Informationsfahrt in das Ilzer Land

Die Teilnehmer an der Informationsfahrt aus Südniedersachsen.

Überörtliche Zusammenarbeit zur Zukunftsentwicklung kleinerer Städte und Gemeinden

Die Stadt Osterode und die Gemeinde Bad Grund haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um gemeinsam den demografischen und wirtschaftlichen Veränderungen im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Die Zusammenarbeit der beiden benachbarten Kommunen beruht auf dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“. Zur Information „Was führt zum Erfolg?“ ging es gemeinsam mit anderen Netzwerken aus Südniedersachsen in das Ilzer Land nach Bayern.
Dort haben sich bereits 2006 neun Kommunen zusammengeschlossen, durch gezielte Innenentwicklung der einzelnen Gemeinden die Abwanderung der Bevölkerung, insbesondere der Jugend, in die Ballungsräume zu verhindern. Die Sicherung von Arbeitsplätzen spielt dabei eine herausragende Rolle. Unter dem Slogan „Hand in Hand im Ilzer Land“ wurde den Bürgermeistern der einzelnen Gemeinden ein Handlungsfeld zugewiesen, um dem Land Bayern als Zuschussgeber Projekte aufzuzeigen, die förderungswürdig sind. Mit Projekten zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse wurden so erfolgreich Zuschüsse zwischen 60 und 80 Prozent eingeworben. Für die Besucher aus Südniedersachsen ein Anreiz für ihre Arbeit, auf der Grundlage kooperativen Umgangs miteinander und ohne „Kirchturmdenken“, optimistisch Projekte zu erarbeiten.
Die interkommunale Zusammenarbeit wurde durch Kooperationen mit Firmen und Banken ausgeweitet. So sind Banken in die Vermarktung von Immobilien eingebunden, um den Leerständen von Häusern, die durch die Bevölkerungsentwicklung entstehen, entgegen zu wirken. Und unter den Firmen gibt es inzwischen einen freiwilligen Zusammenschluss von 53 Unternehmerinnen und Unternehmern, mit steigender Tendenz. Vom Einmannbetrieb bis zur Firma mit 1600 Mitarbeitern. Zusätzlich wurde ein Existenzgründungskümmerer eingeführt. Ziel ist es auch hier, die Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten.
Dass die öffentliche Daseinsvorsorge durch Dienstleistungsangebote in bisheriger Form nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, war auch den Besuchern aus Südniedersachsen bewusst. Der Anpassungsbedarf ist groß, um Lebensqualität und Attraktivität in den Kommunen langfristig zu sichern. Auf die Einbindung und Beteiligung der Bevölkerung und ein hohes Maß an Kommunikation untereinander wurde von den bayerischen Bürgermeistern besonders hingewiesen. Bei der Tourismusförderung wurde das besonders deutlich. Das Land Bayern fördert touristische Projekte mit gegengerechnet 500 Euro pro Bürger, der sich an diesem Projekt beteiligt.
Die Ortszentren weiter attraktiv zu gestalten, ist ein weiteres Handlungsfeld. Die Information über alle Maßnahmen ist dabei von Bedeutung. Es gilt, die frühzeitige Akzeptanz für die notwendigen Anpassungen zu erhalten. Insbesondere bei Schulschließungen und Umnutzung öffentlicher Gebäude, die nicht mehr gebraucht werden. Und die Mobilität im ländlichen Raum durch eine gute Verkehrsinfrastruktur zu sichern ist unerlässlich. Ansonsten wäre der ländliche Raum im Vergleich zu den Ballungszentren in einem wichtigen Punkt benachteiligt.
Es war eine Informationsfahrt, die allen Teilnehmer aufgezeigt hat, wie viel Arbeit vor ihnen liegt und wie es was anzupacken gilt, um aus dem „Dschungel der Förderungsmöglichkeiten“ Zuschüsse zu erhalten, wie es die Bürgermeister aus dem Ilzer Land geschafft haben. Hier wurde besonders darauf aufmerksam gemacht, dass in der Bayerischen Landesregierung die Ministerien „ressortübergreifend“ zusammenarbeiten. Zum Wohle der Gemeinden!