Geweihe, Gemälde und viele Informationen

Neben dem Vorsitzenden des Rotwild Ring Harz Dr. Dieter Holodynski (rechts) waren der kapitale ungerade 18-Ender und Jäger Peter Otto die Meistfotografierten auf der Ausstellung. (Foto: Kluge)

Rotwild Ring Harz organisiert Geweihschau im Kurhaus Bad Lauterberg

Von Camillo Kluge,
Bad Lauterberg

Geweihe, Gemälde sowie ein gehöriges Maß an Informationen bot die Geweihschau des Rotwild Ring Harz im Kurhaus Bad Lauterberg. Neben dem Jahresbericht, den der Vorsitzende Dr. Dieter Holodynski gab, fesselte auch der Vortrag des aus Rheinland-Pfalz angereisten Biologen Dr. Ulf Hohmann. Er berichtete über neue Wege im Rotwild-management nebst den verschiedenen Erfahrungen, die bereits gemacht wurden.
Im Kern konzentrierte er sich dabei auf drei verschiedene Methoden. Gerade im Frühjahr böte sich die Methode an, mit einem starken Scheinwerfer auf die Pirsch zu gehen und am Waldrand gelegene Wiesen abzusuchen. „Für die Tiere ist dort dann einfacher und mehr Nahrung zu finden als im noch kargen Wald“, erläutert Julian Syldatk, Geschäftsführer des Rotwild Ring Harz. Die zweite Methode nach Hohmann ist mittels Wärmebildkamera und hochauflösenden Kameras aus der Luft. Und schließlich funktioniert eine Zählung auch mittels Kotproben und dem genetischen Nachweis.
Freilich kann man nicht wirklich jedes Tier einzeln zählen. „Es ist eine statistische Wahrscheinlichkeitsrechnung, die hier angewandt wird“, erläutert Syldatk. Recht geduldig zeigt er sich gegenüber Fragen Neugieriger, erklärt auch für den Jagd- und Forstmann Triviales. Schließlich zeichnete er verantwortlich für die Ausstellung und den Ablauf. Und das hat alles prima geklappt, Besucher waren auch reichlich da.
Die hatten ein besonderes Augenmerk für den ungeraden 18-Ender, den Peter Otto im August letzten Jahres im Revier Kamschlaken erlegte. „Das war der stärkste erlegte Hirsch im Jagdjahr 2011“, sagte Holodynski. Ungerade heißt, dass nur eine der beiden Geweihstangen neun Enden aufweist, die andere eine weniger. „Ungewöhnlich an dem Geweih ist die schon schaufelähnliche Form, ähnlich der eines Elches“, wies Holodynski auf eine weitere Besonderheit des zwölf Jahre alt gewordenen Hirsches hin. „In der Regel werden die Hirsche höchstens 16 oder vielleicht mal 18 Jahre alt“, sagt Syldatk, „wobei wir einmal einen hatten, der war tatsächlich 20 Jahre alt.“ Doch sind die Zähne meist ausschlaggebend für das Ende eines Hirsches. Die werden immer schlechter und fallen dann nach und nach aus, sodass die Tiere nicht mehr vernünftig Nahrung aufnehmen können – der Anfang ihres Endes.
Insgesamt haben die Jäger im Jahr 2011 1859 Stücke Rotwild erlegt. Dabei gibt es auch für die verschiedenen Alters-klassen der Hirsche gewisse Quoten, die zu erfüllen sind. Denn der Jäger ersetzt nicht nur hier in den 100.000 Hektar Waldgebiet der Landkreise Goslar und Osterode, die der Rotwild Ring Harz umfasst, den fehlenden natürlichen Feind der großen Tiere. „Rehe haben den Luchs, doch für den Hirsch gäbe es nur Wolf oder Bär“, sagt Holodynski. Also muss der Mensch eingreifen, um den Bestand zu regulieren. Der beträgt aber immer noch deutlich über 6000 Stück in diesen beiden Kreisen.
Neben den Stangen und den Informationen rund um die Hirschjagd im letzten Jahr präsentierten sich auch die Landesforsten mit einigen Schautafeln, die sonst bei Messen im Einsatz sind. Auch so wurde aufgezeigt, dass eine zu große Dichte an Rotwild dem Wald schadet. Ebenfalls einen Besuch lohnte die Ausstellung mit Bildern des Natur- und Landschaftsmalers Fritz Laube. Im Obergeschoss gab es nicht nur sehr realistische Impressionen mit Tieren und Szenen aus dem Harz, Laube hatte auch ein Löwenrudel auf der Jagd oder aus dem Busch laufende Elefanten sehr realitätsgetreu auf die Leinwand gebannt. Aber seine Schwerpunktthemen lagen doch in der Heimat, und da gab es freilich auch viele Bilder mit Rotwild.