Herkunft von Eiern ist schwer nachvollziehbar

Verbraucherzentrale fordert Kennzeichnung auf der Verpackung

Osterode (bo). Ausgerechnet zu Ostern könnten Eier aus der Region knapp werden. Grund für den Engpass ist das seit Januar 2012 europaweit geltende Verbot der herkömmlichen Käfighaltung von Legehennen. In einigen EU-Mitgliedsstaaten sind diese Vorgaben noch nicht umgesetzt. In den Verkaufsregalen könnten deshalb auch Eier aus anderen Ländern liegen.
Wer wissen möchte, woher das Ei kommt, muss deshalb den Erzeugercode direkt auf der Eierschale lesen. Auf dem Eierkarton selbst steht keine Herkunftsbezeichnung. Die dort aufgedruckte Packstellennummer informiert nicht darüber, woher die Ware kommt. „Das auf der Verpackung aufgedruckte Länderkürzel wie zum Beispiel DE ist eher verwirrend, denn viele Kunden denken, die Eier kommen aus Deutschland. Die Packstellennummer kann daher leicht mit einer Herkunftsangabe verwechselt werden“, kritisiert Brigitte Ahrens, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Dass Verbraucher auf den ersten Blick erkennen möchten, aus welchem Land die abgepackten Eier kommen, zeigt auch eine Umfrage zur Eierkennzeichnung auf dem Internet-Portal www.lebensmittelklarheit.de unter der Rubrik Umfrage: 87 Prozent der mehr als 13.000 Befragungsteilnehmer wünschen sich die Herkunftsangabe auf der Verpackung.
Die Verbraucherzentrale fordert deshalb, dass das Herkunftsland verpflichtend auf der Schauseite der Verpackung stehen muss. Die Packstellennummer sollte an anderer Stelle stehen, da sie für Verbraucher nicht wichtig ist.
Nur mit dem aufgedruckten Erzeugercode lässt sich die Herkunft des Eies zurückverfolgen. Der Stempel gibt an, ob das Ei aus Kleingruppenkäfig-, Boden-, Freilandhaltung oder Bio-Erzeugung stammt und aus welchem Land, Bundesland und Betrieb es kommt. Neben den Ziffern zur Haltungsform ist durch das Länderkürzel das Herkunftsland ersichtlich, zum Beispiel DE für Deutschland. Die nächstfolgende Zahlenreihe gibt den Legebetrieb und die Stallnummer an. Beginnt sie mit 03, liegt der Betrieb in Niedersachsen.
Telefonische Beratung zum Thema gibt es auch am Verbrauchertelefon unter (09001) 7979-05, montags von 10 bis 16 Uhr für 1,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz – Mobilfunkpreise abweichend.