesmal wollten sie mit dem Zweiakter „Im Himmel ist der Teufel los“ unter Beweis stellen, dass das satirische Paradies auch auf Erden sein kann, in dem der Satan sein humoristisches Unwesen treibt. Und genau das ist dem Schirmmütze tragenden Oberamtsrat und dem nervösen Pass-Futzi nicht nur mit dem Urknall gelungen.
Die beiden zogen gute zwei Stunden lang die Weißsagung der Mayas, dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen soll, durch den bittersüßen Kakao und stießen dabei immer wieder aufs Gleichgesinnte, auf ein von Begeisterung beflügeltes Publikum, das von Anfang bis Ende voll dabei war und sich gerne in das Spiel mit einbeziehen ließ. Die von Mimik und Gestik fantastisch untermalten, geistreich-bissigen Wortspielereien ließen im Prinzip auch gar nichts anderes zu.
Alles begann altbekannt mit Clausens Parole „Arbeit geh weg, ich komme“, Baumanns Liebe zu seiner Gertrud und einem Käffchen, das übrigens auch im himmlischen Wartesaal nicht ausgehen sollte. Stromausfall, Blitz und Donner sorgten für ein wenig Abwechslung, die Durchsage im Rathausradio für Unglauben. Warum sollte die Welt denn in einer Stunde untergehen? Auch wenn Clausens größte Sorge darin bestand, wer denn vor der Apokalypse seine Wäsche reinholte, schauten sie zurück auf die vergangenen Theater-Jahre der beiden Autoren. Dabei begegneten sie dem Lieblingsessen des Oberamtsrates, dem Hackbraten, der auch beim Warten auf den Petrusentscheid ein Thema war.
Als besondere Leckerbissen sollten sich aber die musikalischen Beiträge der beiden himmlischen Komödianten entpuppen, die mittels Klavier und Ukulele alte Melodien mit neuen, frechen Texten zu Gehör brachten und zum Mitsingen verleiteten. Baumann verriet Clausen, der eine 250 Euro teure Flasche Bestechungs-Wein mittels Drehverschluss öffnete, dass die Mayas, in keiner Weise mit der Biene Maja verwandt sind.
Dann starteten der Weltuntergang und die Theaterpause, nach der sich die beiden schneeweiß gekleidet im Wartezimmer des Himmels wiederfanden, welches übrigens wegen der von Flügeln geprägten Kulisse zum Verweilen einlud. Während die Beamten nun darauf warteten, dass Petrus ihnen Einlass gewährte, mussten sie sich erst mal mit zwei Marionetten auseinandersetzen, die ihnen bis aufs kleinste Detail glichen. Clausen begegnete sogar einem bösartigen Tier, einem Staubsauger, nicht aber seiner Frau. Sie habe deswegen keinen Weg in den Himmel erhalten, weil sie seiner Meinung nach nicht durchs Ozonloch passte. Als sie endlich ein Foto von ihrem Platz im Paradies erhielten, mussten sie feststellen, dass sie bereits das Paradies auf Erden hatten.
Nach dieser Erkenntnis war aber noch längst nicht Feierabend, denn da ging noch einmal die Post so richtig ab und das Publikum ließ sich nicht zweimal bitten, mitzumachen. Erst als sie mit dem traditionellen Abschiedslied „Ein Besen, der deinen Namen trägt“ die Bühne verließen, stand fest, dass in der Stadthalle die Himmelspforten schließen würden.