Für die Osteroder Tiertafel wird es eng

Viel ist nicht mehr da. Die Osterode Tiertafel, die bedürftige Tierhalter mit Futter unterstützt, steht vor dem Aus. Nun hoffen die Verantwortlichen auf ein Wunder. (Foto: Bordfeld)

Verein „TierTischleinDeckDich“ ist dringend auf Spenden angewiesen

Die Osteroder Tiertafel „TierTischleinDeckDich“ steht vor dem Aus.

Der Verein, der vor sechs Jahren auf Initiative von Katrin Seidel ins Leben gerufen wurde, wird den Jahreswechsel wohl nicht überstehen, gehen bis dahin nicht ausreichend Geld- und Futterspenden ein.So lautet zumindest die düstere Prognose der Verantwortlichen.
Gegründet wurde der Verein mit dem Zweck, Tierhalter zu unterstützen, die aufgrund sozialer Probleme und finanzieller Engpässe nicht mehr in der Lage sind, ihre Haustiere zu versorgen. Zu Beginn, so schildert es Seidel, sei ihr und ihren Mitstreitern viel Kritik entgegen geschwappt. „Wir wurden mit Fragen konfrontiert, warum sich beispielsweise ein Hartz-IV-Empfänger ein Haustier halten müsse. Viele haben dabei aber vergessen, dass das Tier schon von der Arbeitslosigkeit oder der finanziellen Schieflage ein Mitglied der Familie war, und in schweren Zeiten meist die letzten und besten Freunde der Betroffenen sind.“
Trotz der Kritik stieß die Idee Seidels aber bei vielen engagierten Tierfreunden auf offene Ohren. „Letztlich wollten wir nach dem Vorbild der Tafeln für Menschen, ein ähnliches Angebot für Tiere ins Leben rufen“, beschreibt Seidel die Grundidee.
Nach der Gründung sprach sich das Projekt schnell herum. Mittlerweile weist die Kartei des Vereins 200 Tierbesitzer aus dem gesamten Kreis Osterode und den Nachbarkreisen auf, die für die Ernährung ihrer lieben Tiere Unterstützung suchen. Leider ist mit der Zahl der Bedürftigen aber nicht der Kreis der Spender gewachsen. Zwar gibt es unter anderem in Goslar einen Sponsor, der dem „TierTischleinDeckDich“ viel Futter überlässt, aber es ist mit kleinen Ausnahmen nur Trockenfutter. Nassfutter ist mittlerweile auch bei den anderen Spendern zur Mangelware geworden. Die Mitglieder können aber nicht immer die Futtermittellöcher mit dem Griff in die eigene oder die Vereinskasse stopfen.
Gleiches muss auch über die Spendendosen gesagt werden, die in einigen Geschäften stehen. Doch darin finden sich leider mehr Stecknadeln und Papierschnipsel, als Geldstücke. Die Spendenboxen für Futter sind hingegen immer gut gefüllt, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Und auch ohne die Unterstützung von Tierarzt Dr. Grammel, der bei größeren Futterspenden sein Praxisauto zur Verfügung stellt, wäre das Aus wahrscheinlich schon viel früher eingetreten.
Unverständnis herrscht bei Seidel und ihrem Team hingegen beim Verhalten von Stadt und Kreis. „Wir freuen uns, dass dem Tierheim so großzügig unter die Arme gegriffen wird. Gleichzeitig fragen wir uns aber, warum unser Verein, der inzwischen für viele Menschen mit ihren Tieren eine wichtige Anlaufstelle geworden ist, so im Regen stehen gelassen wird. Die Verantwortlichen hüllen sich in Schweigen oder halten uns mit leeren Versprechungen hin“, sagt Seidel.
Nun bleibt der Osterode Tiertafel eigentlich nur noch die Hoffnung, dass sich Menschen bereit erklären, den Verein zu unterstützen, damit das Ende doch noch abgewendet werden kann. Wer mit Futter- oder Geldspenden helfen möchte kann entweder immer donnerstags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr direkt beim Verein in der Borhecksgasse 7 in Osterode vorbeischauen oder auf folgende Konten eine Spende überweisen: Volksbank im Harz (BLZ: 26891484, Kontonummer: 1979183600) oder Sparkasse: (BLZ: 26351015, Kontonummer: 160112462).