Erklärung des Osteroder Bürgermeisters Klaus Becker

Hier ist Schluss! Osteroder Bürger setzen ein Zeichen der Solidarität gegen Fremdenhass

Osterode (bo/hz). Bislang unbekannte Täter haben am vergangenen Freitag einen Schweinekopf mit eingeritztem Hakenkreuz vor der Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde in Osterode abgelegt (der „Beobachter“ berichtete). Nun lässt Osterodes Bürgermeister Klaus Becker Folgendes verlauten:

„Wie alle anderen Osteroder bin ich entsetzt über diese Tat, die an Schamlosigkeit kaum zu überbieten ist. Denn gerade diese islamische Gemeinde sucht ständig den Kontakt zu den vornehmlich christlichen deutschen Mitbürgern. Viele Bürgerinnen und Bürger Osterodes haben im Rahmen von Tagen der offenen Tür oder bei anderen Gelegenheiten die Moschee besichtigt und sind dabei in einen positiven Dialog mit dem Imam und den Gemeindemitgliedern getreten. Ich selbst habe des Öfteren am Freitagsgebet teilnehmen dürfen, um durch diese Erfahrung noch mehr Verständnis für den islamischen Glauben zu entwickeln, damit wir den Weg der Integration weiter beschreiten können. Dieser Weg erfordert immer Zugeständnisse von beiden Seiten. Das möchte ich hier noch einmal deutlich machen. Regelmäßig sind der Imam und der Gemeindevorstand zu Gesprächen im Rathaus eingeladen, um mögliche Probleme zu besprechen und zu beseitigen und um das Zusammenleben der verschiedenen Menschen in unserer Stadt stetig zu verbessern.
Besonders die evangelische Kreuzkirche geht seit Jahren den Weg des Dialoges, um das gegenseitige Verständnis weiter zu fördern.
Ich glaube daher im Namen aller Osteroder Bürgerinnen und Bürger zu sprechen, wenn ich der DITIB- Gemeinde versichere, dass diese Tat von uns allen auf keinen Fall geduldet wird und sie offensichtlich von ein paar wenigen, fehlgeleiteten dummen Menschen begangen wurde. Wir hoffen, dass die Ermittlungen der Polizei zu einem raschen Ergebnis führen.
Um den Mitmenschen islamischen Glaubens in unserer Stadt in dieser Situation unsere Solidarität zu zeigen, würden sowohl ich als auch unser Landrat Bernhard Reuter uns freuen, möglichst viele Osteroder am heutigen Freitag, 8. Juli, um 13 Uhr, vor dem islamischen Mittagsgebet, vor der Moschee im alten Güterbahnhof zu sehen.
Lassen sie uns deutlich machen, dass wir keinen Fremdenhass in unserer Stadt dulden. Wehret den Anfängen!“