„Harz Foresters“ stellen sich Herausforderung

Die Harz Foresters haben sich als erstes Team für den Oxfam Trailwalker angemeldet. (Foto: C. Kluge)

Als erstes Team meldeten sie sich für den Oxfam Trailwalker an / In 14 Tagen fällt der Startschuss

Noch gut 14 Tage, dann steht der Harz ganz im Zeichen eines weltweit beachteten Spenden Events: Dem ersten Oxfam-Trailwalker in Deutschland. 100 Kilometer, 30 Stunden, vier Personen, ein Team lautet der Slogan. Die „Harz Mountain Foresters“ waren das erste Team, das sich zu diesem Wander-Marathon gemeldet hat. In der nächsten Woche wird an dieser Stelle das „Bad Grund Team“ vorgestellt.

Ute Alms (43/ Sachbearbeiterin in Clausthal-Zellerfeld), Johannes Thiery (44/Waldökologe in Clausthal-Zellerfeld), Ralf Hauschild (44/Holzkoordinator in Seesen) und Heiner Wendt (52 / Revierförster in Lerbach) sind das Team eins, das allerdings nicht auch unbedingt als erstes ins Ziel laufen will. „Wir kalkulieren mit 25 bis 27 Stunden“, sagt Hauschild, der auch gerne mal einen Marathon läuft. „Zu früh wollen wir ja auch nicht ankommen, denn dann sind ja noch keine Zuschauer im Zielbereich um Stimmung zu machen“, lacht die einzige Frau im Team Ute Alms. Auch sie läuft sonst regelmäßig, zwar keine Marathons, aber Wandern und Joggen sowie Langlauf im Winter halten sie fit. Ihr Mann Uwe läuft auch mit, allerdings im Team Forst Riefensbeek. Insgesamt stellen die Niedersächsischen Landesforsten, die einer der Hauptsponsoren des Oxfam-Trailwalkers sind, sechs Mannschaften. „Aber wir sind das offizielle und erste Team“, betont Hauschild. Mit 15 Kilometer Wanderungen haben sie ihre Trainingseinheiten angefangen, verrät Thiery, der neben seiner Tätigkeit bei der Forst auch noch ehrenamtlich den Posten des Ortsbürgermeisters in seinem Wohnort Groß Lengden bekleidet.
Da bleibt nur spärlich Zeit für das gemeinsame Training. Aber unter der Woche trainiert man sowieso meist für sich. Ute Alms geht so zwei- oder dreimal die Woche mit Mann Uwe in den Wald. Manchmal schließt sich auch Wendt an, der nicht sonderlich weit entfernt zu Hause ist.
Doch größere Aktionen gestalten sie gemeinsam. Jedes zweite Wochenende haben sie versucht, eine längere Etappe gemeinsam zu gehen. Die längste Tour bislang waren 50 Kilometer von Osterode bis Groß Lengden. „Zehn Stunden und dreißig Minuten“, hat Hauschild die Zeit noch parat. Daraus eine einfache Hochrechnung auf die 100 Kilometer zu machen, wäre aber fatal. Denn je länger man unterwegs ist, desto müder werden die Marschierer. „Schließlich kommt da auch noch der Nachtmarsch dazu“, sagt Wendt. Wobei das wohl selbst im Wald auch ohne die Leuchten gut klappt. „Wenn sich das Auge dran gewöhnt hat, sieht man da ganz gut“, sagt Hauschild. Nur bei schwierigen Streckenabschnitten würde eigentlich die Lampe benötigt. „Es war komisch, durch die schlafenden Orte zu laufen“, erinnert sich Alms. Ob sie wirklich von einem Heimvorteil profitieren, bezweifelt Alms: „Vielleicht bei den Steigungen.“ Aber andererseits „weiß ich ganz genau was noch auf mich zukommt, und das kann auch belastend sein“, ergänzt sie.
Bei den vielen Übungseinheiten hat das Team aber zwei „Geheimwaffen“ für sich entdeckt. Die eine nutzen sicher auch viele andere. „Wir gehen an Stöcken“ ulkt Thiery. Ähnlich wie beim Nordic Walking oder auch beim Skilanglauf hat jeder im Team ein paar Wanderstöcke, die dann etwa bis zum Bauch reichen, bei längeren Märschen dabei. „Gerade wenn es bergauf geht, unterstützt das enorm“, sagt Alms. Als zweites haben sie ein gemeinsames Lied einstudiert. „Da vergingen die Kilometer 48 und 49 wie im Fluge“, lacht Wendt. „Den Titel verraten wir keinesfalls“, sagt Hauschild, verrät aber immerhin, „es hat was mit Förstern zu tun.“ Auch gegen Blasen an den Füßen sind sie gerüstet. „Hirschtalgsalbe“ nennt Thiery das Rezept, das vor Blasen schützen soll. Und wenn eine da ist, lindert diese Salbe auch. Vorbereitet ist das Team eins also bestens. Kein Wunder, dass Alms, bevor sie sich noch die Frage stellt, warum man sich das antut, nur noch wünscht: „Jetzt soll es los gehen.“