Gemeinsam Herausforderungen meistern

Schüler aus dem Landkreis Osterode wollen künftig gemeinsam Ziele erreichen. (Foto: bo)

Auftaktveranstaltung des Regionalen Übergangsmanagements LK OHA

Osterode (bo). Getreu diesem Motto lud am vergangenen Mittwoch, 23. Februar, das Team des Regionalen Übergangsmanagements Vertreter aus allen Schulen, der regionalen Wirtschaft sowie sozialen Einrichtungen zu ihrer Auftaktveranstaltung ein. In einem ansprechenden Nachmittagsprogramm bot das RÜM-Team seinen Gästen eine bunte Mischung aus Information und Unterhaltung.
Im November letzten Jahres nahmen die vier Mitarbeiterinnen ihre Arbeit auf. Eingebettet in die Stabstelle Regionalplanung und Bildung des Landkreises Osterode am Harz kooperiert das RÜM eng mit der Leitstelle Region des Lernens und dem Unternehmerverband MEKOM. Julia Koblitz, die bereits seit Anfang 2008 in der Leitstelle Region des Lernens arbeitet und unter anderem Projekte für eine nachhaltige Stärkung des Bildungsstandortes Osterode am Harz initiiert, übernimmt die Projektleitung. Gemeinsam mit den beiden Mitarbeiterinnen Jeanette Möhlke und Nicole Folger knüpft das RÜM-Team an bereits bestehende Netzwerke im Landkreis an. Bettina Stöber, bekannt vom MEKOM Regionalmanagement, unterstützt das Team halbtags im administrativen Bereich.
Eine erste Bestandsanalyse habe ergeben, dass auf dem Bildungsmarkt derzeit verschiedene Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene existieren, berufsorientierende Maßnahmen von kommunalen und privaten Trägern durchgeführt werden sowie Angebote von Kammern, sozialen Einrichtungen und Betrieben in diesem Sektor bestehen, die alle ein gemeinsames Ziel haben: Jugendliche am Übergang von der Schule in das Ausbildungs- und Arbeitsleben zu unterstützen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung habe den Bedarf erkannt und RÜM als Koordinationsstelle geschaffen, um die Vielzahl an Angeboten und Maßnahmen in einer stimmigen Struktur zu vereinen, so Stephanie Brauser-Jung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
„Wir verstehen uns als Interessensvertretung für alle am Übergang Schule – Beruf beteiligten Akteure“, so Julia Koblitz. Dabei sei dem RÜM-Team wichtig, sporadische Vernetzungsbemühungen strukturell in der Region zu verankern. Im Rahmen regelmäßiger Treffen soll der akteursübergreifende Austausch gefördert werden und eine ganzheitliche Abstimmung der Aktivitäten sowie Prozesse erfolgen.
Dr. Rainer Beyer, Vorstandsvorsitzender des Unternehmerverbandes MEKOM Regionalmanagement e.V., begrüßte die enge Zusammenarbeit mit dem RÜM des Landkreises. Die Kooperation erleichtere nicht nur den Austausch von Informationen zwischen der Wirtschaft und der Bildung, sondern ermögliche nun auch die gemeinsame Arbeit an themenübergreifenden Arbeitskreisen, so Dr. Beyer.
Marius Tränkner, Schülersprecher der Haupt- und Realschule Hattorf am Harz, führte in bemerkenswerter Weise als Moderator durch die gesamte Veranstaltung. In der Pause nutzten Schülerinnen der Haupt- und Realschule Badenhausen als Interview- und Filmteam die Gelegenheit, Besucher nach ihren Ideen und Vorstellungen hinsichtlich der Gestaltung des Übergangssystems zu befragen. Aber nicht nur die Auffassungen der Erwachsenen fanden in der Veranstaltung Platz, sondern auch die Sichtweise junger Menschen zu diesem wichtigen Thema. Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Neustädter Tor stellten in einem kreativen Theaterstück ihren Standpunkt in dem verwirrenden Angebotsdschungel ohne viele Worte und mit unmissverständlichen Gesten dar.
Professor Dr. Rudolf Schröder und Rebecca Stabbert vom Institut für Ökonomische Bildung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg unterfütterten aus der wissenschaftlichen Perspektive, dass regionale Netzwerke keine Selbstläufer seien, sondern eine systematische und kontinuierliche Koordination erfordern. Dabei stelle beispielsweise der Umgang mit Konkurrenzverhältnissen und unterschiedlichen Interessen eine zentrale Herausforderung dar, so Professor Schröder. Bei der Systematisierung der berufsorientierenden Angebote und Maßnahmen solle das Ziel nicht sein, sie uniform zu gestalten, sondern ein einheitliches Grundkonzept mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten zu finden, so Rebecca Stabbert.
Andrea Struß, Projektleitung des RÜM Göttingen, berichtete mit anschaulichen Beispielen über ihre Erfahrungen, die sie während der letzten zwei Jahre beim RÜM Göttingen gesammelt hat. Dabei wies sie insbesondere darauf hin, wie wichtig es sei, die Konzepte gemeinsam mit den Akteuren zu erarbeiten.
Landrat Bernhardt Reuter gab in seinem Resümee kritisch zu bedenken, dass „so methodisch durchdacht und in sich schlüssig diese Angebote sein mögen, so unsystematisch wirken sie jedoch nebeneinander.“ Eine strukturelle Veränderung der Übergangslandschaft sei daher unumgänglich, so Landrat Reuter, und konstatierte daher mit Nachdruck RÜM zur Chefsache. „Es ist daher Pflicht, dass Entscheidungsträger aus allen Bereichen sich wegweisend dem Management des Übergangssystems annehmen“, so der Landrat.